Während es in der Winterpause um die besten Fußballer in der deutschen Bundesliga auffallend still geworden ist, liefern sich Manchester United und Real Madrid auch während der besinnlichen Zeit einen heftigen Schlagabtausch in bester Manier. Im Mittelpunkt des Gerangels steht kein Geringerer als Europas bester Fußballer Cristiano Ronaldo. Während der spanische Club die Transfergerüchte anheizt, quittiert ManU-Trainer Alex Ferguson jegliche Wechselwünsche mit eindeutigen Worten.
„Glauben Sie etwa, ich würde mit diesem Pack einen Vertrag machen? Jesus Christus! Ich würde denen nicht mal einen Virus verkaufen", schimpfte Alex Ferguson in Richtung Spanien und schmetterte jegliche Hoffnungen auf einen baldigen Transfer seines Stürmerstars vernichtend nieder. Die deftigen Schimpfattacken des Schotten sind bei seinem Club Manchester United bereits legendär. Besonders, wenn es um seinen besten Stürmer geht, explodiert der ManU-Trainer förmlich. Bereits im Sommer hatte Ferguson Real Madrid eine deutliche Abfuhr erteilt, als die Spanier mit allen Mitteln um den Cristiano Ronaldo gebuhlt hatten. „Ich hätte damals schon jede Wette gehalten, dass Madrid im Januar die Sache mit Cristiano wieder anfängt", echauffierte sich Ferguson. Ronaldo steht in England noch bis 2012 unter Vertrag.
Während also aus England ein klares Nein zum Ronaldo-Wechsel erschallt, feiern die spanischen Zeitungen bereits den angeblich baldigen Wechsel des 23-Jährigen zu Real Madrid. Der Transfer zum Saisonende sei bereits beschlossene Sache. Beide Vereine hätten sich über alle wichtigen Modalitäten geeinigt. 'El Mundo' zufolge soll sich die Ablösesumme auf 80 Millionen Euro belaufen. Ronaldo würde in Spanien für seine spielerischen Künste neun Millionen Euro jährlich kassieren.
Das Streitobjekt selbst äußerte sich nur zaghaft zu den wilden Transfergerüchten: „Mir ist egal, was in der Zeitung steht. Ich bin glücklich, für Manchester United spielen zu können. Mehr kann ich dazu nicht sagen", erklärte der Nationspieler und stellte sich auffallend deutlich auf die Seite seines derzeitigen englischen Arbeitgebers.
Das hatte sich im vergangenen Sommer aber noch ganz anders angehört. Damals hatte der Nationalstürmer Real Madrid als seinen Lieblingsklub bezeichnet und betont, dass er gern im Dress der Spanier auflaufen wolle. Kaum hatte Ronaldo seine Wünsche ausgesprochen, schon ging eine wortgewaltige Schimpftirade von Seiten seines Trainers Ferguson auf den Außenstürmer ein. Ferguson drohte seinem ungezügelten Fußballstar mit dem unbeliebten Sitzplatz auf der Tribüne.
Der ManU-Trainer selbst vermutet hinter den spanischen Lockversuchen ein Ablenkungsmanöver. Die Saison läuft bisher schlecht für die Madrider, Real war jüngst aus dem Pokal ausgeschieden und auch in der Meisterschaft stehen die Königlichen derzeit nur auf Platz fünf. Bernd Schuster musste bereits für das schlechte Abschneiden seiner Truppe Tribut zollen und den Trainersessel räumen. Einzig das Achtelfinale der Champions League konnte der spanische Spitzenverein jüngst auf seinem Erfolgskonto verbuchen. In dieser Situation komme dem Real-Präsidenten Ramon Calderon Transfergerüchte um den erfolgreichen Stürmerstar entgegen, um den angeschlagenen Verein wieder in positive Schlagzeilen zu bringen und gute Stimmung zu verbreiten. „Real würde wohl jeden anderen für seine Probleme verantwortlich machen. Nur nicht sich selbst", wetterte der englische Trainer boshaft gegen den spanischen Club.
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Während Madrid um sein Formhoch kämpfen muss, läuft bei ManU die Saison bislang erfolgreich. Zum ersten Mal hat die Mannschaft um Ferguson die Klub-Weltmeisterschaft gewonnen, die seit 2005 den Weltpokal ersetzt. Die Engländer fegten gestern im japanischen Yokohama im Finalspiel die Liga de Quito aus Ecuador mit 1:0 (1:0) vom Platz. Das „Tor des Tages" erzielte jedoch nicht Ronaldo, sondern Englands Nationalstürmer Wayne Rooney in der 73. Minute. Der Portugiese kann sein Talent jedoch bereits am Freitag wieder unter Beweis stellen, wenn sein Club gegen Stoke City antreten muss. Dann kann der begehrte Fußballstar zeigen, dass das kräftezerrende und derweil verwirrende Werben um ihn zu Recht erfolgt, und den derzeitigen Tabellenvierten der Premier League mit seinen spektakulären Toreinlagen in höhere Sphären zu katapultieren. (sk)