Angebliche Offerten aus England und Spanien für Franck Ribèry lassen den FC Bayern München momentan noch kalt. “Bei 50 Millionen Euro heben wir nicht einmal den Hörer ab”, hatte FC Bayern-Manager Uli Hoeneß unlängst erklärt. Doch ab welcher Summe ist die Schmerzgrenze für die Freigabe des französischen Flügelflitzers erreicht. Die zweite momentan heiß diskutierte Personalie ist die von Luca Toni. Muss der Italiener nach dem Gomez-Deal Bayern München verlassen, auch wenn er eigentlich an der Isar bleiben will?
Fragen über Fragen zu dem heißen Transfer-Sommer beherrschen derzeit die Münchner Medien voll und ganz. Am gestrigen Donnerstag hatten mehrer englische Zeitungen, unter anderem der 'Independent' und die 'Sun' berichtet, Ribèry stehe kurz vor der Unterschrift bei Ballack-Club FC Chelsea. Die ‘Bild'-Zeitung nahm diese Vorlage dankend auf und betitelt ihre erste Seite heute sogar mit dem von dem Franzosen angeblich geforderten Gehalt: Schlappe 7,4 Millionen Euro soll der Flügelflitzer gefordert haben.
Das macht am Tag knapp 20.400 Euro, die Engländer wollen aber nur 14.700 Euro zahlen. Die Bayern zahlen nach Angaben der ‘Bild'-Zeitung momentan 10.000 Euro pro Tag. Jean-Pierre Berneés, einer der beiden Spielerberater von Ribéry wollte keinen Kommentar zu dem angeblichen Vertragspoker abgeben. Auch Hoeneß weiß nichts von einem angeblichen Angebot und bezeichnet die englischen Medienberichte für eine Ente.
In den kommenden Wochen werden die Verantwortlichen des FC Bayern mit Sicherheit zahlreiche mögliche Angebote kommentieren müssen. Denn der heißeste Kandidat auf den Trainerposten bei Chelsea ist Carlo Ancelotti - und dieser hat tatsächlich Interesse an Ribéry: "Ich habe Abramowitsch gesagt, dass Ribéry ihn glücklich machen würde." Doch ob die enorme Ablöse von mindestens 50 Millionen Euro den russischen Clubeigner die Freude nicht bald vermasseln wird, ist unklar.
Neben Chelsea soll auch Real Madrid Interesse an dem Franzosen haben. Ab 1. Juni werden die Königlichen wohl in den Poker um ihn einsteigen. Dann wird Florentino Perez wohl zum neuen Präsidenten gewählt, nachdem sein einziger Gegenkandidat seine Bewerbung zurückgezogen hat. Perez, der schon einmal Präsident bei Real Madrid war und als Macher der ‘Galaktischen' gilt, will Zinedine Zidane als sportlichen Berater holen - und der ist bekanntermaßen nicht nur ein Fan, sondern auch ein Freund von Ribéry.
"Wenn ich die Wahl hätte, würde ich Ribéry und nicht Cristiano Ronaldo holen", hatte der ehemalige Weltklassespieler unlängst erklärt. Andererseits wird dem Portugiesen schon lange ein Techtelmechtel mit den Königlichen nachgesagt, auch wenn Ronaldo selbst immer wieder betont, gerne bei Manchester United bleiben zu wollen. Sollte der aktuelle Spieler des Jahres doch zu Real wechseln, auch wenn das nach Lage der Dinge eher unwahrscheinlich ist, braucht ManU einen neuen Flügelflitzer und dürfte schließlich wohl die eigenen Fühler nach Ribéry ausstrecken.
So oder so, es stehen genügend hochkarätige Mannschaften mit Interesse an Ribéry bereit, den Verantwortlichen des FC Bayern München steht ein heißer Sommer bevor, wollen sie ihren Weltklassespieler halten. Genau dies ist aber gar nicht so sicher. Nach dem 30 Millionen Gomez-Deal haben die Münchner mächtig viel Geld in die Hand genommen, zudem soll noch ein rechter Verteidiger und vielleicht ein Torwart an die Isar geholt werden.
Auf der rechten Seite ist den Bayern vor wenigen Studen anscheinend ein wahres Juwel genommen worden: der 25 -jährige Jury Schirkow wechselt verschiedenen Zeitungsberichten zufolge scheinbar von ZSKA Moskau nicht an die Isar, sondern zum FC Chelsea. Hoeneß hatte bereits erklärt, wenn der Abramowitsch-Club in den Poker um den Verteidiger einsteige, könne Bayern nicht mehr mithalten. Nun werden sich die Verantwortlichen an der Säbenerstraße wohl auf den 27-jährigen Darijo Srna konzentrieren, der momentan beim aktuellen Uefa-Cup-Sieger Schachtar Donezk unter Vertrag steht. Vielleicht werden die Fühler auch nach Rafinha vom neuen Magath-Club Schalke 04 ausgestreckt, obwohl die Münchner gerade erst von einem anderen Königsblauen, dem Torwart Manuel Neuer, einen Korb bekamen.
Alles in allem dürfte sich die Summe für Neuinvestitionen auf gut und gern 50 Millionen Euro belaufen. Da käme ein Verkauf des eigenen Superstars gerade Recht, um die leeren Kassen in München wieder aufzufüllen. Doch 50 Millionen dürften nicht reichen, denn zudem müsste ein Kreativersatz für Ribéry finanziert werden. Ein Tauschgeschäft mit Wesely Sneijder von Real Madrid und einige Millionen oben drauf wären durchaus denkbar. Schließlich entscheidet jedoch der neue Trainer Louis van Gaal, dem sein Landsmann im Dienste der Spanier durchaus gefällt. Der Niederländer ist bekannt dafür, mit Stars und Diven ein Problem zu haben und arbeitet lieber mit jungen Spielern.
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Deswegen ging der Gomez-Deal wohl so reibungslos über die Bühne, gewissermaßen für den neuen Trainer. Dieser hat nun jedoch ein Überangebot an Stürmern. Neben Olic, Klose und Nachwuchstalent Müller, nun noch der neue Gomez und der alte Hase Luca Toni. Der Münchner ‘tz' zufolge will der Italiener zwar gerne eine weitere Saison in München spielen, doch eine Stammplatzgarantie gibt es für den Torjäger dann wohl nicht mehr.
Ob er wechselt oder nicht, hängt Hoeneß zufolge alleine von ihm ab. Schon vor mehreren Tagen erklärte der scheidende Manager, dass der FC Bayern München keinen Druck auf Stürmer ausüben werde, aber er persönlich doch davon ausgehe, dass der ein oder andere nach den Neuverpflichtungen über seine Zukunftsaussichten bei den Bayern nachdenken werde, erklärte Hoeneß.
In München wird jedoch jedes 'stille' Denken der Spieler und Verantwortlichen des FC Bayern von der interessierten Medienlandschaft sehr schnell öffentlich gemacht.