Mit wem wird die neue, von namhaften industriellen Privatinvestoren aus den Resten der Alitalia neugegründete italienische Airline Compagnia Aerea Italiana (CAI) sich international zusammentun? Im anstehenden Monat November fällt dazu die Entscheidung, liess der frisch gewählte Airline-Chef Roberto Colanino am heutigen Dienstag verlauten. Die Gesellschafterversammlung hatte ihm zuvor für eine dreijährige Amtszeit bis zum 31. Dezember 2010 das Vertrauen ausgesprochen.
Der aus den gesunden Resten der alten, faktisch bankrotten Alitalia und dem ebenfalls in eine gefährliche Schräglage geratenen inländischen Konkurrenten AirOne Branchenneuling CAI ist bereits heiß begehrt: Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sein Pendant bei Air France, Jean-Cyril Spinetta, signalisierten Colaninno bereits ihr grundsätzliches Interesse. Mayrhuber war aus diesem Grund sogar Ende September persönlich nach Rom gereist, um das Terrain bei Gewerkschaften und Politikern zu sondieren (europolitan.de berichtete).
Der heute einberufene Verwaltungsrat des Luftfahrtunternehmens liest sich wie ein Who's Who der italienischen Privatwirtschaft: Neben dem amtierenden Pirelli-Chef und ehemaligen Telecom-Italia-Primus Marco Tronchetti Provera sitzen in dem Gremium unter anderem der römische Baulöwen und Verlegererbe Francesco Caltagirone, der ehemalige AirONe-Chef Carlo Toto sowie der Staranwalt Carlo D'Urso, der als Gewährs- und Vertrauensmann der Wirtschaftsgranden des Stieflstaates eine Vielzahl von Aufsichtsratsmandaten innehat.
Als erste Amtshandlung wird das ins Leben gerufene Führungsgremium dem aktuellen kommissarischen Alitalia-Aufseher Augusto Fantozzi das verbindliche Übernahmeangebot vorlegen. Dem vorausgehen müssem allerdings noch die endgültigen Einigungen mit den Gewerkschaften, wobei der genaue Betroffenenkreis bei den anstehenden Personalkürzungsmassnahmen die Schlüsselrolle spielt, und die Übernahmegenehmigung durch die EU-Kommission, die im Moment noch nicht anvisiert ist.
Auch hat der Verwaltungsrat in erster Sitzung das Kapital der neugeborenen Gesellschaft auf 1,1 Milliarden Euro aufgestockt, ein notwendiger Schritt, um das gesellschaftliche Übernahmevehikel operativ "scharfzuschalten". Eine weitere wichtige Maßnahme bestand in der Bestätigung des so genannten 'Lock Up', wodurch es den Gesellschaftern für eine Dauer von fünf Jahren untersagt wird, ihre Anteile an ausländische Ateilseigner zu veräußern, oder ohne Einwilligung seitens einer absoluten Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder an andere Käufer abzustoßen.
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Durch die neue Gesellschaftsform werden die Gründer der CAI somit auf Gedeih und Verderb zusammengeschweisst. Ein Börsengang ist zwar als möglich anvisiert, darf aber frühestens nach drei Jahren seit der Gründung erfolgen.