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Schalke 04 nach Heimniederlage gegen Hamburger SV endgültig am Boden

23.03.2009RESIGNATION IN KÖNIGSBLAU

Schalke 04 nach Heimniederlage gegen Hamburger SV endgültig am Boden

Der FC Schalke 04 steckt nach der zweiten Heimniederlage der Saison am gestrigen Sonntagabend weiterhin tief in der Krise. Nach dem 1:2 (0:0) gegen den Hamburger SV beträgt der Rückstand auf einen Uefa Cup-Platz mittlerweile 7 Punkte, während die Norddeutschen weiterhin ein ernstzunehmender Meisterschaftskandidat sind.

Am Ende herrschte eine merkwürdige Stille in der Gelsenkirchener Arena. Die Schalker Fans pfiffen nicht, wie sie es sonst nach Niederlagen oftmals tun. Sie schwiegen. Sie schwiegen nicht, weil ihre Mannschaft eine große Leistung mit unglücklichem Ausgang geboten hatte - es machte sich vielmehr ein Gefühl tiefer Resignation breit. Vielleicht gepaart mit Mitleid, denn die Schalker Mannschaft war am gestrigen Sonntag schließlich so schlecht, dass es wohl unnötig gewesen wäre, die Spieler auf diese Tatsache auch nochmal hinzuweisen. Wenn jemand am Boden liegt, sollte man ja bekanntlich nicht auch noch reintreten.

Jubel herrschte dagegen bei den mitgereisten Anhängern des Hamburger SV: Personell angeschlagen (unter anderem fehlten Ivica Olic, Mladen Petriv und Piotr Trochowski), dazu nur zwei freie Tage nach dem 3:2 Sieg in Istanbul am Donnerstag, der zum Einzug ins Viertelfinale des Uefa Cups geführt hat. Gestern konnte wohl niemand Großes von den Hanseaten erwarten, während die Ausgangssituation dem ehemals ambitionierten Gegner die Möglichkeit bot, sich weiterhin die Chance auf einen Platz im internationalen Geschäft zu erhalten.

Und die Gäste boten in der ausverkauften Veltins-Arena wirklich keine große Leistung. Ausnutzen konnten die Schalker dies aber freilich nicht, präsentierten sie sich doch erneut extrem formschwach. Deshalb mussten sie auch verdient die zweite Heimniederlage der Saison hinnehmen. Wie schon am Donnerstag war es Paolo Guerrero, der den HSV mit zwei Treffern (70., 74.) auf die Siegerstraße führte, wobei er beim ersten Treffer auch noch freundliche Unterstützung des Schalker Schlussmannes Manuel Neuer erhielt. "Ich habe die Niederlage eingeleitet und nehme sie auf meine Kappe", zeigte sich der junge Torwart nach der Partie einsichtig. Der Anschlusstreffer durch Jefferson Farfan (80.) kam zu spät. Schalkes Trainer Fred Rutten stellte im Anschluss an die Partie fest: "Jetzt wird es ganz schwer, in den Europacup zu kommen."

Der Enttäuschung auf der einen Seite stand die Freude auf der anderen Seite entgegen: Paolo Guerrero, zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen Matchwinner in einer wichtigen Partie, sprach von einer "perfekten Woche", Trainer Martin Jol fand es angesichts der Verletungsprobleme "unglaublich, dass wir noch in drei Wettbewerben dabei sind." Neben dem Viertelfinale im Uefa Cup haben die Hamburger auch das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht - und nach dem gestrigen Erfolg darf beim HSV auch weiterhin von der siebten Deutschen Meisterschaft, der ersten seit 1983, geträumt werden. Ebenso wie Bayern München und der VfL Wolfsburg (gemeinsam auf Platz 2) profitierte Hamburg von der Hertha BSC-Niederlage in Stuttgart und steht nun weiterhin auf Platz vier, punktgleich mit Bayern und Wolfsburg und nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Hertha. "Wir haben gezeigt, dass wir die Stärke haben. Dann können wir auch an einen Titel glauben", zeigte sich Alex Silva dementsprechend selbstbewusst.

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Vom Titel geträumt hat Schalke 04 vor der Saison, mittlerweile scheint selbst der Uefa Cup außer Reichweite und auch gegen einen personell und kräftemäßig geschwächten Gegner schaffen es die Königsblauen nicht, zuhause zu gewinnen. Eine Trainerdiskussion wird allerdings von offizieller Seite weiterhin bestritten - was solche Aussagen im Zweifel wert sind, ist bekannt. Die Fans jedenfalls scheinen den Glauben an bessere Zeiten verloren zu haben. Und haben der Mannschaft nichtmal mehr was zu sagen. (stk)

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