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06.02.2006Grammy-Verleihung: Ganz im Zeichen von Mariah Carey

Totgesagte leben länger

Es ist wieder soweit: Am 8. Februar kürt die US-Plattenindustrie in Los Angeles zum 48. Mal die erfolgreichsten Musiker der Welt. Mit acht Nominierungen winkt für Mariah Carey die One-Woman-Show: Der Frau glückte ein furioses Comeback.

Totgesagte leben länger - das besagt eine Weisheit, und eben diese gilt sodann manchmal auch für das Musikbusiness. Denn wie kaum ein anderer Act dominiert US-Sängerin Mariah Carey die diesjährigen Grammys. In geradezu allen Hauptkategorien ist sie die Favoritin.  

So nominierte die Jury ihren internationalen Hit „We Belong Together“ als „Song of the Year“ und „Record of the Year“. Außerdem geht Carey um die Auszeichnung für das beste Album und als beste weibliche Sängerin ins Rennen. Neben der Soul-Diva haben bislang Kanye West und Newcomer John Legend ihren Auftritt bei der Verleihung in Los Angeles angekündigt. 

Von der Nervenkrise zurück zu Grammy-Ehren 

Acht Nominierungen – die Krönung einer Rückkehr auf das Parkett des internationalen Showbiz, die ihr so kaum jemand mehr zutraute. Zu präsent waren die Bilder und die Niederlagen von Mariah Carey, die sich 2001 ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Branche brannte. Ihr Leinwanddebüt „Glitter“ entpuppte sich als kommerzieller und künstlerischer Flop, der darauffolgende Soundtrack kam nicht annähernd an die Verkaufszahlen ihrer Vorgänger heran.  

Zudem erlitt Carey einen Nervenzusammenbruch, der sich in wirren TV-Interviews anzukündigen schien. Umso genugtuender ist nun die Anerkennung durch die Jury für die US-Sängerin. "Ich habe viel gelernt und bin wirklich erwachsen geworden“, sagte sie zu ihrer Krise. „Vor allem freue ich mich wegen der Nominierung für das beste Album. Es ist die Krönung eines unglaublichen Jahres.“ 

Auf ebenfalls acht Nominierungen brachten es 2006 R&B-Star Kanye West und sein Zögling John Legend. West, der 2005 der große Abräumer bei den American Music Awards war, kann sich auch in den Kategorien „Record of the Year“, für sein Duett „Gold Digger“ und für „Best Rap Album“ sowie „Album of the Year“ für „Late Registration“ Hoffnungen machen.  

John Legend, der 2005 mit seinem Debütalbum „Get Lifted“ aufhorchen ließ, geht unter anderem als „Best New Artist“, für das „Best R&B Album“ und für den „Song of the Year“ für den Titel „Ordinary People“ ins Rennen. 

Divenkampf mit Gwen Stefani  

Mit sechs Nominierungen folgen Rapper 50 Cent, Beyoncé Knowles, Stevie Wonder und Will.i.am von den Black Eyed Peas. Schärfste Konkurrenz droht Carey in diesem Jahr allerdings von Gwen Stefani: Die ehemalige Sängerin von No Doubt teilt sich mit ihr die wichtigsten Kategorien, wie „Album of theYear“, „Record of the Year“ und „Best Female Pop Vocal Performance“.

Ebenfalls unter den möglichen Siegern befinden sich die irische Rockband U2 („Best Rock Album“ für „How to dismantle an Atomic bomb“), Rapper Eminem („Best Rap Album“ für „Encore“), Coldplay („Best Rock Album“ für „X&Y“) und - vielmehr unerwartet – Sir Paul McCarteney („Album of the Year“ für „Chaos and Creation in the Backyard“). 

Die Grammys werden seit 1958 als wichtigster amerikanischer Musikpreis von der Musikakademie vergeben. Sie wurden erstmals im Jahre 1957 verliehen und gingen an Künstler wie Frank Sinatra, Barbara Streisand und Ella Fitzgerald. Bisherige Rekordhalter bei den Grammy-Awards sind der Gitarren-Virtuose Carlos Santana, der 2000 neun der begehrten Musikpreise entgegennahm, sowie Norah Jones, die 2003 mit ihrem Album "Come Away With Me" insgesamt acht Mal gewann.

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