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05.06.2008LECK IM KÜHLSYSTEM

Reaktor-Zwischenfall in Slowenien löst EU-weiten Atomalarm aus

Nach einem Zwischenfall im slowenischen Atomkraftwerk ‚Krsko’ haben die örtlichen Behörden die Atomanlage in Ljubljana herunterfahren lassen und einen formellen Fehler bei der Benachrichtigung an die EU eingeräumt, der zu dem angeblich versehentlichen Atomalarm geführt haben soll. Behördlichen Angaben zufolge sind Menschen und Umwelt nicht gefährdet: Aus dem mittlerweile abgedichteten Reaktorleck ist angeblich „nur“ Kühlflüssigkeit, aber keine Radioaktivität ausgetreten.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bemühte sich in diesem Sinne, auch die deutsche Bevölkerung zu entwarnen und zu beruhigen. „Die Lage kann als vollständig unter Kontrolle betrachtet werden", lautet die Entwarnung der EU-Behörde. Auch Bundesumweltminister Gabriel warnt indessen vor „unnötiger Dramatik". Ein falsches slowenisches Formular soll Schuld am angeblich fälschlichen EU-Atomalarm sein, so der Leiter der slowenischen Atomschutzbehörde, Andrej Stritar.

 Das benachbarte Österreich, dem gegenüber Slowenien den Reaktorzwischenfall als Übung der Strahlenschutzbehörde bezeichnet hatte, zeigte sich indessen jedoch sehr erschüttert über den Vorfall, und stellte das automatische EU-Alarmsystem massiv in Frage: Österreichs Umweltminister Josef Pröll forderte von der slowenischen Regierung umgehend eine nähere Aufklärung des Zwischenfalls.

Aufgrund einer Störung war das 31-jährige Atomkraftwerk im slowenischen Südosten schon einmal vor fünf Jahren vorübergehend abgeschaltet worden. Der Dorn im Auge der Umweltschützer befindet sich zu gleichen Teilen in slowenischen wie in kroatischem Besitz, und produziert etwa 20 Prozent des slowenischen und 15 Prozent des kroatischen Strombedarfs.

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Die Umweltorganisation Greenpeace wunderte sich indessen über den „ungewöhnlichen" europaweiten Alarm, der eigentlich nur in Notsituationen, zu Beispiel wenn eine Kernschmelze droht, ausgelöst werde. Die EU hatte das umstrittene Alarmsystem einst als Reaktion auf das Reaktorunglück von Tschernobyl eingerichtet. (sbe)

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