Laut einer Umfrage des Münchener ifo-Instituts ist das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Bereits zum vierten Mal in Folge verschlechterte sich die Stimmung unter Europas Top-Managern. Besonders in Italien, Spanien, Portugal, Irland und Belgien wird die aktuelle Lage mit Sorge betrachtet. In Deutschland sieht es dagegen etwas besser aus.
Das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlichte am heutigen Mittwoch die Zahlen für das dritte Quartal 2008. Demnach ist der Index für das Wirtschaftsklima im Vergleich zum zweiten Quartal um 14,4 Punkte auf einen Wert von 61,9 gefallen. Das ist der schlechteste Wert seit 1993. Vor einem Jahr hatte der Index noch 50 Punkte höher gelegen.
Für die Ermittlung des Wertes wurden rund 270 volkswirtschaftliche Experten aus multinationalen Unternehmen und international agierenden Institutionen befragt. Der schlechte Klimaindex resultiert aus einer schlechteren Beurteilung sowohl der aktuellen Lage als auch der erwarteten Entwicklung. Der Index für die aktuelle Lage verschlechterte sich gegenüber dem vorigen Quartal um 16,8 Punkte. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate gingen um 12,4 Punkte zurück.
Ifo-Experte Gernot Nerb erklärte gegenüber der AP: „Wenn man nur aufs Klima schaut, sieht es schlimmer aus, als es ist.“ Vor allem die sehr schlechten Erwartungen seien es, die den Wert nach unten zögen. Die aktuelle Lage sei dagegen gar nicht so schlecht, sondern auf dem Wert von 2006.
Laut der ifo-Analyse erwarten die befragten Experten in den kommenden sechs Monaten eine Konjunkturverlangsamung in ganz Europa. Bei der Beurteilung der aktuellen Lage gibt es deutliche regionale Unterschiede. In Italien, Portugal, Spanien, Irland und Belgien wird die aktuellen Wirtschaftssituation am ungünstigsten bewertet. Positivere Einschätzungen gibt es hingegen für Deutschland, Finnland, Österreich und die Niederlande. (mre)