Am Vorabend der Begegnung FC Bayern München gegen Manchester United in der Champions League hat Trainer Louis Van Gaal die ungleichen Finanz-Bedingungen, unter denen die beiden Vereine operieren müssen, an den Pranger gestellt.
Auf dem Papier sind die Engländer Favorit: Erfolgscoach Louis Van Gaal (58) vom FC Bayern München hat kurz vor dem Viertelfinale gegen Manchester United das finanzielle Ungleichgewicht der beiden Clubs kritisiert.
Am heutigen Dienstagabend um 20.45 Uhr treffen die beiden Teams der Extraklasse in der Münchner Allianz-Arena aufeinander, in zwei Wochen folgt das Rückspiel in England. Dem Gewinner der beiden Begegnungen steht im Halbfinale eine vergleichsweise lösbare Aufgabe bevor, trifft er dort entweder auf Olympique Lyon oder Girondins Bordeaux. Während auf bayerischer Seite Flügelflitzer Arjen Robben voraussichtlich fehlen wird, und deshalb alle Hoffnungen auf Franck Ribery (26) ruhen, tritt für die Nordengländer ein Wayne Rooney (24) in Höchstform an (31 Saisontreffer in 36 Spielen).
Den Anlass des Champions-League-Knallers nutzte Trainer Van Gaal nun jedoch, um das monetäre Ungleichgewicht zwischen dem FC Bayern München und Manchester United anzuprangern. Während ManU nämlich 816 Millionen Euro Schulden hat, präsentierte das Management an der Säbener Straße für das vergangene Jahr einen Unternehmensgewinn von 2,5 Millionen. Folgerichtig steckt auch deutlich mehr Geld in den Knochen des englischen Teams (376,8 Millionen) als bei den Bayern (247 Millionen).
Im Gespräch mit der italienischen Sportzeitung 'Gazzetta dello Sport' zögert der Niederländer nicht, das heikle Thema anzuschneiden: "Ganz abgesehen von den Verdiensten Fergusons besten einfach keine gleichen Startbedingungen. Ich bin ein Befürworter des amerikanischen Systems: Alle bekommen dasselbe Budget, und das gleiche gilt für die Gehälter. Auf die Art gäbe es mehr Gleichgewicht, Spass und sportlichen Verdienst."
Louis Van Gaal plädiert für Anreize, welche die Arbeitweise, und nicht die finanziellen Voraussetzungen belohnt: "Der Gewinner wäre dann derjenige, der das bessere Arbeitssystem etabliert, undnicht der mit dem besseren Material. Aber der Fußball hinkt hinterher. Wir haben es noch nicht geschafft, in schiedsgerichtlichen Fragen neue Technologien zum Einsatz zu bringen, von finanzieller Gerechtigkeit ganz zu schweigen."
Vor allem bei den TV-Rechten bekommt Manchester United ein wesentlich dickeres Stück vom Kuchen ab: Hier stehen jährlich 117,1 Millionen Euro den im Vergleich eher spärlich anmutenden 69,6 Millionen des FC Bayern München gegenüber. Sobald der Blick jedoch in die Bundesliga wandert, sieht die Situation völlig spiegelverkehrt aus - hier sind es nämlich die Münchner, die den Löwenanteil aller Einnahmen für sich verbuchen können.
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Van Gaal scheint dies auch einzusehen, räumt er doch ein: "Auch wir haben bereits 25 Millionen für Spieler wie Ribery und Robben ausgegeben, und befinden und qua Kasse unter den Top-Fünf in Europa, auch wenn wr weit hinter den ersten liegen." Hier beschleicht den 'Generaal' des FC Bayern München dann letztlich doch noch ein Selbstzweifel: "Vielleicht liegt das auch daran, dass Ferguson seit 23 Jahren bei seinem Verein ist, und ich nur acht Monate."