Der FC Bayern München bleibt weiterhin ein heißer Anwärter auf den deutschen Meistertitel. Das Team von Trainer Jupp Heynckes besiegte Bayer Leverkusen am gestrigen Dienstagabend mit 3:0 (0:0). Mann des Spiels war Lukas Podolski. Der Nationalspieler bereitete die ersten beiden Tore vor und erzielte das dritte selbst. Alt-Meister Heynckes und sein Co Hermann Gerland haben Podolski in wenigen Tagen wieder aufgebaut – der zahlt`s plötzlich mit hervorragenden leistungen zurück.
Lukas Podolski scheint pünktlich zum Ende der Saison, nach der er den Verein verlassen wird, endgültig beim FC Bayern München angekommen zu sein. Auch im dritten Spiel unter Interimstrainer Jupp Heynckes konnte der 24-Jährige Stürmer überzeugen und war ein Garant für den etwas glücklichen, aber letztlich souveränen Sieg des Rekordmeisters. Podolskis beeindruckende Bilanz seit der Entlassung von Jürgen Klinsmann: Zwei Tore, vier Torvorlagen.
Dabei hätte die gestrige Partie beinahe einen ganz anderen Verlauf nehmen können. In der Anfangsphase beherrschten die Leverkusener das Spiel und hatten die besseren Torchancen, während der FC Bayern vor allem das Glück in Person des Schiedsrichters auf seiner Seite hatte. In der sechsten Minute übersah Thorsten Kinhöfer ein klares Foulspiel von Daniel van Buyten an Renato Augusto im Strafraum. Und zehn Minuten später wiederholte sich die Szenerie: Erneut war es Renato Augusto, dieses Mal wurde der Brasilianer von Martin Demichelis im Strafraum unsanft von den Beinen geholt. Und wieder blieb Kinhöfers Pfeiffe stumm, obwohl die Bayern nicht viel offensichtlicher um einen Elfmeter hätten betteln können.
Die Hausherren kam erst gegen Ende der ersten Halbzeit besser ins Spiel, konnte aber vor der Pause keine nennenswerten Akzente mehr setzen. So endeten die ersten 45 Minuten torlos. Und als die Mannschaften wieder aus der Kabine kamen entschieden die Bayern das Spiel. Ein einfacher, direkter Spielzug über Franck Ribery und Podolski reichte aus, um die Leverkusener Abwehr auszuspielen und den Ball zu Luca Toni zu befördern. Der Italiener traf die Kugel nicht richtig, aber irgendwie holperte das Leder zwischen den Gästespielern hindurch ins Tor. 1:0, der Bann war gebrochen. 32 Mal schon hatte der FC Bayern gegen Bayern 04 Leverkusen mit 1:0 geführt - 30 Mal endete die Partie mit einem Sieg.
Der Rest ist schnell erzählt. Leverkusen versuchte, den Druck zu erhöhen und wurde so anfällig für Konter. In nahezu perfekter Ausführung präsentierten die Bayern einen solchen Tempogegenstoß in der 59. Minute. Ribery mit Steilpass auf Podolski, der setzt von linksaußen erneut den Franzosen ein - 2:0. Die letzten Zweifel am Sieger der Partie waren verschwunden. Nun ging es allerdings noch um die Höhe des Ergebnisses. Zwar glaubt Manager Uli Hoeneß nicht daran, dass der neue deutsche Meister am Ende wegen des Torverhältnisses vorne stehen wird. Darauf verlassen sollten sich die Münchner allerdings nicht.
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In der 71. Minute stürmte Bastian Schweinsteiger gemeinsam mit Franck Ribery und Luca Toni auf das Tor von Bayer-Torwart Rene Adler zu. Schweinsteiger wartete lange auf der rechten Seite, ehe der den Ball in die Mitte spielte. Von hinten kam Lukas Podolski angerauscht. Und der krönte seine starke Leistung mit dem Tor zum 3:0. Ein Tor, das exemplarisch für die Wiederauferstehung des Lukas Podolski steht. Und vielleicht war es ja auch kein Zufall, dass dieser Treffer im Zusammenspiel mit seinem einstmals kongenialen Nationalmannschaftskollegen Bastian Schweinsteiger fiel. Später hatten die Bayern noch Chancen für weitere Tore, konnten das Ergebnis allerdings nicht mehr ausbauen. Damit liegt der Rekordmeister weiterhin wegen des um zwei Tore schlechteren Torverhältnisses hinter Spitzenreiter VfL Wolfsburg, der Borussia Dortmund ebenfalls mit 3:0 besiegte.
Die Leistungen unter Jupp Heynckes, in dessen Amtszeit die Bayern alle drei Spiele gewonnen haben, bewertete Lukas Podolski auch als Ergebnis der Arbeit des Interimstrainers: "Wir haben uns gut entwickelt, gut trainiert. Das sieht man jetzt auf dem Platz." Gut entwickelt hat sich vor allem Podolski persönlich. Heynckes ist der erste Bayern-Trainer, der ihm das Vertrauen gibt, das der Stürmer braucht. Die Zeit des maßlosen Drucks scheint vorbei zu sein. Gegen Leverkusen gab auch Miroslav Klose nach wochenlangem Ausfall sein Comeback und wirkte immerhin noch für fünf Minuten mit. Sollte Klose in dieser Saison noch einmal fit genug für die Startelf sein, dann hat auch Heynckes die Qual der Wahl im Angriff. An einem Lukas Podolski in der derzeitigen Verfassung wird aber kein Weg vorbei führen.