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Mario Gomez bekommt von Joachim Löw nochmal eine Chance

27.04.2009

FC Bayern München: Gehen Toni und Ribèry nach dem Gomez-Deal?

Während der FC Bayern München die Personalie Mario Gomez geklärt und den Nationalstürmer, für 30 Millionen Euro zur kommenden Saison verpflichtet hat, steht die Zukunft von Franck Ribéry weiter in den Sternen. Der Franzose wird von Real Madrid und Manchester United umworben - und könnte den Bayern eine Ablösesumme von rund 70 Millionen Euro in die Kasse spülen. Auch Luca Toni könnte nach dem Gomez-Deal und der erstarkten Sturmkonkurrenz einen Abgang machen.

Am gestrigen Dienstag ist die Entscheidung endgültig gefallen: Mario Gomez wechselt zum 1. Juli zum FC Bayern München. Der 23-Jährige hat sich trotz verschiedener Angebote aus dem Ausland für ein Engagement beim deutschen Rekordmeister entschieden. "Ich habe keinen Grund und habe auch keine Lust gehabt, ins Ausland zu gehen", erklärte Gomez. Vom seinem neuen Arbeitgeber schwärmt der Stürmer: "Das ist ein gut geführter Klub, mit dem ich viel gewinnen will - national und international. Ich will in meiner Karriere den nächsten Schritt machen."

Die Ablösesumme für Gomez soll rund 30 Millionen Euro betragen. Der Noch-Stuttgarter, der derzeit mit der Nationalmannschaft in Asien weilt, ist damit der teuerste Spieler der Bundesligageschichte und nach Anatolij Timoschtschuk von Zenit St.Petersburg, für den 11 Millionen Euro fällig werden, der zweite kostspielige Transfer des FC Bayern zur neuen Saison. Ivica Olic (Hamburger SV), Alexander Baumjohann (Borussia Mönchengladbach) und Andreas Görlitz (ausgeliehen an den Karlsruher SC) wechseln ablösefrei in die bayerische Landeshauptstadt.

Unwahrscheinlich ist allerdings, dass Gomez der letzte Transfer bis zum Beginn der Spielzeit 2009/10 bleibt. "Ich gehe davon aus, dass wir schon noch den einen oder anderen Transfer tätigen", erklärte Karl-Heinz Rummenigge gegenüber dem Radiosender 'B5 Aktuell'. Der Vorstandschef der Bayern glaube allerdings nicht, "dass wir eine ganz große Offensive machen müssen, wir haben eine gute Mannschaft." Offenkundig ist jedoch, dass die Bayern zumindest noch einen Spieler für die rechte Abwehrseite - im Gespräch ist der Kroate Darijo Srna von Uefa Cup-Sieger Schachtjor Donezk - und einen Torwart suchen.

Und in der Torwatfrage haben sich die Münchner bereits eindeutig positioniert. "Es gibt nur einen Torhüter, der uns derzeit interessiert. Das ist Manuel Neuer. Wir haben Schalke über unser Interesse informiert", zitiert die 'Sport-Bild' Bayern-Manager Uli Hoeneß. Die informierten Schalker wollen Neuer allerdings nicht gehen lassen. "Manuel ist ein Super-Torwart. Wir brauchen ihn selbst", schloss der neue Trainer und Manager der Schalker, Felix Magath, einen Wechsel des gebürtigen Gelsenkircheners aus.

Der wiederum sagt, er denke, "auf jeden Fall bei Schalke" zu bleiben. Die 'Süddeutsche Zeitung' berichtet allerdings, dass sich sein Verein schon bei Eintracht Frankfurt nach Ralf Fährmann erkundigt habe. Der spielt zwar derzeit noch auf Schalke, steht aber ab der kommenden Saison bei der Eintracht unter Vertrag, weil er sich gegen Neuer nicht durchsetzen konnte.

Dies kann als Indiz dafür gewertet werden, dass man auf Schalke - finanziell nicht auf Rosen gebettet und nicht für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert - einen Wechsel von Neuer doch nicht so kategorisch ausschließt, wie es derzeit scheint. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass aus einer strikten Ablehnung plötzlich doch eine Zustimmung wird. Wenn der Preis stimmt.

In ganz anderen Dimensionen dürfte sich die Preisfrage gestalten, sollte es wirklich zu einem Wechsel von Franck Ribery kommen. Vorteil für die Bayern: In dem Fall flösse das Geld nicht von ihrem, sondern auf ihr Konto. Als Interessenten gelten Real Madrid und Manchester United. Entscheidend könnte hier sein, ob ein Wechsel von ManU-Superstar Cristiano Ronaldo zu Real zustande kommt. Zinedine Zidane, Berater des spanischen Rekordmeisters, spricht sich allerdings für einen Wechsel von Ribery nach Madrid aus.

"Cristiano Ronaldo ist ein großartiger Spieler. Aber wenn man mich fragt, wen ich bevorzuge, ist die Sache klar: Ribery", so der ehemals beste Fußballer der Welt. Aber auch ein weiterer Franzose lobt Ribery in den höchsten Tönen. Dieser ist aber nicht als Berater in Spanien, sondern als aktiver Spieler in England tätig. "Es ist klar, dass ein Typ wie Ribery die ideale Lösung für United wäre, wenn Cristiano geht. Natürlich spreche ich mit Franck darüber und sage ihm, er soll zu uns kommen", äußerte sich ManU-Verteidiger Patrice Evra zu einem möglichen Wechsel von Ronaldo und einer folgenden Verpflichtung von Ribery.

Und was sagen die Bayern? Sie bräuchten einen "Geldscheißer", hatte Uli Hoeneß am Montag im 'Blickpunkt Sport' für den Fall erklärt, dass Gomez kommt und Ribery gehalten werden soll. Kurze Zeit später war der Gomez-Transfer unter Dach und Fach. Ein Geldscheißer ist an der Säbener Straße seit dem nicht gesichtet worden. Karl-Heinz Rummenigge hat allerdings angekündigt, dass man Ribery nicht aus seinem bis 2011 laufenden Vertrag heraus lasse. Auch hier ist allerdings keineswegs gewisse, ob es nicht vor allem darum geht, die Ablösesumme in die Höhe zu treiben.

Uli Hoeneß hat auf jeden Fall schon mal angekündigt, dass sich die Bayern nicht mit kleinen Summen zufrieden geben werden. "Bei 40, 50 Millionen, da nehmen wir nicht mal den Telefonhörer ab." Das klingt nur einerseits nach telepathischen Fähigkeiten der Vereinsführung, die Gesprächsinhalte schon vor dem Telefonat zu kennen scheint. Andererseits kann daraus allerdings geschlossen werden, dass man sich höhere Summen durchaus anhören wird.

70 Millionen stehen bislang spekulativ im Raum. Unwahrscheinlich ist, dass sich die Bayern diese Zahl zwar anhören, aber danach direkt wieder auflegen werden. Zumal ja auch noch Wesley Sneijder kommen soll. Der 24-Jährige Holländer sei einer, "der Louis van Gaal gefällt und uns auch", erklärte Hoeneß. Praktischerweise spielt Sneijder bei Real Madrid, so dass sich sein Wechsel vielleicht mit dem möglichen Ribery-Transfer verrechnen ließe.

Karl-Heinz Rummenigge kündigte allerdings an, sich vorerst nicht zurückhalten zu wollen: "Nächste Woche wird Louis van Gaal nach München kommen und wir werden die Dinge konkret besprechen." Die Gerüchteküche wird allerdings weiter brodeln. Wie immer, wenn der FC Bayern auf Einkaufstour ist. Und sollte in den kommenden Tagen wirklich ein Wechsel wie der von Cristiano Ronaldo zu Real Madrid bekannt gegeben werden, dann wird das möglicherweise einen Dominoeffekt haben und eine Menge weiterer Wechsel zur Folge haben.

Schon der Gomez-Wechsel könnte einen Domino-Effekt auslösen, denn auch die Zukunft von Luca Toni ist noch nicht sicher. Für die nächste Saison stehen mit Ivica Olic, Miroslav Klose und Mario Gomez bereits jetzt drei Topstürmer im Aufgebot des FC Bayern München. Zudem soll der Nachwuchsspieler Thomas Müller in den Profi-Kader aufrücken und dort eine Chance bekommen. Auch wenn Hoeneß erklärte, er wolle „keinen Druck" auf die Stürmer ausüben, ist in der kommenden Saison wohl einer zu viel im Boot, nachdem die Bayern-Offensive zuletzt auf drei Stürmer zusammengeschrumpft war.

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