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FC Bayern München bringt Kritik an Klinsmann zum Verstummen

09.03.2009VERDIENTER SIEG GEGEN HANNOVER

FC Bayern München bringt Kritik an Klinsmann zum Verstummen

Der FC Bayern München hat mit einem deutlichen 5:1-Erfolg gegen Hannover 96 den Diskussionen um Trainer Jürgen Klinsmann vorerst Einhalt geboten. In dem vermeintlichen Schicksalsspiel mussten die Bayern zwar erneut einem Rückstand hinterherlaufen, wurden nach dem Gegentreffer aber nicht mehr gefordert und siegten letztlich auch in der Höhe verdient. In der Tabelle sind die Münchner auf Platz zwei vorgerückt - punkt- und torgleich mit Hoffenheim und vier Punkte hinter Spitzenreiter Hertha BSC.

Ein wirklicher Prüfstein war Hannover 96 am Samstag allerdings nicht. Zwar gingen die Niedersachsen in der 15. Minute völlig überraschend durch Jiri Stajner mit 1:0 in Führung, in der Folge unterließen sie jedoch sämtliche Aktionen, die den Job Klinsmanns hätten gefährden können. Bezeichnend hierfür waren die ersten beiden Tore der Bayern. Zwei Freistoßflanken von Schweinsteiger aus fast identischer Position, zwei Kopfbälle von van Buyten und Klose, zwei Tore (20., 25.). Leichter wurde es den Bayern in dieser Saison selten gemacht. Und sie legten nach, Altintop erhöhte noch vor der Pause auf 3:1 (34.), nach der Pause entschieden Podolski (73.) und Demichelis (89.) die Partie endgültig. Hannover bewies mit einer desolaten Abwehrleistung und einer de facto nicht vorhandenen Zuteilung bei Standardsituationen (4 Gegentore bekamen sie nach solchen) eindrucksvoll, warum es auswärts bisher erst einen einzigen Punkt holen konnte. Für den Rekordmeister war es der höchste Sieg in der laufenden Bundesligasaison.

"Totales Engagement" und "Feuer von der ersten Sekunde an" hatte Jürgen Klismann von seiner Mannschaft vor dem Spiel gefordert und er ist dieses Mal nicht enttäuscht worden. Seine Mannschaft begann druckvoll, ließ sich von dem zwischenzeitlichen Rückstand nicht beirren und siegte souverän. Klinsmann und Manager Uli Hoeneß ließen sich allerdings nicht vom deutlichen Ergebnis blenden und forderten, dass man nun nachlegen müsse. Auch die Spieler äußerten sich zurückhaltend: "Das war Hannover", erklärte Miroslav Klose vielsagend und auch Philipp Lahm ordnete den Sieg richtig ein: "Das war nicht mehr als ein Pflichtsieg." Mangelndem Respekt dem Gegner gegenüber sollte man den Bayern allerdings nicht vorwerfen. Schließlich haben die Hannoveraner zuvor 90 Minuten demonstriert, warum ein Sieg gegen sie als "Pflichtsieg" bezeichnet wird.

Nach dem Spiel äußerten sich die Verantwortlichen der Bayern angesichts der aktuellen Gesamtsituation eher verhalten. Auf die Frage, ob Klinsmann auch am 34. Spieltag auf der Trainerbank sitzen wird antwortete Manager Uli Hoeneß nach der Partie am Samstag: "Wir sagen jetzt gar nichts mehr. Wir schauen nur von Spiel zu Spiel, wir schauen, dass wir den Abstand nach oben kontinuierlich verkleinern". Eine Jobgarantie hört sich sicherlich anders an. Dennoch dürfte Jürgen Klinsmann nun erstmal wieder ein wenig Luft haben. Dass der Sieg ein für den Trainer sehr wichtiger war steht allerdings außer Frage. Torwart Michael Rensing sagte nach dem Spiel: "Ich bin froh, für ihn und für uns, dass wir gewonnen haben. Ich für meine Person stehe voll und ganz hinter dem Trainer." Ein Trainer, der sich um seinen Arbeitsplatz keine Sorgen machen muss, bekommt solche Dinge in der Regel nicht zu hören. Ebenso wenig werden Tore für ihn erzielt, wie es Daniel van Buyten - zuletzt im Clinch mit Klinsmann - am Samstag getan haben will.

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Mit dem Sieg gegen Hannover haben die Bayern einen ersten Schritt gemacht. Sie haben nun ein klein wenig Ruhe, allerdings dürfte diese maximal bis zur nächsten nicht gewonnenen Partie andauern. "Ob dies das Ende der Diskussionen war, das werden wir in den kommenden Wochen sehen", erklärte Michael Rensing. Die nächsten Wochen bringen in der Bundesliga Spiele in Bochum, gegen Karlsruhe und in Wolfsburg mit sich. Zunächst zwei Spiele, in denen Siege wohl wieder nur als "Pflichtsiege" bezeichnet werden, danach das Duell mit einem direkten Konkurrenten um einen Platz ganz vorne in der Tabelle.

Auch Wolfsburg hat, wie der FC Bayern, Hoffenheim und der Hamburger SV momentan 42 Punkte. In der Champions League dagegen kann man es am Dienstag gegen Sporting Lissabon nun erstmal etwas ruhiger angehen lassen. Nach dem 5:0 im Hinspiel in Portugal ist das Viertelfinale quasi erreicht. Für die Position des Trainers wäre ein überzeugender Sieg auf keinen Fall schädlich. Und Hinspielergebnis hin oder her - "Hannover" ist das am Dienstag auf keinen Fall.

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