Da hat der FC Bayern München einen Tag vor der Jahreshauptversammlung doch noch ein paar positive Nachrichten zu vermelden: Der Autohersteller Audi beteiligt sich mit 9,09 Prozent an der FC Bayern München AG, die Website des Vereins ist im Oktober die meistbesuchte Homepage eines deutschen Fußballclubs und natürlich – es gibt wieder Chancen auf das Achtelfinale in der Champions League.
Nach den zahllosen Negativschlagzeilen des Rekordmeisters kann man es kaum glauben. Deutet sich hier eine Trendwende für den zuletzt glücklosen Münchener Verein an? Die erste gute Nachricht ist der Einstieg des Sponsors Audi in die FC Bayern München AG. Zwischen März 2010 und spätestens Juli 2011 will der Autobauer in drei Schritten 9,09 Prozent des Aktienanteils aufkaufen. Der Gesamtwert beläuft sich auf schlappe 90 Millionen Euro. Dieser Vertrag lässt die Kassen klingeln und ist eine der letzten Amtshandlungen des scheidenden Managers Uli Hoeneß.
Auch der Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler bestätigte diese Informationen und warb für die Zusammenarbeit: "Mit der direkten finanziellen Beteiligung an der FC Bayern München AG sind jetzt zwei erfolgreiche Premiummarken noch enger am Ball." Es gäbe Pläne, die die globale Präsenz beider Marken stärken sollen, unter anderem auch in Form von Nachwuchsförderung in weltweit organisierten Fußballschulen. Ein erstes, gemeinsames Projekt ist dem ´Donaukurier´ zufolge auch die Berufung Rupert Stadlers in den Aufsichtsrat des Fußballclubs.
Der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Ich bin sicher, dass sich uns mit dieser Partnerschaft auch global viele neue Möglichkeiten eröffnen. Ich denke zum Beispiel an den asiatischen Markt, in dem Audi bereits sehr stark vertreten ist."
Der Ingolstädter Konzern hatte zuvor bereits einen Sponsorenvertrag mit dem Verein an der Säbener Straße abgeschlossen. Die finanziellen Zuwendungen und Sachleistungen im Rahmen des Sponsorenvertrags belaufen sich Berichten zufolge auf ca. 10 Millionen Euro jährlich, der Vertrag läuft bis 2019. Zusammen mit dem Aktienkauf ergeben sich also Investitionen von Audi in Höhe von ca. 200 Millionen Euro - die natürlich willkommen sind zur Tilgung des Kredits für die Allianz-Arena. Audi ist jetzt nach dem Sportartikelanbieter Adidas, der 10 Prozent der Anteile hält, zweiter Hauptaktionär beim FC Bayern.
Eine weitere gute Nachricht für den Fußballclub ist sicherlich, dass das Interesse der Fans auch trotz der jüngsten Negativschlagzeilen nicht nachlässt. Nachdem es zuvor Probleme mit der Messung der Besucherzahlen auf der Homepage gab, wurden diese jetzt durch ein neues Feature behoben. Es werden eindeutige Zahlen ermittelt und die können sich sehen lassen: 360.000 Unique Visitors im Monat Oktober. Damit ist der Münchener Verein klar die Nummer eins, Borussia Dortmund und Schalke 04 folgen in großzügigem Abstand.
Und last, but not least haben die Bayern gestern in der Champions League gegen Maccabi Haifa gewonnen. Nach vier sieglosen Spielen endlich wieder ein Erfolg! Auch wenn der Gegner Maccabi Haifa nicht gerade zu den Größen des Weltfußballs gehört und die Bayern auch nicht unbedingt Sternstunden der Sportart präsentiert haben, die Chance auf das Achtelfinale haben sie sich wieder erkämpft. Wenn auch dank der Schützenhilfe von Girondins Bordeaux: Hätten diese nicht gegen Juventus Turin gewonnen (2:0), so wäre der FCB bereits aus der Champions League ausgeschieden.
Der bislang erfolglose Trainer Louis van Gaal, der vor dem Spiel unter besonderem Druck gestanden hatte, kommentierte die eher mäßige Partie übrigens nahezu euphorisch: "Ich habe ein sehr gutes Spiel gesehen. Wir haben viele Chancen erarbeitet, aber nur ein Tor geschossen. Wir haben die Ordnung bis zum Ende behalten. Ich denke, dass war eines unserer besten Spiele."
Die Entscheidung findet nun am 08. Dezember in Turin statt. Und da bis dahin die verletzten, ´kreativen´ Fußballer Franck Ribéry und Arjen Robben wieder auf dem Platz stehen dürften, gibt sich der Coach weiterhin optimistisch: "Meiner Meinung nach stehen die Chancen 50:50".
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Auch Uli Hoeneß kündigt Kampfgeist an: "Jetzt haben wir das Finale in Turin. Es ist gut, dass die Mannschaft von Anfang an weiß, dass sie auf Sieg spielen muss. Es wird nur eine Richtung geben, und zwar volle Power Richtung Juventus-Tor".