Die 46. Bundesligasaison geht in ihre alles entscheidende Phase. Der 32. Spieltag beginnt am heutigen Dienstag, an dem zeitgleich die derzeitigen Top 3 der Tabelle im Einsatz sind. Spitzenreiter VfL Wolfsburg empfängt Borussia Dortmund, der FC Bayern München tritt gegen Bayer 04 Leverkusen an und Hertha BSC reist zum 1.FC Köln.
Hochspannung garantiert ist heute ab 20 Uhr. Zeitgleich starten die Partien der drei momentan heißesten Anwärter auf die deutsche Meisterschaft. Die schwierigste Partie steht dabei vermutlich dem Spitzenreiter VfL Wolfsburg bevor. Die Niedersachsen treffen auf Borussia Dortmund. Der BVB hat die letzten sieben Spiele gewonnen und in dieser Saison mit nur vier Niederlagen die wenigsten aller Bundesligisten kassiert. Bei einem Sieg in Wolfsburg würde die Borussia auf nur zwei Punkte an den derzeitigen Spitzenreiter heran kommen.
Während die Dortmunder momentan auf einer Welle des Erfolges schwimmen und zumindest von Europa träumen, muss der VfL Wolfsburg aufpassen, nicht auf der Zielgeraden alles zu verspielen. Der zwischenzeitlich so souveräne Spitzenreiter, der sein eigentliches Meisterstück beim 5:1 über den FC Bayern gemacht hatte, ist ein wenig ins Straucheln geraten. Die Auswärtsschwäche der Hinrunde scheint zurück. Zuletzt gab es auf fremden Plätzen zwei Niederlagen. Am vergangenen Samstag unterlag das Team von Trainer Felix Magath mit 1:4 beim VfB Stuttgart.
Daher wird man in der VW-Stadt froh sein, heute Abend vor heimischem Publikum antreten zu dürfen. In der heimischen Volkswagen Arena hat der VfL bislang 14 von 15 Spielen in dieser Saison gewonnen. Lediglich Eintracht Frankfurt konnte mit einem Unentschieden einen Punkt aus Wolfsburg entführen. Die Heimstärke seiner Mannschaft sieht Felix Magath als wichtigen Faktor im Kampf um den Titelgewinn. Magath sagt, er glaube nach wie vor an den Titelgewinn. "Dafür spricht auch das Restprogramm, schließlich haben wir noch zwei Heimspiele", so der Trainer, der ab der kommenden Saison beim FC Schalke 04 unter Vertrag steht.
Der bereits feststehende Wechsel Magaths und die vielen Schlagzeilen, die das Thema erzeugt hat, wertet BVB-Trainer Jürgen Klopp als nicht relevant für den Verlauf der Partie. "Deshalb rechne ich mir keinen Vorteil aus", so der ehemalige Mainzer, der die Borussia in den Uefa Cup führen will: "Wer auf Platz fünf steht, der will auf Platz fünf bleiben". Für die Fans von Borussia Dortmund verleiht der Magath-Wechsel dem Spiel allerdings eine besondere Note.
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Neben den eigenen sportlichen Zielen geht es für sie heute auch darum, einem Schalker die Meisterschaft zu verderben. Ausgerechnet am 12. Mai, auf den Tag genau zwei Jahre, nach dem die damals abstiegsbedrohten Dortmunder ihrem Erzrivalen Schalke 04 mit einem 2:0-Heimsieg die entscheidende Niederlage im Kampf um die Meisterschaft zufügten. Eine Wolfsburger Niederlage heute könnte zumindest vorerst die Tabellenführung kosten.
Denn zeitgleich mit dem VfL tritt auch der FC Bayern München an. Der Rekordmeister empfängt in der heimischen Allianz Arena Bayer 04 Leverkusen. Nach zwei Siegen in Folge unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes soll die kleine Serie gegen die Rheinländer, für die es um nichts mehr geht, fortgesetzt werden. Ein eindeutiges Zeichen spricht die Statistik: Die letzten acht Bundesligapartien gegen Leverkusen konnten die Bayern für sich entscheiden. Zuletzt gab es allerdings eine bittere 2:4-Niederlage im Viertelfinale des DFB Pokals.
Das Ziel, das Jupp Heynckes bei seinem Amtsantritt ausgegeben hat, wird derweil nicht korrigiert. Auch wenn der FC Bayern mittlerweile punktgleich mit Tabellenführer Wolfsburg auf Platz zwei steht, erklärt Heynckes: "Das oberste Ziel ist die Qualifikation für die Champions League." Der Interimstrainer, der nur für fünf Spiele verpflichtet wurde, warnt davor, dass schon eine Niederlage das Erreichen dieses Ziels gefährden könnte. "Wer ein Spiel verliert in dem Vierkampf, spielt wohl schon nächste Saison im UEFA-Cup." Torhürter Jörg Butt betonte dagegen, dass der Glaube an die Meisterschaft innerhalb der Mannschaft groß sei.
Der von Heynckes erwähnte Vierkampf wird von Hertha BSC und dem VfB Stuttgart komplettiert. Während die Schwaben erst morgen im Einsatz sind (in Gelsenkirchen), treten die Berliner schon heute beim 1.FC Köln an. Und geben sich vor dem Enspurt im Titelkampf selbsbewusst: "Das ist die größte Chance unserer Karriere, so etwas kommt vielleicht nie mehr wieder. Wir alle glauben an unser großes Ziel", so Abwehrspieler Josip Simunic. Noch eindeutiger äußert sich Stürmer Andrej Voronin: "Wir gewinnen die letzten drei Spiele und werden Meister!"
Der Kreis der Meisterschaftsanwärter könnte sich in dieser englischen Woche allerdings noch vergrößern. Sollte Borussia Dortmund heute in Wolfsburg gewinnen, Bayern München zeitgleich gegen Leverkusen verlieren, während Hertha BSC in Köln nur maximal einen Punkt holt, dann stünde heute Abend schon fest, dass unabhängig vom Ausgang der morgigen Partie des VfB Stuttgart bei Schalke 04 die ersten fünf Mannschaften nur drei Punkte voneinander getrennt wären. Mit einem Heimsieg gegen den VfL Bochum könnte der Hamburger SV sogar noch als sechste Mannschaft dazu stoßen. Dann stünde der Bundesliga an den letzten beiden Spieltagen endgültig das verrückteste Finale aller Zeiten bevor.