Den bei weitem wichtigsten, weil ehrlichsten Titel haben am Wochenende sowohl Machester United als auch der FC Barcelona nach Hause geholt. Während ManU den bisherigen Rekordtitelträger FC Liverpool eingeholt hat, holte Barca das erste Mal seit drei Jahren wieder die Meisterschaft nach Katalonien. In neun Tagen steigt das direkte Duell der beiden Meister der besten Fußballligen der Welt mit den wohl besten Spielern der Welt, Cristiano Ronaldo und Lionel Messi. Den Zuschauer erwartet ein Champions League Finale der Superlative.
Den Red Devils reichte am vergangenen Wochenende ein Unentschieden in ihrem Liga-Spiel gegen den FC Arsenal zur 18. Meisterschaft. Ein Tor von Starspieler Cristiano Ronaldo war für den Titelgewinn damit gar nicht notwendig. Doch der eigentliche Star bei ManU ist der Trainer. Elf Meisterschaftstitel in 17 Jahren, die Quote von Sir Alex Ferguson ist bemerkenswert. Mit 18 Ligasiegen hat Manchester zudem den bisherigen Rekordmeister FC Liverpool eingeholt und darf sich nun ebenso nennen.
In den vergangenen 23 Jahren, in denen Ferguson die Geschicke der Red Devils leitete, hagelte es förmlich Titel: Neben den Meisterschaften gewann ManU fünf Mal den FA-Cup, zwei Mal die Champions League 1998 und nach zehnjähriger Wartezeit 2008 und den Europapokal der Pokalsieger 1991. Der Siegertyp par Excellence erklärte, nachdem er die 25 Kilo schwere und 76 Zentimeter hohe Premier League Trophäe aus Sterling Silber in die Höhe gewuchtet hatte: "Ich hätte nicht im Traum dran gedacht, elf Titel zu holen. Nicht in einer Million Jahre."
Das heißt aber nicht, dass Sir Alex genug hat: "An einen Rücktritt verschwende ich keinen Gedanken. Nur meine Gesundheit entscheidet darüber, ob ich aufhöre. Lasst uns beten." Auch ein weiteres Ziel hat der Trainer schon im Visier: "Es wäre noch bemerkenswerter wenn wir an ihnen vorbeiziehen", erklärte er in Hinblick auf die Egalisierung des bisherigen Titelrekords von Liverpool. Doch davor wartet in etwas mehr als einer Woche erst das Champions League Endspiel in Rom gegen den FC Barcelona.
Die Katalanen werden ebenso wie ManU mit breiter Brust nach Italien fahren. Schließlich hat Barca am Wochenende den Titel in Spanien geholt. Mit 19 Siegen hat der Club von Lionel messi einen mehr als ManU auf seinem Konto, doch für das Finale bedeutet dies wenig. Dann wird es vielmehr auf die Leistung der Mannschaften und natürlichen den beiden Stars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi ankommen.
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Gegen RCD Mallorca kam es hingegen keineswegs auf den kleinen Flügelflitzer an, der schon in der Jugend bei Barca spielte. Bei der 1:2-Niederlage spielte ohnehin nur eine bessere B-Mannschaft. Tags zuvor hatte Real Madrid 2:3 gegen Villareal verloren und den Titel damit nach Katalonien geschickt. Zuvor hatte Barcelona bereits den spanischen Pokal gewonnen, nun soll am 27. Mai in Rom das Triple geholt werden.
Doch dagegen hat Titelverteidger ManU etwas. Als erste Mannschaft aller Zeiten könnten die Engländer den Champions League Sieg wiederholen - ohne großen Umbruch, ohne neuen Trainer und ohne zehnjährige Wartezeit. Dann säße Manchester und mit dem Team auch Trainer Sir Alex Ferguson wohl für lange Zeit im mythischen Fußball-Olymp der größten Fußballer aller Zeiten. Ob Cristiano Ronaldo dahin folgen kann oder ob Lionel Messi und der FC Barcelona ManU einen Strich durch die Rechnung machen kann, zeigt das Duell der beiden frisch gekürten Meister der wohl besten Ligen der Welt.
Übrigens: Auch in Italien ist die Liga entschieden. Zwei Spieltage vor dem Ende führt Inter Mailand die Tabelle mit zehn Punkten uneinholbar vor dem AC Mailand an. Juventus Turin steht momentan auf dem dritten Tabellenplatz und hat die direkte Qualifikation fast sicher. Nur in Frankreich und bleibt der Liga-Endspurt spannend bis zum Schluss: Zwei Spieltage vor dem Ende führt in der Ligue A Girondins Bordeaux drei Punkte vor Olympique Marseille. Olympique Lyon liegt weitere vier Punkte dahinter auf Platz drei und muss im kommenden Jahr damit ziemlich sicher in die Champions League Qualifikation. (cai)