Der FC Bayern München steht zu Beginn des Bundesliga-Endspurts am Samstag beim Abstiegskandidaten DSC Arminia Bielefeld gewaltig unter Druck. Auch Jürgen Klinsmann kann sich einen weiteren Patzer seiner Mannschaft nicht erlauben. Rückendeckung bekommt der Trainer nun vom verletzten Stürmer Miroslav Klose.
Drei Punkte beträgt der Rückstand in der Bundesliga auf Spitzenreiter VfL Wolfsburg, im DFB-Pokal und in der Champions League war jeweils das Viertelfinale Endstation - sollte der Rekordmeister am Samstag Nachmittag auf der Bielefelder Alm verlieren und die Wolfsburger zeitgleich gegen Bayer Leverkusen gewinnen, so wäre dies wohl fast schon das vorzeitige Ende sämtlicher Titelträume der erfolgsverwöhnten Münchner in dieser Saison. Ob sich Trainer Jürgen Klinsmann weiterhin in seinem Amt würde halten können ist zumindest fraglich.
Doch an der Säbener Straße beschäftigt man sich nicht mit Niederlagen in Bielefeld, sondern mit dem einzig noch erreichbaren Titel in der laufenden Spielzeit. "Ziel ist es, die Schale im Trikot in der Hand zu halten", gab der verletzte Stürmer Miroslav die Parole für die letzte Saisonphase aus. Damit ist sowohl die Zielsetzung für die Mannschaft, als auch seine ganz persönliche gemeint: "Im Trikot" möchte er die Schale in der Hand halten. Der Nationalspieler zeigt sich hoffnungsvoll, noch in dieser Saison wieder ins Geschehen eingreifen zu können. In rund drei Wochen möchte Klose nach einer Sprunggelenksverletzung wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und spätestens am letzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart wieder einsatzbereit sein.
Seinem zuletzt heftig kritisierten Trainer Jürgen Klinsmann gab Klose derweil Rückendeckung: "Wir wissen alle, dass er einen sehr guten Job macht. Nun sollten wir uns nach dem Champions-League-Aus auf das Wesentliche konzentrieren und das ist die Meisterschaft. Dort haben wir sieben Endspiele", fordert der Top-Scorer der Bayern ein Ende der Trainer-Debatte und die volle Konzentration auf die verbleibenden sieben Spiele.
Das erste steht nun also am Samstag um 15.30 Uhr bei Arminia Bielefeld an. Die Ostwestfalen stehen vor der Partie auf der ausverkauften Alm ebenfalls mächtig unter Druck: Nach der Niederlage bei Energie Cottbus am vergangenen Wochenende beträgt der Vorsprung des derzeitigen Tabellen-15. auf Platz 17 nur einen Punkt. Zuletzt hat die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck drei Spiele in Folge verloren. Insgesamt konnte der DSC mit nur vier Siegen die wenigsten aller Bundesligamannschaften erringen. Dass die Anzahl der Niederlagen mit elf dagegen nur um drei höher als die der Spitzenmannschaften aus Stuttgart und Hamburg ist, kann auch kein Trost sein, wenn am Ende dennoch die Punkte fehlen.
Verwandte Artikel
- CHAMPIONS LEAGUE IST GESCHICHTE - FC Bayern München ausgeschieden - Fans fordern lautstark 'Klinsmann raus!'
- KATALENEN MACHEN KURZEN PROZESS - FC Bayern München chancenlos in Barcelona: "Katastrophe" oder "Demütigung"?
- PLEITE GEGEN WERKSELF - FC Bayern München von VfL Wolfsburg gedemütigt - Klinsmann wird unbequem
Dem ehemaligen Profi Frontzeck ist es daher angesichts der prekären Gesamtsituation auch ziemlich egal, dass der Gegner am Samstag der FC Bayern ist. "Für uns ist jedes Spiel eine Herausforderung", so Frontzeck, der am Samstag wohl auf Nico Herzig und Jonas Kamper verzichten muss. Der Däne Kamper war es übrigens, der vor zwei Jahren den Siegtreffer gegen den FC Bayern auf der Alm erzielte. Es war der bislang letzte von insgesamt nur vier Siegen in 16 Heimspielen gegen den Rekordmeister. (mso)