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12.06.2007Aktien-Spam per E-Mail

Die neue Heuschrecken-Plage

Normale Spams (massenhaft versendete Werbemails) sind schon lästig genug, müllen sie doch unser Postfach zu: Meist mit Erotik oder Uhren. Doch die momentan überhand nehmenden so genannten „Stock-Spams“ können Anlegern sogar dicke...

Normale Spams (massenhaft versendete Werbemails) sind schon lästig genug, müllen sie doch unser Postfach zu: Meist mit Erotik oder Uhren. Doch die momentan überhand nehmenden so genannten „Stock-Spams“ können Anlegern sogar dicke Verluste bescheren.

VON MAXIMILIAN PISACANE

Derzeit mehren sich dubiose E-Mails, die Aktienempfehlungen aussprechen. Nach Schätzungen von Symantec, einem Anbieter von Sicherheitssoftware, ist schon jeder dritte Spam ein Aktientipp – Tendenz weiter steigend. Darunter entbehren einige nicht einer gewissen Sprachkomik: „Diese kleine Firmen wirklich wachsen beim Kriegen Nachrichten und glauben Sie uns die kommen dafuer dieser Freitag!“ Angepriesen wird die Aktie der Irwin Resources, die von 0,50 auf 1,50 US-Dollar steigen soll – Gründe dafür spart sich der Mail-Verfasser.

Dem lockende Versprechen in der E-Mail müssen nur wenige auf den Leim gehen – dennoch kassieren Betrüger damit Kursgewinne bis zu 500 Prozent. Denn die Werte sind so markteng, dass schon wenige Orders zu großen Kurssprüngen führen. Meist lassen sich kurz vor dem Versenden erhöhte Umsätze feststellen – ganz so als ob sich jemand zuvor eindeckt. „Solche Kursmanipulationen sind aus den USA bekannt und wir beobachten sie immer häufiger auch in Deutschland“, erzählt DSW-Anwältin Christiane Hölz.

Ähnliches war zu beobachten bei der Artstor: Lange Zeit dümpelte die Aktie unter 0,10 Euro dahin, sank bis auf unter 2 Cent – doch plötzlich schnellte der Kurs auf über 0,23 Euro. Der Kursverlauf zeigt es: Da hatte sich zuvor jemand eingedeckt, was den Kurs auf 4 Cent trieb. Doch dann nach der Mail explodierte der Preis förmlich. „Solche unseriösen Tipps sollten Anleger am besten gleich löschen“, rät Hölz, „für Empfehlungen sind Anlageberater zuständig.“ Diese können für eventuelles Missverhalten auch regresspflichtig gemacht werden.

Mittlerweile beschäftigen sich mit diesen Stock-Spams die Behörden weltweit: Kürzlich setzte die amerikanische Börsenaufsicht SEC den Handel für 35 kleineren Unternehmen bis zum 21. März aus. Dadurch sollten die Anleger vor dem Kauf geschützt werden, da die SEC durch die vorhergehende Spam-Welle Kursmanipulationen befürchtete. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFIN) warnt Anleger davor.

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