Vereinsboss Alex Ferguson von Manchester United wird einfach nicht damit fertig, dass seine kleine Schummelei um den wahren Gesundheitszustand von Wayne Rooney nicht gereicht hat, das Viertelfinale gegen den FC Bayern München zu drehen.
Schlechter Verlierer: Trainer Alex Ferguson (72) von Manchester United hat nach dem Ausscheiden aus der Champions League auf die Deutschen geschimpft.
Der Mann, der seinen Club in den vergangenen vier Jahren stets mindestens bis ins Halbfinale des prestigesträchtigsten Turniers der Welt lotste, hat am Tag nach dem wohl schmerzvollsten Sieg seiner Karriere so einiges zu bemängeln. Im passt nicht, wie der FC Bayern München angeblich Gelb-Gelb-Rot-Held Rafael provoziert hat, und auch nicht, wie Wayne Rooney gefoult worden sein soll.
Einen offen hetzerischen Kommentar gab Alex Ferguson direkt nach dem Spiel ab, als er die rote Karte für Rafael wie folgt kommentierte: "Der Junge hat ein bisschen Unerfahrenheit an den Tag gelegt, aber sie haben ihn reingeritten, alle sind immer auf den Schiedsrichter zugelaufen, typisch Deutsche eben." Trotz dieses Ausfalls der nicht gerade feinen englischen Art gab die UEFA nun zudem bekannt, dass der Schotte sich deswegen keinem Disziplinarverfahren stellen muss.
Strafe genug war wohl, dass Louis Van Gaal den Herrscher über Manchester United bei der gemeinsamen Pressekonferenz am heutigen Donnerstag aufs Genüßlichste auflaufen ließ, wofür ihn die Fans des FC Bayern München sicherlich lieben werden.
So beklagte sich Alex Ferguson etwa über die Behandlung, die der deutsche Rekordmeister Wayne Rooney angedeihen ließ: "Sie sind sehr hart mit Rooney umgegangen und haben ihn mehrfach am lädierten Knöchel attackiert." Louis Van Gaal kommentierte direkt nach ihm süffisant: "Ich dachte immer, dass man in England ein bisschen härter spielen darf..."
Auch auf die Episode mit Rafael kam der Ziehvater von Cristiano Ronaldo erneut zu sprechen: "Sie haben dafür gesorgt, dass Rafael vom Platz musste. Es war nur ein leichter Zupfer und Ribéry war meilenweit vom Tor entfernt." Auch hier gewann Van Gaal locker die Oberhand: "Ein Fußballer muss sich unter Kontrolle haben. Jedem muss klar sein: Wenn man eine Gelbe Karte hat, bedeutet die nächste einen Platzverweis."
Das technische KO folgte schließlich, als Alex Ferguson die Verantwortung für das Ergebnis auf die rote Karte abzuschieben versuchte: "Mit elf Mann hätten wir dieses Spiel so gewonnen, dass es für das Halbfinale gereicht hätte." Louis Van Gaal ließ sich nicht lange lumpen, und antwortete: "Man wird jetzt nicht mehr klären können, ob Manchester das mit elf Mann geschafft hätte. Das Spiel ist aus und wir sind weiter."
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Die italienische Sportzeitung 'Gazzetta dello Sport' wertete indessen zumindest die sportliche Leistung von Manchester Uniteds Chef als passabel: "Es war die Taktik der Verzweiflung. Er hat sich an dem Knöchel von Wayne Rooney aufgehängt, und solange der hielt, ging er glatt als Genie durch. Danach erging es ihm wie Aschenputtel um Mitternacht - ihm blieben nur die Lumpen."
Das Urteil über Louis Van Gaal hingegen lautete gnädiger: "Das Glück hatte zwar auch diesmal seine Finger mit im Spiel, aber sein Verdienst wog schwerer." (mso)