Die Schwaben vom VfB Stuttgart haben sich von ihrem sparsamen Ruf abgewendet, und blättern eine in der Vereinsgeschichte einmalige Rekordsumme für den Niederländer Klaas-Jan Huntelaar hin.
Was der Gomez-Transfer nicht alles möglich macht: Im krassen Gegensatz zur Vereinstradition hat der VfB Stuttgart sich für einen Paukenschlag entschieden, und den niederländischen Ausnahmestürmer Klaas-Jan Huntelaar von real Madrid gegen eine sofortige Zahlung von 18 Millionen Euro verpflichtet - und das ist noch nicht alles.
Weitere zwei Millionen werden fällig, sobald sich der Club von Vereinsboss Horst Heldt für die Champions League qualifiziert. Möglich wird der finanzielle Kraftakt allerdings nur, weil man sein Kronjuwel ziehen lassen musste: Ab der nächsten Saison schmückt mit Mario Gomez ein ehemaliges VfB-Talent der Extraklasse das Star-Ensemble an der Säbener Straße in München.
Bangen müssen die von der spektakulären Personalie in helle Aufregung versetzte Stuttgarter Fans allerdings noch ein paar Stunden - Huntelaar hat nämlich mit seinem Noch-Arbeitgeber einen Abfindungspoker laufen, der sich gewaschen hat. Obwohl der Holänder nämlich hier wie da vier Millionen Euro Bruttogehalt kassiert, schlagen die krass unterschiedlichen Steuergesetze deutlich zu Buche. Während in Spanien Spitzenkicker nur 24 Prozent ihres Einkommens an den Staat überweisen müssen, sind das in der Bundesrepublik nach wie vor satte 45 Prozent.
Und weil Huntelaar ähnlich wie bei Real im Schwabenland bis ins Jahr 2013 verpflichtet werden soll, sieht der Torjäger eine deftige Einkommenseinbuße von knapp einer Million im Jahr auf sich zukommen, was sich über die Jahre auf gute dreineinhalb Millionen summieren dürfte. Diesen Betrag ist es, den der Dennis Bergkamp nacheifernde Youngstar von den Madrilenen will - und die haben jedes Interesse, dem Transfer keine Steine in den Weg zu legen, können sie doch gerade erst im Winter an Ajax Amsterdam berappten 20 Millionen wieder reinholen.
Doch nach den Mega-Schecks in Höghe von 159 Millionen, die Königlichen-Präsident Florentino Perez diesen Sommer bereits in Richtung Manchester United (94 Millionen) und AC Mailand (55 Millionen) locker machen musste, ist in Madrid der Sparfuchs eingekehrt. Nichts anderes demonstrierte in den vergangenen Wochen das Geschachere um Bayerns Star-Franzosen Franck Ribery - demzuliebe die Spanier offenbar auch zu keinen finanziellen Wahnsinnstaten mehr bereit sind. (mso)