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Marcel Reich-Ranicki lehnt ZDF-Fernsehpreis ab - und bekommt eine Sendung

22.10.2008NACH DEM TV-GEPOLTER

Marcel Reich-Ranicki wirbt für die Telekom: Ein Missverständnis, das Geld bringt

In mehreren Zeitungen ist eine Anzeige der Deutschen Telekom-Tochter T-Home mit einem Bild von Marcel Reich-Ranicki erschienen. Dem Kritiker zufolge ist auch ein Honorar vereinbart, das bisher jedoch noch nicht ausgezahlt worden sei. Deutschlands berühmtester Literaturkritiker spricht allerdings von einem Mißverständnis. Am Dienstag sagte der Kritiker laut Angaben des Senders Bayern 3: "Ich habe gar nicht gewußt, um was es geht, die haben es ein bißchen undeutlich gesagt."

Auf die Frage des Radiosenders, ob Herr Reich-Ranicki nun mit etwas werbe, das er zuvor kritisiert habe, meinte dieser, er habe die Fernsehpreis-Gala in Köln kritisiert, nicht jedoch das Fernsehprogramm im Allgemeinen. "Das war eine einmalige Sache als Ergebnis eines Mißverständnisses."

Die Werbung der Deutschen Telekom-Tochter T-Home zeigt den Literaturkritiker mit erhobenem Zeigefinger am Rednerpult. Der Text dazu: "Bei uns findet jeder ein Fernsehprogramm, das ihm gefällt."

Der Pressesprecher von T-Home, Frank Domagala, bestätigte der 'Süddeutschen Zeitung' gegenüber den Vertrag mit Reich-Ranicki. "Ja, dafür hat er Geld bekommen. Die Idee zur Anzeige ist spontan entstanden. Wir haben die öffentliche Diskussion nach der Rede beim Deutschen Fernsehpreis aufgegriffen, einen Entwurf gemacht und Reich-Ranicki gefragt, ob er mitmacht - glücklicherweise hat er relativ schnell zugesagt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich wegen der Verträge über die Höhe des Honorars nichts sagen kann." Die Anzeige werde nach Angaben des Literaturkritikers nicht noch einmal erscheinen.

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Von der Anzeige des Billigfliegers 'Ryanair', die einen ähnlichen Bildausschnitt zeigt, und darunter den Text: "Diesen Preis nehme ich an", wusste der 88-Jährige nach eigenen Worten nichts. Er bezeichnet diese Werbung als "großen Quatsch". (lkl)

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