Die Nation feierte den ehemaligen Hartz-IV-Empfänger und LKW-Fahrer Michael Hirte am vergangenen Wochenende als neues Supertalent Deutschlands. Ein Goldregen im Wert von 100.000 Euro erhielt der 44-Jährige als Belohnung für seinen harten Kampf gegen seine Mitkonkurrenten in der RTL-Castingshow 'Das Supertalent'. Der „Mann mit der Mundharmonika“ kann sich davon aber nicht viel kaufen: Er muss mit dem Geld zuerst seine Schulden zurückzahlen.
Michael Hirte kann sich mit dem Preisgeld von 100.000 Euro aus der RTL-Castingshow „Das Supertalent" sicherlich keinen teuren Mercedes oder so manch einen schicken Anzug von Armani leisten. Aufgrund seiner vorherigen Arbeitlosigkeit hat der 44-Jährige nämlich einen Berg von Schulden angehäuft. Bisher hat ihm das nötige Geld gefehlt, um die finanziellen Lasten abzuschütteln. Mit Straßenmusik hat der Brandenburger zuletzt seinen Hartz-IV-Basis-Betrag nur geringfügig aufbessern können. Nun hat er die Möglichkeit, seine Schulden mit dem Preisgeld zurückzuzahlen.
Das Management von Michael Hirte wollte sich bislang nicht zu dem Thema „Schulden" äußern. Und so kann man nur rätseln, in welchem Ausmaß sich Hirte in den letzten Jahren verschuldet hat. Das Haushaltsloch seines Mandanten soll aber „nicht dramatisch" sein, so ein Sprecher des Managements. Angeblich soll die Höhe den Betrag des Preisgeldes nicht übersteigen. Das Preisgeld ist derzeit noch nicht auf das Konto des Musikers überwiesen worden.
Das neue Talent der Nation sollte allerdings bedenken, dass im Leben vor allem zwei Dinge sicher sind: Der Tod und die Steuern. Und so muss Hirte sein Preisgeld aus der RTL-Show obendrein auch noch versteuern. Der Grund: Hirtes hart umkämpftes Preisgeld zählt zur Kategorie des „Fernsehpreisgeldes". Im Jahr 2007 hatte der Bundesfinanzhof entschieden, dass derartige finanzielle Leistungen anders als Lottogewinne versteuert werden müssen. Es handele sich ja nicht um Geld aus einem Glücksspiel, sondern die finanziellen Einkommen seien mit einer Leistung und mehreren Auftritten verbunden gewesen. In dem Fall gilt das Einkommen als „Erfolgshonorar". „Bei 100 000 Euro Prämie kommen rund 38 Prozent Einkommenssteuer und eventuell noch 19 Prozent Umsatzsteuer auf Hirte zu", prophezeit der Potsdamer Steuerberater Michael Kirchhoff.
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Doch Hirte kann neben den 100.000 Euro (abzüglich der Steuern natürlich) auch auf weitere Einnahmequellen hoffen. Da dürfte doch die ein oder andere Zeitung an einem Interview mit dem neuen Star der Nation interessiert sein. Und wenn alle Stricke reißen, dann kann sich der ehemalige Hartz-IV-Empfänger ganz sicher auf einen anderen treuen Gefährten verlassen: seine Mundharmonika. Mithilfe dieses Musikinstruments hat Hirte bereits ein Album aufgenommen, das am kommenden Freitag erscheinen soll. Und an Silvester hat Hirte offensichtlich schon ein weiteres Arrangement. Rolf Henning hat das neue Supertalent eingeladen, zusammen mit seiner Kultrock-Band „Puhdys" in der Berliner O2-Arena am 1. Januar aufzutreten. Hirte könne doch auch gleich auf ihre nächste Tour mitkommen, schlug der Bandmanager Rolf Hennig vor. Na, da dürften die Euros doch bald nur so klingen in der Hirt´schen Haushaltskasse. (lkl)