Nachdem Louis van Gaal, Trainer des FC Bayern München, seinen Star-Stürmer Luca Toni am vergangenen Samstag im Spiel gegen Schalke 04 zur Pause hin auswechselte, verließ dieser noch vor Ende der Partie das Stadion.
Die Negativschlagzeilen beim FC Bayern München reißen nicht ab. Der deutsche Rekordmeister muss sich wegen mangelnder spielerischer Erfolge diese Saison harsche Kritik gefallen lassen. Nun jedoch macht das Star-Ensemble auch durch Widerstand in den Reihen der eigenen Spieler auf sich aufmerksam. So verließ der früh ausgewechselte, einstige Torgarant Luca Toni (32) am Samstag bereits um 16.44 Uhr fluchtartig das Stadion - noch bevor seine Kollegen die Partie zu Ende gespielt hatten.
Allerdings schießt das Management bereits scharf zurück: Das sich unerlaubte Entfernen Luca Tonis aus dem Stadion wertete der Verein als "unakzeptable Disziplinlosigkeit". Um schlimmeren Folgen vorzubeugen entschuldigte sich der Italiener indessen bereits.
Marta Cecchetto
Auch gab es am gestrigen Sonntagmorgen bereits ein klärendes Gespräch zwischen Toni und Louis van Gaal. Der als Dollmetscher anwesende Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge resümierte die Unterredung so: "Luca hat die Größe besesse, sich beim Verein und der Mannschaft zu entschuldigen."
Allerdings trifft das Verhalten des amtierenden Weltmeisters auch bei den Teamkollegen auf Unverständnis. Bayern-Kapitän Mark van Bommel äußerte sich besorgt: "Das ist nicht gut, wenn ein Spieler früher geht. Er ist natürlich enttäuscht, aber er muss bei der Mannschaft bleiben. Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen und wir spielen zusammen unentschieden."
Auch Niederländer Daniel van Buyten betonte: "Wir müssen jetzt für den FC Bayern zusammenhalten, nur so werden wir wieder nach oben kommen. Wenn jeder seinen eigenen Weg geht, wird es schwierig sein."
Bereits vor drei Wochen hatte Luca Toni dem FC Bayern München vor den Bug geschossen - indem er gegenüber der 'Bild'-Zeitung unverhohlen mit seinem Weggang zur Winterpause drohte: "Wenn es bei Bayern für mich nicht mehr weiter geht, muss ich nachdenken, welche Alternativen es gibt."
Erst kürzlich hatte es wieder Spekulationen, dass der Star-Stürmer den bayerischen Club verlassen möchte. Einem Medienbericht zufolge soll der Knipser nämlich die Begehrlichkeiten des VfB Stuttgart geweckt haben. Die Schwaben haben derzeit eine prall gefüllte Kriegskasse und müssen unbedingt die von Mario Gomez vorne gerissene Lücke wieder schließen.
VfB-Präsident Erwin Staudt fachte gegenüber den 'Stuttgarter Nachrichten' die Spekulationen weiter an, indem er erklärte: "Wie es im Moment aussieht, wird ein neuer Stürmer eine ganz wichtige Personalie sein". Luca Toni war bereits diesen Sommer beim VfB Stuttgart im Gespräch gewesen, als Mario Gomez von dem Neckar an die Isar wechselte. Das hohe Gehalt des amtierenden Weltmeisters (geschätzte 10,5 Millionen Euro) ließ die finanzbewußten Schwaben jedoch zögern. Stattdessen holte Sportdirektor Horst Heldt Pawel Pogrebnjak für 4,8 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg, der bislang jedoch nicht die erwartete Leistung bringen konnte.
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Ist der italienische Stürmer also wieder im Rennen? VfB-Trainer Markus Babbel reagierte kürzlich gegenüber 'Bild' (noch) zurückhaltend: "Einen Torjäger wie Toni kann jede Mannschaft gebrauchen. Aber im Moment ist ein Transfer nicht so realistisch." Möglich wäre er dennoch - Stuttgart hat keine Schulden und für Gomez sowie für die Qualifikation in der Champions League hohe Summen erhalten.