Der FC Bayern München muss im Bundesliga- und Champions League-Endspurt für sechs bis acht Wochen auf Miroslav Klose verzichten. Der Stürmer wurde am gestrigen Montag am Sprunggelenk operiert. Unterdessen stößt die Idee von Uli Hoeneß, die Rundfunkgebühren zugunsten des Fußballs zu erhöhen, weitestgehend auf Ablehnung - der Bayern-Manager selbst fühlt sich falsch verstanden.
Rund eine halbe Stunde war am vergangenen Samstag im Bochumer Ruhrstadion gespielt, da humpelte Miroslav Klose vom Platz und wurde gegen Jose Ernesto Sosa ausgetauscht. Der Nationalspieler war in ein Loch im Rasen getreten und bei der folgenden Untersuchung stellten die Vereinsärzte den Riss einer Sehnenführung im rechten Sprunggelenkt fest. Klose wurde noch gestern in der Schweiz operiert und fällt für die kommenden Wochen aus.
Prekär dürfte die Lage für den Rekordmeister werden, sollte auch Luca Toni weiter ausfallen. Der von Problemen an der Achilessehne geplagte Italiener soll heute wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, leidet aber immer noch unter Schmerzen. Ein Einsatz gegen den Karlsruher SC am kommenden Samstag scheint ungewiss. Uli Hoeneß sieht angesichts der bevorstehenden Rückkehr von Franck Ribery vorerst "kein Problem". Sosa könne als hängende Spitze gegen den Tabellenletzten auflaufen. "In einem Heimspiel gegen den Karlsruher SC werden wir auch so bestehen", gab sich der Manager optimistisch. Sollte Toni allerdings doch noch länger ausfallen, dann sieht Hoeneß vor allem in der Champions League Probleme auf die Bayern zukommen.
In der Öffentlichkeit war schon vor der Saison heiß diskutiert worden ob es richtig sei, mit nur drei Angreifern in die Saison zu gehen. Immerhin scheint der dritte Stürmer, Lukas Podolski, momentan in guter Form zu sein, so dass wenigstens noch ein starker Mann im Angriff zur Verfügung steht. Der zwischenzeitlich aus den USA ausgeliehene Landon Donovan hat seine Sachen längst wieder gepackt und ist in die Heimat zurückgekehrt, ihn haben die Verantwortlichen an der Säbener Straße für untauglich erklärt. Hoeneß ist allerdings nicht der Meinung, dass die Bayern bei der Wahl der passenden Stürmerzahl einen Fehler gemacht haben. Es sei "immer so eine Frage, ob du vier Torstürmer brauchst oder nur drei." Die Wahl fiel auf drei Stürmer und Hoeneß sagt er habe "lieber jetzt mal ein, zwei Wochen ein Problem als 34 Spieltage so ein Podolski-Theater hoch zwei".
Der Vorschlag von Uli Hoeneß, eine Art Zwangsabgabe für den Fußball einzuführen, stößt in weiten Teilen auf Ablehnung. Sowohl aus dem Fußball als auch aus der Politik und den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten kam Kritik an der Idee des Bayern-Managers auf. "Hoeneß weiß genau, dass das nicht umsetzbar ist", äußerte beispielsweise der Manager der TSG Hoffenheim, Jan Schindelmeister. Vielleicht habe Hoeneß das aber auch nicht ganz ernst gemeint, so Schindelmeister weiter. Als "unrealistisch", "völlig überzogen" und "irrwitzig" bezeichnete der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert (SPD), Hoeneß Idee. Der Sportkoordinator der ARD, Axel Balkausky glaubt nicht, "dass die öffentlich-rechtlichen Sender dafür da sind, Fußball zu finanzieren." Eine Umfrage auf 'BILD.de' ergab bis gestern Abend übrigens eine deutliche Mehrheit von 67 Prozent gegen die Hoeneß-Pläne.
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Als "Sauerei" bezeichnet dagegen der Kritisierte selbst die Berichterstattung in den Medien über seinen in einem Interview mit der 'Wirtschaftswoche' geäußerten Vorschlag. Er habe nichts gefordert, sondern gesagt, dass es ein Traum wäre, wenn die Leute flächendeckend mehr oder weniger kostenlos Fußball schauen könnten. Er wolle die Fußballfans nicht schröpfen, sondern sie entlasten. Für das, was es seiner Ansicht nach für zwei oder drei Euro geben kann müsste man momentan zwanzig Euro bezahlen. Und wer nicht zahlen wolle, der müsse dies auch nicht tun, schlägt Hoeneß mit Blick auf die Fußball-Desinteressierten vor. "Dann sollen halt zehn Millionen in Deutschland sagen: 'Nein, ich nicht.' Aber zwei Drittel interessieren sich für Fußball - und dieser Rest zahlt eben drei Euro." Als Alternative sehen Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge, nur eine Lösung: Eine weitere Verlagerung der Bundesligaberichterstattung vom frei empfangbaren ins Bezahlfernsehen. (stk)
Klaus Ryzek (18.03.2009 19:57)soli euro
Hallo Herr Hoeneß,
ich interessiere mich überhaupt nicht für Fußball und schaue mir auch keine Spiele live an. Warum sollte ich € zahlen.
Geht es den Vereinen und ihren Managern wirklich so schlecht?
Schauen sie sich doch mal aufmerksam im Spiegel an. Ich glaube, sie müssen zu dem Schluß kommen, das es Ihnen doch wirklich nicht schlecht geht!
mfg KR