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FC Bayern München fliegt aus dem DFB-Pokal - und gibt sich gleichgültig

05.03.2009GESICHTSVERLUST OHNE KONSEQUENZEN

FC Bayern München fliegt aus dem DFB-Pokal - und gibt sich gleichgültig

Der FC Bayern München hat die Chance auf einen erneuten Triumph im DFB-Pokal verpasst. Das Team von Jürgen Klinsmann unterlag am gestrigen Mittwochabend Bayer Leverkusen verdient mit 2:4. Starke 20 Minuten am Ende reichten dem Titelverteidiger nicht aus, um die nach torloser erster Halbzeit auf 3:0 enteilte Werkself noch in die Verlängerung zu zwingen. Zwar verkürzten Lúcio und Klose mit einem Doppelschlag in der 72. und 74. Minute auf 2:3, Kießling konterte jedoch und machte den Sack zu.

Die angezeigten vier Minuten Nachspielzeit waren gerade erst begonnen, da stürmte Michael Rensing nach vorne. Es gab noch einmal Freistoß für den FC Bayern und der Bayern-Torwart wollte mithelfen, die Aufholjagd vorerst erfolgreich zu beenden, und mit seiner Mannschaft zumindest die Verlängerung zu erreichen. Doch auch dieser Versuch scheiterte und knapp zwei Minuten später waren alle Hoffnungen dahin. Kießling traf, der FC Bayern München war endgültig draußen. Der "Krisengipfel" - beide Teams konnten in der laufenden Bundesligarückrunde erst einen Sieg einfahren - hatte einen verdienten Sieger gefunden.

Die stark beginnende Bayer-Mannschaft erarbeitete sich vor 50.500 Zuschauern in der ausverkauften Düsseldorfer LTU-Arena gleich in der Anfangsphase einige Torchancen, ließ aber im Angriff zunächst die Effektivität vor dem Tor vermissen. Die Münchner gingen die Partie sehr verhalten an und kamen in der ersten Halbzeit nur zu einer einzigen echten Treffermöglichkeit, die Hamit Altintop an Towart René Adler jedoch vergab. Auf der anderen Seite konnten sie sich bei den Leverkusener Stürmern und Michael Rensing bedanken, dass sie mit dem 0:0 in die Pause gehen durften. In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild zunächst nicht, die Rheinländer bestimmten die Partie weiter. Mit einem entscheidenden Unterschied zu den ersten 45 Minuten: Der Mannschaft von Bruno Labbadia gelang es nun, ihr attraktives Spiel in Zählbares umzusetzen - Barnetta (54.), Vidal (60.) und Helmes (70.) setzten die Kontrapunkte der Partie. Der Rest war ein Anrennen der plötzlich und viel zu spät erwachten Bayern - das Ergebnis ist bekannt.

Dennoch zeigten sich die Verantwortlichen des Rekordmeisters und -pokalsiegers nach dem Spiel erneut ruhig und gelassen. Jürgen Klinsmann äußerte, dass es schade sei, nun nicht mehr im Pokal vertreten zu sein. Er betonte aber, dass es nichts bringe, nun auf die Mannschaft einzuschlagen. Man müsse das schlucken "und am Samstag in der Bundesliga reagieren." Uli Hoeneß bekräftigte die Ansicht seines Trainers. "Es wäre populär, die Mannschaft in Sack und Asche zu hauen, aber das tun wir nicht", sagte der Manager. Trotz allem dürfte die gestrige Niederlage Klinsmann nicht unbedingt gestärkt haben. Sowieso erscheint die momentane Zurückhaltung der Bayern-Bosse etwas merkwürdig, zumal Hoeneß und auch der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge sich in der Vergangenheit als weit weniger angenehme Vorgesetzte präsentierten, wenn es sportlich nicht so lief, wie sie sich das vorstellten.

Eine Erklärung dafür könnte sein, dass sie das "Projekt Klinsmann" mit aller Gewalt zumindest bis zum Saisonende durchziehen wollen. Klinsmann selber hat von Beginn an darauf verwiesen, dass es Zeit brauche, bis er sein Konzept voll umsetzen könne. Zeit, die es an der Säbener Straße normalerweise nicht gibt. Hier zählen Titel und Erfolge, sonst nichts. Klinsmanns Verpflichtung war bei vielen Experten auf Überraschung und Skepsis gestoßen. Hoeneß und Rummenigge gingen das Risiko mit dem als Vereinstrainer gänzlich unerfahrenen ehemaligen Teamchef der Nationalmannschaft dennoch ein. Eine Entlassung des Trainers wäre nun auch eine Niederlage für die Entscheidungsträger im Verein.

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Deshalb werden sie Klinsmann, zumindest solange man in der Champions League vertreten ist und auch in der Meisterschaft noch realistische Titelchancen hat, wohl weiterarbeiten lassen. Eine Saison ohne Titel, oder gar das Verpassen der Champions League wird Vorzeige-'Klinsi' sich aber nicht erlauben können. Er selber würde es wahrscheinlich schade finden. Und er würde es schlucken. Schließlich gibt es noch eine neue Saison, in der man reagieren kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich selber dann aber eher in "Sack und Asche" gehauen als auf der Trainerbank des FC Bayern wiederfindet, ist allerdings als nicht allzu gering einzuschätzen. Denn auch wenn Uli Hoeneß das mit den Spielern jetzt nicht tun will: Er kann das sowohl mit ihnen, als auch mit Trainern veranstalten. Das hat er in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen.

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