Der Neuzugang des FC Bayern München, Arjen Robben, könnte bereits heute Abend beim Bundesligaspiel des Rekordmeisters gegen den VfL Wolfsburg sein Debüt geben. In der Champions-League gegen Juventus Turin, Girondinis Bordeaux und Maccabi Haifa wird die Hilfe des holländischen Neuzuganges auf alle Fälle benötigt werden. Und noch ein weiterer Neuzugang soll an die Isar wechseln: Nach Informationen des 'Kicker' sollen sich die Münchner kurz vor Transferende die Dienste von Rafinha gesichert haben.
Nur wenige Stunden nach seiner Vertragsunterschrift am gestrigen Freitag brillierte Robben bereits in seinem ersten Training an der Isar und spielte Doppelpässe mit Franck Ribéry. Zusammen könnten der Franzose und der niederländische Neuzugang eine der gefürchtetsten Flügelzangen Europas bilden. Doch Trainer Louis van Gaal hat sich noch nicht festgelegt, welches System er nun spielen lassen möchte.
Robben könnte auch in einem 4-4-2-System mit Ribéry als Spielmacher eingesetzt werden. Damit stünde den Bayern-Außenverteidigern ein anstrengendes Arbeitsjahr bevor, doch van Gaal hätte seinen Willen durchgesetzt und müsste nicht noch einen seiner teuren Stürmer auf die Bank setzen, wie es im 4-3-3-System mit Robben und Ribéry als Außenstürmer der Fall wäre. "Wir haben in der Vorbereitung einen Zehner gesucht und keinen gefunden, Das kann später noch passieren, aber wir brauchen Zeit und haben keine", äußerte sich van Gaal zu diesem Thema - und gab den anwesenden Journalisten mit dieser Aussage mehr Rätsel als Antworten mit.
"Theoretisch kann er spielen. Jetzt hängt es nur von Louis van Gaal ab, ob er Arjen spielen lässt", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit fcb.tv. Doch der 58-Jährige Übungsleiter der Münchenr hielt sich bedeckt, ob der 25 Millionen Euro teure Neuzugang bereits am heutigen Samstagabend im Bundesliga-Kracher gegen den VfL Wolfsburg zur Startelf gehören wird. "Ich denke, dass es möglich ist. Er ist in guter Verfassung und hat in Madrid schon gespielt. Aber ich muss noch mit ihm reden", meinte van Gaal. Nichtsdestotrotz ist der Coach sichtlich glücklich über die Verpflichtung seines Landsmanns, der beim deutschen Rekordmeister die prestigeträchtige Rückennummer 10 erhält.
Denn je nach System erhöht der Transfer von Robben den Druck auf van Gaals formschwache Angreifer (Toni, Klose) oder Mittelfeldspieler (Schweinsteiger, Altintop). "Alle sind froh über Robben, aber alle haben ein Problem mehr", umschreibt van Gaal die psychologische Komponente in dieser Angelegenheit. Ob Robben am heutigen Samstagabend spielen wird, ist also noch nicht klar. Definitiv auszuschließen ist jedoch, dass Franck Ribéry in der Startformation stehen wird. Der quirlige Franzose hätte nach seiner überstandenen Adduktorenreizung van Gaal zufolge nur Luft für "20, 30 Minuten" - auch wenn der 26-Jährige "sehr gut" trainiert habe, wie der Trainer lobt.
Eventuell will van Gaal seinen Star auch nur noch eine Weile schonen, denn bereits in zweieinhalb Wochen steht das erste Champions-League-Heimspiel auf dem Programm. Mit Juventus Turin, Girondinis Bordeaux und Maccabi Haifa haben die Bayern eine Gruppe erwischt, in der zumindest der zweite Platz Pflicht sein sollte. "Da ist keine Mannschaft dabei, die man im Vorbeigehen schlägt. Da kann jeder jeden schlagen", warnte jedoch Philipp Lahm. "Wir haben mit schönen Brocken zu tun - basta", stimmte Manager Uli Hoeneß zu. Nur Stürmer-Beau Luca Toni gab sich gewohnt entspannt. "Die Gruppe ist schwierig - aber wir sind Bayern München", meinte der Italiener.
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Ob Kader des FC Bayern München stark genug ist, um erstmals nach 2001 wieder eine tragende Rolle im Kampf um den Champions-League-Titel zu spielen, steht in den Sternen. Dennoch schloss Uli Hoeneß weitere Transfers aus. Vor allem im Abwehrbereich sieht der 57-Jährige keinen Grund zum Handeln - viel spekulierte Namen wie Rafinha, John Heitinga oder Kakhaber Kaladze werden diese Saison defintiv nicht mehr an die Isar wechseln. Die Verpflichtung eines teuren Verteidigers fände Hoeneß ohnehin "hirnrissig", wie er Donnerstagabend nach der Champions-League-Auslosung erklärte. "Fachleute wissen, dass wir hinten keinen Bedarf haben, sondern vorne", kommentierte der Bayern-Manager. Was die Fachwelt dazu sagt, ist nicht bekannt.
Update: Nach Informationen des 'Kicker' steht nach der Last-Minute-Verpflichtung von Arjen Robben der nächste Transferhammer des FC Bayern München an. Der Rekordmeister soll sich auf der Suche nach einem Rechtsverteidiger kurz vor Tranferschluss die Dienste von Rafinha gesichert haben. Der 23-Jährig hat aber eigentlich noch einen Vertrag bis 2011 bei Schalke 04. Die Königsblauen haben angeblich Liquiditätsprobleme und benötigen deswegen dringend das Geld aus dem Transfer.
Spox.de berichtet hingegen, dass der Mediendirektor des FC Bayern München, Markus Hörwick, die Kicker-Meldung umgehend dementiert hat: "Da ist nichts dran", heißt es auf der Internetseite von Spox.
Die Champions-League-Auslosung im Überblick:
Gruppe A
FC Bayern München, Juventus Turin, Girondinis Bordeaux, Maccabi Haifa
Gruppe B
Manchester United, ZSKA Moskau, Besiktas Istanbul, VfL Wolfsburg
Gruppe C
AC Mailand, Real Madrid, Olympique Marseille, FC Zürich
Gruppe D
FC Chelsea, FC Porto, Atlético Madrid, Apoel Nikosia
Gruppe E
FC Liverpool, Olympique Lyon, AC Florenz, DVSC Debrecen
Gruppe F
FC Barcelona, Inter Mailand, Dynamo Kiew, Rubin Kasan
Gruppe G
FC Sevilla, Glasgow Rangers, VfB Stuttgart, Unirea Urziceni
Gruppe H
FC Arsenal, AZ Alkmaar, Olympiakos Piräus, Standard Lüttich