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Cristiano Ronaldo, Michael Ballack und Ronaldinho machen den Unterschied

13.01.2009AUSNAHMETALENTE GEKÜRT

Cristiano Ronaldo nebst Brasilianerin Marta als Weltfußballer 2008 geehrt

Knospenjunge 23 Jahre zählt der Portugiese gerade einmal, und doch hat die Fußballwelt den jungen Stürmerstar bereits in jungen Jahren auf den Fußball-Olymp emporgehoben. Fortan darf sich der begehrte Torjäger von Manchester United mit dem Titel 'Weltfußballer des Jahres' schmücken. Am gestrigen Montag nahm Cristiano Ronaldo den Preis in Zürich entgegen. Unter der weiblichen Fußballelite konnte sich die Brasilianerin Marta durchsetzen, und die Deutsche Birgit Prinz auf Platz Zwei verweisen.

Spektakuläre Torquoten bei weltweiten Auftritten haben dem 23-Jährigen ein Superstar-Image beschert. Jetzt hielt Cristiano Ronaldo, der zur Zeit in der Premier League bei Manchester United stürmt, erstmals die Trophäe für den „Weltfußballer des Jahres 2008" in seinen Händen. Bereits zum dritten Mal konnte bei den Frauen die 22 Jahre junge Brasilianerin Marta bei der insgesamt achten Verleihung jubeln und liegt mit ihrem erneuten Titelgewinn mit der deutschen Nationalsstürmerin Birgit Prinz gleich auf. Die deutsche Profifußballerin belegte immerhin Platz zwei, nachdem sie in den Jahren 2003 und 2005 die Trophäe erhalten hatte. Teamkollegin und DFB-Torfrau Nadine Angerer erreichte Rang vier und nahm ihren undankbaren vierten Platz bei der höchsten individuellen Auszeichnung des Weltverbandes Fifa sportlich. Allein die Teilnahme sei eine „große Ehre".

Bei den Männern erreichte der Argentinier Lionel Messi, der aktuell für den FC Barcelona spielt, den zweiten Platz. Auf dem dritten Rang folgte Liverpool-Star Fernando Torres. Der brasilianische Vorjahressieger Kaka vom AC Mailand wurde Vierter. Sie alle hatten Cristiano Ronaldo nicht das Wasser reichen können, den die Nationalmannschaftstrainer und -kapitäne zum besten Spieler des abgelaufenen Jahres wählten. Männliche deutsche Spieler befanden sich nicht auf der Nominierungsliste. Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack war über die 23 Spieler umfassende Vorschlagsliste des Weltverbandes Fifa nicht hinausgekommen. Als einzigem deutschen Fußballer gelang es bislang vor siebzehn Jahren nur Lothar Matthäus, die begehrte Trophäe zu erringen.

Und so stand im Mittelpunkt des pompösen Spektakels kein Deutscher, sondern der Portugiese Cristiano Ronaldo. Im Zürcher Opernhaus überreichte ihm der Großmeister persönlich, Pélé, die wohlverdiente Trophäe. Ein Traum sei in Erfüllung gegangen, schwärmte der Vorjahresdritte und hob die errungene Auszeichnung in die Höhe. „Das ist einer der wichtigsten Momente in meinem Leben. Ich habe selten so etwas Überwältigendes erlebt." Doch auch seine Mitstreiter fanden Berücksichtigung in der Rede des glücklichen Fußball-Beaus: „Die Konkurrenz war stark". Mit stolzgeschwellter Brust stellte Ronaldo aber klar:„Ich denke, dass ich diese Wahl verdient habe."

Der Jungstar wurde als zweiter Portugiese nach Luis Figo vor sieben Jahren zum besten Fußballer auf der Welt gekürt. Zurecht, wie „Kaiser" Franz Beckenbauer hervorhob: „Er ist für mich der kompletteste Spieler." Auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hatte nur lobende Worte für den Star des Abends bereit: „Cristiano Ronaldo war auch mein Tipp. So einen Superstar haben wir in Deutschland leider nicht. In Deutschland wird der Fokus heute eher auf das Kollektiv gelegt."

Cristiano Ronaldo war im vergangenen Jahr bereits als bester Fußballer Europas ausgezeichnet worden. Der auf Madeira geborene Wirbelwind hatte mit 31 Liga- und acht Champions-League-Toren in der letzten Saison seine Mannschaft zur englischen Meisterschaftsschale sowie zum Gewinn in der Königsklasse geführt. Zuletzt holte sich der Jungspund mit den Red Devils den Titel bei der Klub-WM. Einzig in der Europameisterschaft war Ronaldo nicht erfolgreich und schied mit der portugiesischen Nationalmannschaft im Viertelfinale gegen Deutschland aus.

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Im November 2008 ließ Ronaldo die Öffentlichkeit wissen, er sei „der beste, zweitbeste und drittbeste Spieler der Welt. Und ich werde noch einen draufsetzen. Mein Ziel ist es, alles, was vor mir liegt, zu gewinnen." Mit solchen Äußerungen lockt der selbstbewusste neue Weltfußballer zumal aber auch seine Kritiker hervor. Das spanische Blatt ‚Sport‘ erhob bereits erste Zweifel an dem Wahlergebnis und ergriff Partei für den zweitplatzierten Barcelona-Spieler: „Es gewann der Schönste, nicht der Beste. Bei der FIFA zählen das Marketing und das Geld mehr als die fußballerische Klasse eines Leo Messi." Und noch eine konnte der Fußballkünstler mit seinem Zaubercharme am Montagabend offensichtlich nicht einwickeln: „Mein Typ ist der nicht", gab Birgit Prinz ohne große Umschweife zu. (sk)

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