In den Wechsel-Poker um Weltmeister Luca Toni kommt beim FC Bayern München Bewegung. Während Manager Christian Nerlinger im Zeitungsinterview offen mit einem Wechsel kokettiert, erachten italienische Sportmedien den Transfer zu Inter Mailand bereits als sicher.
Kein Gerede um den heißen Brei: Manager Christian Nerlinger vom FC Bayern München (36) hat den Abgang von Star-Knipser Luca Toni (32) zur Winterpause klar in Aussicht gestellt.
In den vergangenen Wochen war es zum Zerwürfnis zwischen dem Torgaranten und Trainer Louis van Gaal (58) gekommen, nachdem Toni nach einer Auswechslung frustriert aus dem Stadion gestürmt war und anschließend gegenüber italienischen Medien sein Verhältnis zu dem Niederländer als zerrüttet beschrieben hatte.
Nerlinger stellte diesen Sachverhalt nun im Gespräch mit der 'Bild'-Zeitung als gegeben hin, lehnte sich aber zu den Transferperspektiven nicht allzu sehr aus dem Fenster. Im Wortlaut zitiert in das Boulevardblatt wie folgt: "Es wird vermutlich keine Liebesbeziehung mehr zwischen Toni und van Gaal. Man muss jetzt abwarten, was im Winter passiert."
In Italien gilt es derweil in den größten Sportmedien als ausgemachte Sache, dass der Weltmeister zu Inter Mailand wechselt. Auf einen solchen Wechsel scheint zumindest der Mailänder Club ganz erpicht zu sein, wie die Inter-nahe Zeitung 'Gazzetta dello Sport' immer wieder betont. Am heutigen Dienstag bekräftigte die rosafarbene Tageszeitung, Inter suche händeringend nach Stürmern für direkt nach der Winterpause. Dann wird nämlich Samuel Eto'o zehn Wochen lang auf dem Afrika-Cup zugegen sein, und dem amtierenden italienischen Meister nicht dienen können.
Luca Toni selbst will den Knoten wohl kurzfristig lösen, was auch an seinen Ambitionen in puncto Südafrika liegen dürfte. Die 'Gazzetta' zitiert ihn mit der folgenden Aussage: "In zehn Tagen werde ich über meine Zukunft entscheiden", gefallen am Rande des Mannschaftstrainings in Bozen.
Der 'Corriere dello Sport' gibt sich indessen ebenfalls wohl informiert und behauptet, Toni und sein Agent Tullio Tinti stünden mittlerweile täglich miteinander in Kontakt. Während vor allem auch AS Rom an dem Stürmer Interesse zeige, sei für Mitte dieser Woche eine entscheidende Kontaktaufnahme zwischen Tinti und dem FC Bayern München vorgesehen. Nerlinger selbst hatte die eigene Bereitschaft, Toni abzugeben, dem Blatt zufolge noch heruntergespielt: "Ich kommentiere keine Transfergerüchte, auch weil italienische Journalisten manchmal ein wenig phantasievoll berichten."
Der 'Gazzetta' zufolge soll zwischen Inter Mailand und FC Bayern ein Wechsel auf Leihbasis anvisiert sein. Wichtig sei den Münchnern, nicht auf dem hohen Gehalt Tonis sitzen zu bleiben. Inter wolle sich hingegen, falls das Experiment erfolgreich verläuft, gegen Saisonende ein Zugriffsrecht zum Spottpreis sichern.
Über allem schwebt indessen nach wie vor das vor zehn Tagen von 'Europolitan.de' in Mailänder Vereinskreisen kursierende Gerücht, demzufolge Inter vorprischt, um den Deal des Winters zu vereiteln: Einen Diego/Toni-Tausch zwischen Juventus Turin und FC Bayern, plus 20 Millionen Euro Cash für die Piemonteser. Während sich die Turiner nach wie vor um den zuletzt leidgeplagten Trainer Ciro Ferrara (42) scharen, wird die Luft um die Star-Brasilianer Melo und Diego immer dünner.
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Diego und sein Verein beteuern im Augenblick zwar die feste Absicht, den weiteren Weg in Richtung Saison-Comeback gemeinsam zu begehen. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass die von Finanzknappheit geplagten Juve-Entscheider bei einem millionenschweren Angebot aus München schwach würden. Dem FC Bayern München jedenfalls stünde ein Mittelfeld-Regisseur Diego hinter oder zwischen Arjen Robben und Franck Ribery gut zu Gesicht - auch wenn der Ex-Bremer in dieser Saison in der Champions League nicht mehr antreten dürfte.