Dass Arjen Robben am Samstagabend einen gelungenen Einstand beim FC Bayern München feierte, ist vermutlich noch untertrieben. Zwei Tore steuerte der niederländische Flügelflitzer bei der 3:0-Gala gegen den amtierenden Meister VfL Wolfsburg bei. Die Expertenwelt ist sich nun sicher: Robben und Ribéry - das wird das neue Traumpaar der Liga.
"Er kommt rein und macht zwei Tore. Weltklasse!" So umschrieb Abwehr-Küken Holger Badstuber die zweite Halbzeit des FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg in acht prägnanten Worten. "Er", das ist in diesem Fall Arjen Robben. Stolze 24 Millionen Euro zahlten die Münchner für den Mittelfeldspieler, der von Real Madrid an die Isar wechselte, doch die Investition scheint sich bezahlt zu machen. Denn Franck Ribéry hat mit dem 25-Jährigen nun einen ähnlich begabten Spielkameraden, was auch die Abhängigkeit des Bayern-Spiels vom französischen Dribbelkönig vermindert. Ribéry dankte es, indem er Robben gleich zwei Tore auflegte, darunter den Weltklasse-Treffer des Niederländers zum 3:0.
"Es ist immer schwierig, wenn man innerhalb von zwei Tagen verpflichtet wird. Man kommt nach München und kennt keine Person - vielleicht den Trainer, die Spieler vom Fernsehen - und dann müssen sie zusammenarbeiten", meinte Trainer Louis van Gaal nach dem Spiel. "Und dann macht er dies: Das bestätigt die Qualität und ich bin sehr froh, dass er bei Bayern München spielt." Ein Lob vom strengen General: Wohl die höchste Ehrung, die sich ein Bayern-Spieler verdienen kann.
Auch die Fachwelt war verzückt vom 45-Minuten-Auftritt des Ex-Madrilenen. "Robben ist ein einziges Spektakel, das allerdings nicht nur der Tribüne Spaß macht. Er ist effizient, mannschaftsdienlich und trotzdem kommt die Galerie nicht zu kurz", schwärmt TV-Experte Günther Netzer. "Wenn er in Form und in Fahrt ist, kann ihn kaum einer stoppen. Der ist so schnell, da ist ICE-Zuschlag fällig!", witzelt sein Nationalmannschaftskollege Rafael van der Vaart. Und Ruud Gullit, niederländische Fußball-Legende und ehemaliger Nationaltrainer der 'Oranje', ist sich sogar sicher: "Ich habe in meiner Karriere als Spieler und Trainer viele gute Offensivspieler erlebt. Aber Arjen Robben ist der weltbeste Flügelspieler."
Auch der Gegner aus Wolfsburg, immerhin amtierender deutscher Meister und amtlich verbriefter Offensiv-Fußball-Experte, konnte bei der 'Robbéry'-Show nur neidisch zusehen. " Ich hab gemerkt, wie schwer der bei seinem Tempo zu stoppen ist. Das geht nur, wenn man ihn doppelt", bemerkte Marcel Schäfer, der das zweifelhafte Vergnügen hatte, Robbens Gegenspieler gewesen zu sein. "Arjen Robben und Franck Ribéry sind natürlich auch Spieler der Extraklasse", stimmte 'Wölfe'-Trainer Armin Veh zu, auch wenn er den Hauptgrund für die Pleite seiner Schützlinge eher in der ersten Halbzeit sieht, die sein Team 'verschlafen' hätte.
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Viel Lob also für Arjen Robben, aber wie sah der Flügelflitzer selbst seine Leistung? "Es war großartig. Mein Start hier hätte nicht besser sein können. Ich bin glücklich, dass ich hierher gewechselt bin", freute sich der Mittelfeldstar. "Ich hatte nur eine Trainingseinheit mit dem Team. Aber ich bin fit und der Trainer hat mich die zweite Hälfte spielen lassen. Das war super." Und dann setzte der Niederländer zu einem Lächeln an und versprach: "Das war erst der Anfang."(fr)