Am gestrigen Montag hat sich der japanische Landwirtschaftsminister Toshikatsu Matsuoka in seiner Dienstwohnung erhängt. Am heutigen Dienstag morgen ist Shinichi Yamazaki, ehemaliger Chef eines staatlichen Forstwirtschaftsunternehmens,...
Am gestrigen Montag hat sich der japanische Landwirtschaftsminister Toshikatsu Matsuoka in seiner Dienstwohnung erhängt. Am heutigen Dienstag morgen ist Shinichi Yamazaki, ehemaliger Chef eines staatlichen Forstwirtschaftsunternehmens, aus dem Fenster seiner Wohnung im sechsten Stock gesprungen. Beide sollen in einen Korruptionsskandal der Regierung verwickelt gewesen sein.
Matsuoka wurde in den japanischen Medien beschuldigt, in mehreren Skandalen der Regierung verwickelt gewesen zu sein. Er soll Parteispenden von Unternehmen erhalten haben und im Gegenzug Aufträge der Regierung verteilt haben. Matsuoka hatte jegliche Vorwürfe von sich gewiesen. Der Landwirtschaftsminister hätte sich vor einem Ausschuss gegen die Korruptionsvorwürfe behaupten müssen und wurde nur wenige Stunden davor in seiner Geschäftswohnung in Tokio bewusstlos entdeckt. Er starb später im Krankenhaus an den Folgen.
Am heutigen morgen dann der nächste Selbstmord im Korruptionsskandal. Shinichi Yamazaki, der frühere Chef eines staatlichen Forstwirtschaftsunternehmens, soll an der korrupten Verteilung von Aufträgen des Landwirtschaftsministeriums beteiligt gewesen sein. Erst gestern wurde Yamazaki zu diesem Fall vernommen. Zwei Angestellter seiner Firma ‚J-Green’ waren in den vergangenen Wochen schon festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, öffentlich Aufträge manipuliert zu haben.
Die zwei Selbstmorde könnten als Schuldeingeständnis im Korruptionsskandal gewertet werden und sich somit negativ auf die Integrität der japanischen Regierung auswirken. Damit hätte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe knapp zwei Monate vor der Oberhauswahl schlechte Karten. Laut neuesten Umfragen in der Bevölkerung gaben etwa zehn Prozent weniger an, Abe weiterhin unterstützen zu wollen. Würde die Opposition die Mehrheit im Oberhaus erlangen, könnten wichtige Gesetze geblockt werden.
Experten halten es für wahrscheinlich, dass aus Abes eigener Partei Rücktrittforderungen laut werden. (mb)