Kurz nach der deutschen Blamage der 'No Angels' beim Eurovision-Song-Contest in Belgrad haben sowohl DSDS-Juror Dieter Bohlen als auch Schnulzen-Produzent Ralph Siegel angekündigt, sich für die Rettung der deutschen Ehre beim Grand Prix d'Eurovision im nächsten Jahr einzusetzen.
"Im nächsten Jahr muss da ein Vollprofi ran, der was vom internationalen Musikgeschäft versteht. Ich!", verkündete Ralph Siegel vollmundig. Der einstige Grand-Prix-Produzent will es richten - sei er doch die „letzte Hoffnung" für das am vergangenen Samstag letztplatzierte Deutschland.
Doch damit kommen sich zwei Erfolgsproduzenten ins Gehege - denn auch Dieter Bohlen fühlt sich berufen: So will Bohlen Stars aus der DSDS-Show schicken, um den beschädigten deutschen Ruf aufzupolieren.
In der Tat scheint Bohlen ein Gespür für den Massengeschmack zu haben, prophezeite er doch bereits nach der Vorstellung der Grand-Prix-Titel den späteren Sieg des Russen Dima Bilan und die deutsche ´No Angels´-Niederlage.
Der Siegel-Rivale hat auch schon einen Vier-Punkte-Plan aufgestellt, um Deutschland beim nächsten Grand Prix besser abschneiden zu lassen: Deutschland solle zum einen nur mit einem einzelnen Interpreten antreten - zum Beispiel mit einem bewährten Kandidaten aus DSDS. Zum zweiten müsse der Song eine Melodie mit Wiedererkennungswert haben - darin ist Bohlen ja Profi. Drittens müssten bei den nationalen Vorauswahlen mehr als fünf Kandidaten ins Rennen gehen, um einen „optimalen Interpret" aussieben zu können.
An letzter Stelle setzte Bohlen schließlich seine Forderung nach einem veränderten Grand-Prix-Abstimmungsmodus - schließlich könne es nicht sein „dass Zwergen-Länder wie Andorra und San Marino die gleiche Stimme haben wie Deutschland und Russland."
Im Gegensatz zum zielstrebigen Bohlen, hat der nicht weniger selbstbewusste Siegel indessen noch kein Patentrezept aus dem Ärmel geschüttelt. Derzeit ist er erstmal mit seinem Texter Bernd Meinunger und seiner Frau in Irland beim Golfen, wo er angeblich „immer die besten Einfälle" hat. Ralph Siegels Erfolge liegen schon etwas weiter zurück: Anders als sein 1982 von Nicole gesungene Titel „Ein bisschen Frieden", landeten die letzten 17 Siegel-Songs der selbstbenannten Grand-Prix-Legende keinen großen Coup beim Eurovision-Song-Contest.
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Unterdessen sind sich die selbsternannten musikalischen Deutschland-Retter Bohlen und Siegel zumindest hinsichtlich der Bewertung der Gesangsleistung der ´No Angels´ einig: "Richtig singen können die aber nicht", liess Siegel dem Frauen-Quartett ausrichten, dessen Töne nur nach technischer Bearbeitung einigermaßen gut seien. Analog zu Siegel zeigte sich auch Bohlen "erschrocken, wie oft die Mädels die Töne nicht getroffen haben", und bezeichnete somit das Grand-Prix-Ergebnis als "gerecht". (sbe)