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Auflagen-Rückgang von US-Zeitungen beschleunigt sich - Internet verdrängt Print

27.10.2008FAST FÜNF PROZENT RÜCKGANG

Auflagen-Rückgang von US-Zeitungen beschleunigt sich - Internet verdrängt Print

Der Einzelverkauf US-amerikanischer Tageszeitungen ist in den sechs Monaten von April bis September dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent gesunken. Im vergangenen Jahr hatte der Rückgang noch 2,6 Prozent betragen. Dies hat am heutigen Montag das US Audit Bureau of Circulations bekanntgegeben. Damit zwingt in den USA, dem Trendsetter-Merkt der Welt, das Internet-Nachrichtengeschäft die herkömmlichen gedruckten Tageszeitungen zunehmend in die Knie.

Bei den 507 berücksichtigten, werktags erscheinenden Tageszeitungen ging die kumulierte Auflage von rund 40 auf 38 Millionen Stück zurück. Auch der Verkauf von Sonntagszeitungen ging um 4,8 Prozent auf 43,6 Millionen Stück zurück.

Auch der Blick nach vorne birgt für die Branche wenig Tröstliches: Es wird erwartet, dass sich der Tiefgang weiter verstetigt, da sich immer mehr Leser an Nachrichtenquellen im Internet orientieren. Neben dem Auflagenrückgang bereitet auch die schwierige Witschaftslage den US-amerikanischen Zeitungsverlegern Kopfzerbrechen, denn die Werbeaufträge schrumpfen derzeit sogar noch schneller als die Tageszeitungsauflagen. Dies hat teilweise sogar dazu geführt, dass einzelne Zeitungen manche Vertriebsgebiete komplett aufgegeben haben, weil die Distributionskosten dort zu hoch oder die Werbenachfrage für die betroffene Region zu gering ausfielen.

USA Today bleibt der Erhebung zufolge mit rund 2,3 Millionen verkaufter Auflage die größte Tageszeitung des Landes. Dabei konnte der Branchenprimus sogar entgegen den Trend zulegen . allerdings nur um magere 173 Exemplare pro Tag. Ähnlich erging es der Nummer zwei im Markt, dem Finanzblatt The Wall Street Journal. Auch das Traditionsorgan der Finanzelite konnte die Auflage bei zwei Millionen Kopiem immerhin stabil halten, und einen so gut wie bedeutungslosen Anstieg von 117 Stück aufweisen.

Die beiden größten generalistischen Tageszeitungen des Landes mussten hingegen drastische Einschnitte in ihre Reichweite in Kauf nehmen: Die New York Times verlor wochentags 3,6 Prozent Exemplare, und sank auf eine verkaufte Auflage von rund einer Million, während die Los Angeles Times um 5,2 Prozent auf 739 Tausend Stück einbrach. Unter den weiteren 25 größten Zeitungen lagen die Einbussen desweiteren zwischen 1,9 und 13,6 Prozent.

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Doch auch wenn die Leser Musse haben, und nicht der Verlockung des Bürorechners erliegen, scheint ihr Interesse am gedruckten Zeitungsformat zurückzugehen: Sie Sonntagsausgaben der Renommee-Tageszeitung verbuchten teilweise sogar noch höhere Rückgänge als unter der Woche. Negativer Vorreiter ist hier erneut die Los Angeles Times mit einem Einbruch von 5,1 Prozent, gefolgt von der New York Times mit einem Minus von 4,1 und der Washington Post mit einem Rückgang von 3,2 Prozent. (mso)

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