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FC Bayern München setzt gegen den FC Getafe auf klaren Heimsieg

06.03.2009AUCH HITZFELD URTEILT STRENG

FC Bayern München: Fans schießen sich auf Jürgen Klinsmann ein

Nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal gegen Bayer 04 Leverkusen steht Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann im Zentrum der Kritik. Aus dem Gästeblock in der Düsseldorfer LTU-Arena waren die "Klinsi raus"-Rufe deutlich zu vernehmen. Und auch Ottmar Hitzfeld, Vorgänger des Schwaben auf der Trainerbank des FCB, kommentierte das Spiel mit deutlichen Worten. Am morgigen Samstag ist nun Hannover 96 zu Gast in der Allianz-Arena. Eine erneute Niederlage würde die Position Klinsmanns sicherlich nicht stärken.

Abwehr, Mittelfeld, Sturm. Die gesamte Mannschaft stand im Fokus der Kritk Hitzfelds. Meister werde man nur, wenn man weniger Gegentore kassiere, meinte der Schweizer Nationaltrainer. Unter seiner Regie hatten die Bayern in der vergangenen Saison mit 21 Gegentoren einen Bundesliga-Rekord aufgestellt. In 34 Spieltagen, versteht sich. Nach bisher 22 Partien in der laufenden Spielzeit musste der neue Stammtorwart Michael Rensing bereits 30 Mal hinter sich greifen. Am Mittelfeld kritisierte Hitzfeld besonders das schlechte Zweikampfverhalten, im Sturm sah er keinerlei Durschlagskraft in der ersten Halbzeit. Die Ursachen sieht der "General", wie er zu seiner Zeit an der Säbener Straße genannt wurde, aber auch in den Entscheidungen Klinsmanns. Sein Nachfolger hätte Miroslav Klose schon früher einen zweiten Stürmer zur Seite stellen müssen, außerdem fehlt Zé Roberto im Mittelfeld, wenn er als Linksverteidiger aushelfen muss, befindet Hitzfeld. Der Premiere-Experte hält die Leistung am Mittwoch für "diskussionswürdig" und sprach von einer "Blamage".

Jürgen Klinsmanns Situation sieht er auf Grund der bisherigen Ergebnisse in der Champions League allerdings nicht akut gefährdet. "Aber man muss natürlich jetzt in der Meisterschaft nachlegen. Sonst kann auch der Vorstand nervös werden", sagte Bayerns Ex-Trainer, der mit den 'Roten' unter anderem fünf deutsche Meistertitel und die Champions League gewonnen hat. Die üblichen Mechanismen des Geschäftes sind wohl auch Klinsmann bekannt: "Natürlich halte ich den Kopf hin. In München werden die höchsten Ansprüche gestellt. Dem muss man sich stellen. Das tue ich auch." Die Ansprüche, die gestellt werden, erfüllt seine Mannschaft in dieser Saison bisher nur auf internationalem Parkett, auf nationaler Ebene sieht es mit Platz fünf in der Meisterschaft und nach dem Ausscheiden im Pokal eher düster aus.

Ein wenig Ruhe kann den Bayern wohl nur ein souveräner Sieg am Samstag gegen Hannover bringen. Sollte der Rekordmeister verlieren droht der Absturz auf Rang sieben, falls Leverkusen (gegen Bochum) und Stuttgart (je nach Höhe der Bayern-Niederlage recht deutlich gegen Dortmund) ihre Heimspiele gewinnen. Hoffnung kann der Rekordmeister sich auf die Rückkehr von Philipp Lahm und Luca Toni in die Startformation machen. Auf diese Weise könnten zwei der Kritikpunkte Hitzfelds behoben werden: Bei einem Auflaufen Lahms könnte Zé Roberto wieder seine Position im Mittelfeld beziehen, Luca Toni wäre der geforderte zweite Stürmer neben Klose. Gefährdet ist dagegen der Einsatz von Franck Ribéry, Tim Borowski und Bastian Schweinsteiger. Alle drei erlitten beim Pokalaus in Düsseldorf Prellungen. Mediendirektor Hörwick ging allerdings gestern davon aus, dass alle drei am Samstag einsatzbereit sein werden.

Hinsichtlich der beiden nächsten Aufgaben der Bayern muss man sich auch über eines klar werden: Sie sind auf dem Papier sehr einfach, bieten aber auch großes Blamage-Potential. Hannover 96 kommt als Tabellen-12. und mit der eher mäßig furchteinflößenden Bilanz von einem einzigen gewonnen Auswärtspunkt (nicht -spiel!) nach Fröttmaning. Ein einfacher Sieg wäre als nichts weiter als ganz normal. Daher muss ein wirklich überzeugender Auftritt und ein deutliches Ergebnis her. An einem Weiterkommen in der Champions League am kommenden Dienstag zweifelt nach dem 5:0-Hinspielerfolg bei Sporting Lissabon sowieso niemand.

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Das Hinspielergebnis hat den Vorteil, dass Klinsmann nach menschlichem Ermessen kein Ausscheiden zu befürchten hat - andererseits ist ein quasi schon vor der Partie feststehender Einzug ins Viertelfinale auch nicht dazu geeignet, ihm sonderlich den Rücken zu stärken. Der Bonus, den Klinsmann vielleicht durch das Hinspiel erlangt hatte, ist durch die folgenden Auftritte in Bremen (0:0) und Düsseldorf längst aufgebraucht. Sollte das Unmögliche am Dienstag dennoch passieren, dann wird Uli Hoeneß seinen Trainer wahrscheinlich höchstpersönlich und wenn es sein muss auch per Schlauchboot zurück nach Kalifornien transferieren. Ernsthaft rechnen kann man damit aber wohl eher nicht. Bei allen Schwächen, die in letzter Zeit offenbart wurden, einen 5:0-Vorsprung wird man im eigenen Stadion wahrscheinlich noch über die Zeit schaukeln. (stk)

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