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ALARM AN DER ZAPFSÄULE: Das Benzin wird knapp

08.04.2010MÄRKTE UNTERSCHIEDLICH EFFIZIENT

Benzinpreis: Auch vor Steuern deutliche Unterschiede in Europa

Trotz einheitlichem Binnenmarkt und vollständiger Preistransparenz gibt es innerhalb Europas offenbar deutliche Unterschiede beim Benzinpreis, noch bevor das jeweilige nationale Finanzamt zuschlägt. Nur ein Trend ist überall auf dem Alten Kontinent ungebrochen: Pünktlich zu Ostern gehen die Preise hoch.

Jährlich grüßt das Murmeltier: Kurz bevor sich über die Osterfeiertage europaweit große Autokolonnen in Richtung Erholungsurlaub in Bewegung setzten, schnellte mal wieder an den Zapfsäulen der Benzinpreis in die Höhe.

Jedes Jahr ist diese Preisbewegung aufs Neue zu beobachten, und jedes Jahr schieben sich die Protagonisten auf dem Markt den Schwarzen Peter gegenseitig zu. Die Politik, die über die Mineralölsteuer nicht nur in Deutschland den Löwenanteil am Benzinpreis ausmacht, zeigt mit Abscheu auf die oligopolistischen Strukturen am Tankstellenmarkt. Die Distributoren verweisen ihrerseits auf die Produzenten, während die neuerdings nicht näher ausgemachte 'Heuschrecken' auf den Weltfinanzmärkten als Sündenbock ausmachen.

Neue Daten des EU-Internetdienstes 'Europe's Energy Portal' machen jedoch deutlich, dass es nicht nur an den bösen Finanzinvestoren alleine liegen kann, wenn der Benzinpreis nach oben zeigt. Eine auf diesen Daten basierende Analyse der Mailänder Tagszeitung 'Corriere della Sera' macht transparent, wie stark die reellen Benzinpreise in Europa bereits divergieren, bevor das jeweilige nationale Finanzamt zuschlägt. Beim Preis vor Steuern kommt es zu Unterschieden in der Größenordnung von bis zu 24 Prozent.

Die vor einem Monat errechnete Datenbasis weist das marktliberale Großbritannien, Heimat verschiedener miteinander konkurrierender Ölmultis, als vorbildlich in puncto Preisgünstigkeit aus: Nur 45 Cent kostet hier der Liter, bevor der Staat seinen Anteil draufsattelt. Deutschland nimmt mit 49 Dent pro Liter eine mittlere Position ein, während Dänemark und Italien mit jeweils 57 Cent sowie 56 Cent die Spitzenreiter bei der Kunden-Abzocke an der Zapfsäule sind.

Kürzlich hatte bereits der europäische Automobilclub ACE über seinen Sprecher Rainer Hillgärtner angeprangert: "Es herrscht kein richtiger Wettbewerb am Mineralölmarkt. Nur wenige Anbieter diktieren den Preis."

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Offenbar sind diese Strukturen in Europa jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt, divergiert der Benzinpreis doch innerhalb der EU um bis zu 11 Cent. (mso)

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