01_aktion_300x300
Linkbox
Artikel zum Thema
Highlights zum Thema
Bildgalerie
Robert Pattinson und Kristen Stewart in 'Twilight Eclipse': Ewiger Treueschwur
Highlights der Woche (KW 20)
Diese Seite DruckenDiese Seite weiterempfehlen
StartseiteVIPsSocialitesMOGELPACKUNG HOCH ZEHN

27.02.2009MOGELPACKUNG HOCH ZEHN

Germany's Next Topmodel: Tessa und Olivia - talentfrei erfolgreich

Am gestrigen Donnerstag trafen die fünfzehn schönsten Mädchen aus dem Casting in München mit den fünfzehn hübschesten Konkurrentin aus Düsseldorf zusammen. Für gewaltigen Ärger und große Mißgunst unter den Topmodel-Anwärterinnen sorgte - wie immer - die ständig stänkernde und leicht narzisstisch angehauchte 19-jährige Tessa, die trotz ihres peinlichen Ausrutschers auf dem Laufsteg genauso wie Busenattrappe Olivia eine Runde weiterkam.

Für eine handfeste Überraschung ist die ProSieben-Show 'Germany's Next Topmodel' wirklich immer gut. Nach endlos dauernden zwei Stunden standen sie endlich fest, die 15 Topmodel-Anwärterinnen, die sich auf einen Flug jenseits des Altantiks in die US-amerikanische Heimat von Supermama Heidi Klum freuen dürfen. Aus 30 mach 15, hieß das Motto der gestrigen ProSieben Castingshow „Germany´s Next Top Model" und die Jury um Supermodel Heidi Klum, Model-Agent Peyman Amin und Casting-Director Ralf Scheider würden nicht müde, immer wieder zu betonen, dass am Ende der Sendung die Anzahl der Kandidatinnen um die Hälfte reduziert würde - solange, bis es auch der allerletzte Matheversager verstanden hatte.

Gina Lisa Lohfink

Zunächst versammelten sich die 30 Konkurrentinnen jedoch in Berlin, von denen die Hälfte in München, die andere in Düsseldorf gecastet worden war. Die 19-jährige Margarita fasste die vorliegende Situation nochmals dankenswerter Weise für alle Zuschauer und Zuschauerinnen zusammen: „Ziemlich krass. Wenn die Mädchen aus Düsseldorf kommen, dann sind wir doppelt so viele." Na, das Rechnen klappt doch schon mal ganz gut. Die Vorfreude auf die direkte Konkurrenz war natürlich immens hoch unter den Münchnerin, die als erstes ihr zukünftiges Revier beschnuppern durften: „Wir hoffen, dass sie nicht so hübsch sind", erklärte eine Kandidatin und ließ im Antlitz einer ehrlichen Haut einen ersten Lichstrahl in der streckenweisen verlogen anmutendenen Show erstrahlen.

Als erste Aufgabe musste sich die Top Thirty in den anbrechenden Morgenstunden vor einem Berliner Kino versammeln. Was die Kandidatinnen dort wohl erwarten würde? Peyman brachte sofort Licht in das verwirrende Dunkle und klärte in seiner Funktion als begabter Fachexperte auf: „Und wenn der Vorhang zurückgeht, werdet ihr sehen, was jetzt kommt." Spätestens an dieser Stelle wurde der Zuschauer das beklemmende Gefühl nicht mehr los, dass ProSieben heute abend eine Vorstellung für die besonders Dummen unter uns geben würde. Wer dann auf der großen Cinema-Leinwand erschien, war natürlich Supermama Heidi Klum, die ihre Schützlinge mit einem gewohnt dümmlichen Grinsen empfing. Nachdem die Nachwuchsmodels ihre Fotos vom Vorshooting auf der Leinwand bestaunt hatten, kündigte die 34-Jährige auch schon an, dass es „sofort" weitergehe und die Mädels ihre sieben Sachen zusammenpacken sollten.

Denn die erste Herausforderung des Abends wartete schon und ließ den Mädchen wortwörtlich das Blut in den Adern gefrieren. In einem Kühlraum, dessen Zimmertemperatur auf Minus-Temperaturen wie in der Arktis heruntergeschraubt worden war, sollten die Kandidatinnen in weißen Mini-Kleidern als „Eisprinzessinnen" posieren. Für das professionelle Fotoshooting war sogar extra ein Starfotograf aus Frankreich angereist. Wahrscheinlich auch nur wegen der guten Bezahlung. Als Heidi von dem bekannten Fotografen wissen wollte, worin er das größte Problem des heutigen Shootings sehe, nahm der Franzose kein Blatt vor den Mund und kündigte schon einmal mit drohendem erhobenen Zeigefinger das bevorstehende Szenario an: „Das die Mädschchen keine Profis sind?"

Eiskönigin Heidi und ihre beiden frostigen Stimmungsmacher Peyman und Ralf gaben sich dennoch die größte Mühe, die Laien in dem eiskalten Shootingraum anzuheizen. Wertvolle Tips wie „Mach doch mal cool", „Jetzt sei mal richtig sexy", „Du bist jetzt wie eine Wildkatze" oder „Mach die Kamera an, ja , wow!" hagelten auf die bibbernden und blau angelaufenen kleinen Ice-Stars ein. Die darauf folgenden Posen waren nicht jedermanns Geschmack. „Wenn du so was machst, dann sieht das aus, wie wenn du eine Yoga-Übung machst", schoss es eiskalt aus den Mündern der kritischen Jury. Als eine Kandidatin alle Tricks aus ihrer Zauberkiste auspackte und mit weißen Schnipseln Schnee regnen ließ, reagierte Heidi den kalten Temperaturen angemessen kühl auf die kleine kreative Einlage: „Was ist das jetzt?" Wollte sie schockiert von der blonden Schönheit wissen. Mensch Heidi, das ist Kunst. Ist doch ganz klar.

Eine mimte dann doch noch überzeugend die Raubkatze und verwandelte sich von der holden Schneeprinzessin in eine brüllende Löwin: Tessa Bergmeier. Die Skandalnudel Nummer eins der Show kam rein, sah und poste. Mit feurigen Grimassen und teilweise übertrieben wirkenden Posen griff die Ex von Partymacher Michael Ammer frontal an und flirtete mit dem Fotografen, was das Zeug hielt. Am meisten überzeugte der angriffslustige Tiger mit der heißen Einlage sich selbst: „Du musst da drin deinen Gefühlen einfach freien Lauf lassen, spontan machen. Sonst wird das nix", spielte sich die 19-Jährige als Lehrmeisterin auf. Die Kälte sei halb so schlimm: „Wenn du dich konzentrierst, dann gibt es keine Kälte mehr", powerte Tessa unbeeindruckt von den niedrigen Temperaturen los. Sorgen um das Weiterkommen macht sich das bekannte Partyluder indes nicht. Ihre Mitkonkurrentinnen hätten sowieso nicht die Klasse zu einem Topmodel. „Die anderen Mädel haben keinen Plan von nix", wetterte sie arrogant weiter und verbreitete noch mehr frostige Stimmung unter der gereizten Truppe.

Wenn es überhaupt eine schaffen kann, dem Spitzen-Plaudertäschchen die Show zu stehlen, dann das Siliconwunder und die Dauergrinserin Olivia. Der war ganz zufällig beim Fotoshooting das Dékolleté hinten an ihrem Rücken aufgeplatzt. Ein Wunder, das das leichte Kleidchen vorne hielt. Der kleine Vorfall störte die 20-Jährige aber nicht weiter, und laut aufbrüllend grinste der Männerfang gekünstelt weiterhin in die Kamera. Was war jetzt eigentlich der „tiefere Sinn" dieser ganzen Prüfung? Heidi erklärte den für den Durchschnittsbürger nicht so ganz transparenten Grund ein weiteres Mal lehrbuchmäßig: Die bewegende Ausgangsfrage sei gewesen, wie kann man mit den Mädchen arbeiten kann. Gut, jetzt haben wir das auch verstanden.

Nach dem „Eisprinzessin"-Spielen ging es weiter mit der zweiten Prüfung, einem Catwalk auf einer Fashion-Show. Weil es für die ein oder andere Kandidatin der erste Modellauf ihres Lebens war, verliefen einige der Probeläufe im Sand und wirkten zu zögerlich. So geht das natürlich nicht. Catwoman und Superfrau Tessa schritt deswegen beherzt ein und zeigte einer verdutzt dreinschauenden Kandidatin, wie sie das richtig anpacken müsse. „Gib alles, Power, Energie", und so. Überhaupt legte Tessa Heidi fürsorglich ans Herz, dass es längst Zeit wäre, einige Schlaftabletten rauszuwerfen. Es würde nämlich schon lange dauern, bis man aus einigen von denen was rausholen könnte, wie Tessa sich ausdrückte. Nichts als verschwendete Zeit also für das deutsche Supermodel. Namen wollte die überzeugte Lady dann aber nicht nennen und zog überraschend den Schwanz ein: „Ich hab´s noch nicht so mit den Namen", drückte sich das Plappermaul um klare Stellungnahmen und erntete weitere blöse Blicke etwaiger Mitkonkurrentinnen.

Doch wie heißt es so schön: Hochmut kommt vor dem Fall, liebe Tessa. Denn wer bei der Modenschau am Abend patzte, war nicht etwa die schüchterne Laura oder das kleine 16-jährige Küken Sarina. Nein, die selbstbewusste Lehrmeisterin per se, die vorher noch klar gestellt hatte, „einfach geil" zu sein, leistete sich den größten Patzer des Abends und rutschte - mit dem kürzesten Hot-Pant-Outfit der Show „bekleidet" - gnadenlos auf ihrem rechten Fuß aus. Hilflos um sich flatternd gelang es dem sonst so großen Lästermaul gerade noch, das Gleichgewicht zu halten. Was hatte Tessa noch kurz vor der Show großspurig verlauten lassen? „Der Catwalk ist so klein, so was hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Das wird kein Problem sein." Tja, wenn man die Nase so weit oben trägt, dass man den Blickkontakt zum Boden verliert, dann kann so was schon mal passieren.

Nachdem die Ausgerutschte theatralisch von einem Krankenwagen abtransportiert worden war, stand sich auch schon pünktlich zum letzten Show-Laufen vor der Jury wieder auf dem Laufsteg. Na hoppla, die Genesungskur ging aber schnell. „Ja, da ist irgendwas geprellt oder innerlich entzunden", aber eben halb so schlimm, ließ Tessa dezent zurückhaltend wissen und jammerte noch ein bißchen rum. Die Show des Abends stahl ihr aber dann die sonst so introvertierte erscheinende Marie, die plötzlich auftaute und die „Bühne rocken" sowie richtig „reinhauen" wollte. Die 19-Jährige überzeugte sowohl mit ihrer fotogenen, facettenreichen Art als auch mit ihren Laufstegqualitäten und eroberte insgeheim die wahren Herzen der Zuschauer an diesem Abend. Ihre Eroberungskünste lassen sich nicht auf dumme Sprüche zurückführen, sondern sie glänzte mit etwas ganz anderem, was Tessa nicht zu besitzen scheint: Charakter.

Doch auch wenn es die Überraschungskandatin Marie zu Recht in die nächste Runde geschaft hat: Die Auswahlkriterien der Jury waren teilweise nicht immer nachzuvollziehen. Bevor die letzten Top 15 feststanden, mussten die Kandidatinnen noch regelrechte Schimpfestiraden über sich ergehen lassen. Als „Haschpuppi", „Tollpatsch" oder „Alptraum für jeden Modelagenten"wurden sie gebrandmarkt, die eine war „echt schläfrig", bei der anderen sah es aus als ob sie „mit einem Stock" im Rücken spazieren gehe, die nächste stammpfte „wie ein Bauarbeiter" daher. „So geht es ja überhaupt nicht", fasste Peyman wieder einmal aufschlussreich zusammen. Die folgenden Entscheidungen waren partiell überraschend.

Verwandte Artikel

Busenattrappe Olivia, die zuvor noch wegen ihres ständigen Dauergrinsens kritisiert worden war („Das macht keiner, das ist einfach too much") und auf dem Laufsteg nicht überzeugen konnte, kam dann doch eine Runde weiter. Und auch Tessa, der ein gewisses Talent für diverse Stellungen vor der Kamera nicht abgesprochen werden kann, die aber bei ihren Laufqualitäten noch einen großen Quantensprung dazulegen muss, errang einen der begehrten Plätze unter den Top 15. ProSieben Quasselstrippe Stefan Raab hatte kurz danach schon eine Erklärung parat: Tessa müsse man nur noch schwarz anmalen und schon hätte man den verwandelten Bruce Darnell vor sich stehen. Heidi Klum scheint eben immer noch auf nur eines zu setzen: „Mehr Drama, Baby."

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (0)