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FC Bayern München von VfL Wolfsburg gedemütigt - Klinsmann wird unbequem

22.05.2009EX-TRAINER BEKAM KEINE VERSTÄRKUNGEN

FC Bayern München: Aussagen von Jürgen Klinsmann bringen Unruhe

Rund drei Wochen nach seiner Entlassung als Trainer beim FC Bayern München hat Jürgen Klinsmann öffentlich mit seinem ehemaligen Arbeitgeber abgerechnet. In einem Interview mit 'Stern TV' kritisierte der Schwabe die Vereinsführung und bezichtigte Manager Uli Hoeneß indirekt der Lüge. Seine eigene Arbeit sei dagegen "sehr gut" gewesen - und in der nächsten Saison, da ist sich Klinsmann sicher, hätte sich auch der Erfolg eingestellt.

Im Verletzungspech sieht Jürgen Klinsmann eine der Hauptursachen für den sportlichen Misserfolg des FC Bayern in der laufenden Saison. "Ich denke, dass die Verletzungen angefangen von Ribéry am Anfang über Luca Toni, Philipp Lahm, Willy Sagnol, bis hin zur schweren Verletzung von Miro Klose alle eine Rolle gespielt haben, ganz bestimmt", erklärte der ehemalige Bundestrainer gegenüber der Redaktion von 'Stern TV'. Seine ehemaligen Vorgesetzten bezeichnete Klinsmann, ohne sie beim Namen zu nennen, in der RTL-Sendung 'Stern TV' als "Alphatiere, mit denen man sich zu reiben" habe.

"Ich bin mit meiner Denkweise hier und da an die Grenzen gestoßen, weil ich es oftmals mit Leuten zu tun hatte, die sich nicht weiterentwickeln wollen, die mehr auf Besitzdenken fixiert waren. Ich aber wollte immer den nächsten Schritt machen", so die deutlichen Worte in Richtung Vorstandsboss Karl-Heiz Rummenigge, Manager Hoeneß und Präsident Franz Beckenbauer. Und ob man glauben könne, dass Jupp Heynckes rein zufällig gegen den FC Schalke 04 auf der Tribüne gesessen habe, wie Uli Hoeneß behauptet hatte? "Nein, natürlich kann man das nicht glauben. Also das ist ja klar." Ein nicht sehr versteckter Lügen-Vorwurf gegen den Manager.

Klinsmann bedauerte gegenüber 'Stern TV', nicht die Chance gehabt zu haben, die Mannschaft langfristig zu entwickeln: "Ich hätte sehr, sehr gerne weitergemacht, weil ich wusste, dass dieses Ding spätestens nächstes Jahr abgehoben wäre." Den Spielern wirft der 45-Jährige vor, die Bundesliga vernachlässigt und sich zu sehr auf die Champions League konzentriert zu haben. Und Lukas Podolski, einst einer der Hauptakteure bei Klinsmanns Erfolgen als Nationaltrainer und beim FC Bayern überwiegend als Bankdrücker aktiv? Der habe zwar Potential, aber nicht "nicht den Willen und die Entschlossenheit, das jeden Tag im Training und im Spiel umzusetzen."

Seinen größten eigenen Fehler sind Klinsmann darin, vor der Saison nicht offensiver Verstärkungen gefordert zu haben. "Ich hätte von Anfang an sagen müssen, ich will noch drei, vier Spieler, um diesen Kader zu ergänzen. Da habe ich mich überreden lassen. Das war ein Fehler von mir." Auch in diesem Satz steckt ein Vorwurf an die Verantwortlichen des Clubs. Und das ist auch der Fall, wenn Klinsmann erklärt, er habe in der Winterpause neue Spieler holen wollen. "Ich habe es versucht", so der 108-malige Nationalspieler.

Letztlich hatte Klinsmann bis zum Schluss daran geglaubt, dass der FC Bayern auch in dieser Saison noch den Meistertitel hätte erringen können. "Das war eigentlich das Schmerzlichste an der Sache, dass man das Gefühl hatte, man hätte diesen Job erledigen können. Ich hätte die Mannschaft zur Meisterschaft führen können." Klinsmann ist auch der Meinung, es habe sich seit seinem Abgang nicht viel verändert beim FC Bayern. Aber auch ohne ihn sieht der Schwabe die Meisterchancen seines ehemaligen Vereins noch vorhanden.

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Zwar müssten es "die Wolfsburger normalerweise schon durchziehen" - Klinsmann traut Werder Bremen aber durchaus einen Sieg beim VfL zu. Und dann könne "auch den VFB Stuttgart schlagen und sich dann nicht nur die Champions League sichern, sondern auch noch Meister werden." Sollte dieser Fall eintreten, dann wird Jürgen Klinsmann sich bestätigt fühlen. Er sah sich ja selber auf dem Weg zum Titel. Beim FC Bayern dagegen wird man sagen, die Meisterschaft wäre nur durch Klinsmanns Entlassung möglich gewesen. Die Chancen, dass dies alles wirklich relevant wird, sind allerdings äußerst gering.(stk)

 

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