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22.03.2009FARBLOSER SIEG

FC Bayern München gewinnt im Stil von Hertha BSC Berlin

Der FC Bayern München hat sein gestriges Spiel gegen den KSC ohne viel Glanz 1:0 gewonnen. Ein Tor von Jose Ernesto Sosa machte den wichtigen Sieg perfekt. Nun trennt den FC Bayern nur noch ein mageres Pünktchen vom Platz an der Sonne. Doch nach dem 3. Sieg in Folge ist nun erstmal eine zweiwöchige Verschnaufpause aufgrund der WM-Qualifikation angesagt.

Auch ohne Miroslav Klose und Luca Toni kann Bayern München Tore schießen. Doch noch viel bewundernswerter ist die Tatsache, dass die Bayern zum ersten Mal seit 20 Spielen wieder zu null gespielt hat. Schon vor Wochen hatte Altmeister Ottmar Hitzfeld eine stabilere Defensive bei den Münchnern gefordert, nun scheint ihn Trainer Jürgen Klinsmann beim Wort genommen zu haben.

Sosa trifft zum allerersten Mal

Mit Lukas Podolski als einziger Spitze vor einem dreifachen offensivem Mittelfeld bestehend aus Bastian Schweinsteiger, Franck Ribèry und Jose Ernesto Sosa begannen die Münchner flott. Doch schon nach einer Viertelstunde war die Luft raus. Zwar hatten die Münchner knapp 60 Prozent Ballbesitz, doch die Karlsruher ließen sich nicht locken, sondern hielten tapfer ihre Verteidigungsposition.

Ein genialer Pass von Ribèry ließ die Gäste-Defensive schließlich doch alt aussehen In der 34. Minute schwenkte der kleine Franse wie so oft in die Mitte, spitzelte den Ball perfekt in den Lauf von Sosa. Der kleine Argentinier, der schon seit zwei Jahren bei den Bayern spielt, aber selten aufläuft, traf zu seinem allerersten Treffer in der Bundesliga. Schon ach dem Spiel gegen Bochum hatte Manager Uli Hoeneß den ballfertigen Techniker als "Neuzugang" bezeichnet, nun bewies er seine aufsteigende Form. Mit seiner gestrigen Spielfreude dürften ihn die Bayern-Verantwortlichen auch über die Saison hinaus beschäftigen.

Karlsruhe plötzlich hellwach

Nach der Pause hatte sich das Blatt schnell gewendet. Die Karlsruher warteten nun nicht mehr in einer geschlossenen Zweierreihe auf die Münchner Angriffe, sondern attackierten früh. Auch den wieselflinken Ribèry bekamen sie nun dank einer konsequenten Doppelverteidigung besser in den Griff. Doch echte Großchancen sprangen nur selten heraus. Die beiden größten Möglichkeiten auf den Ausgleich verhinderte zweimal Michael Rensing im Bayern-Tor.

In der 57. Minute parierte der Schlussmann eine gefährliche Ecke mit einem ausgezeichnetem Fußreflex auf der Linie, nur 10 Minuten später hielt Rensing einen satten 30 Meter-Freistoß von da Silva. Nachdem der junge Schiedsrichter Winkmann die Partie nie wirklich in den Griff bekommen konnte - acht gelbe Karten in der 2. Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache - setzte es in der 90. Minute zwei weitere. Der nach vorne geeilte Miller schubste Rensing, der keineswegs zurückstecken wollte. Beide wurden verwarnt.

Bayern-Dusel im Stile von Hertha BSC Berlin ist zurück

Der folgende Eckball - Miller sprang immer noch im Münchner Strafraum herum - führte schließlich beinahe zum Ausgleich. Wie schon so oft bewies Rensing einmal mehr seine große Schwäche, die Strafraumbeherrschung und unterlief den Ball. Den folgenden Kopfball konnte Zè Roberto gerade noch auf der Linie entschärfen, der Nachschuss, ebenfalls per Kopf, landete zunächst an der Latte und anschließend im Aus.

Der Bayern-Dusel, und mit ihm die so wichtige Null an Gegentoren als Grundbedingung für die Meisterschaft, ist damit ausgerechnet in der entscheidenden Schlussphase der Liga scheinbar zurückgekehrt: „Wenn man Meister werden will, muss man diese Spiele gewinnen. Gerade solche, die nicht so besonders schön sind. Hertha BSC hat die letzten zehn Spiele alle so gewonnen", erklärte Hoeneß nach der Partie und reagierte auf die Pfiffe und die Unzufriedenheit der Fans mit dem knappen und glanzlosem Sieg.

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Auch Jürgen Klinsmann sah einen Pflichtsieg ohne viel Glanz, ganz im Stil des aktuellen Tabellenführers Hertha BSC Berlin: „Am allerwichtigsten waren für uns die drei Punkte. Es ist wichtig, dass wir jetzt bis auf einen Punkt ran sind an Berlin. Dass es eine Vorstellung war, die nicht optimal war, ist auch mal genehmigt. Wir haben heute so gewonnen wie die Hertha sieben oder acht Mal in dieser Saison - das darf sich die Mannschaft auch mal erlauben." Zumindest kann Bayern auf diese Art  Meister werden, wenn man Hitzfeld, Hoeneß und Klinsmann glaubt.



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