Zickenkrieg, Streitereien, Mobbing und Lästereien sind bei der diesjährigen Staffel von 'Deutschland sucht den Superstar' längst an der Tagesordnung. Dabei gehen die gesanglichen Talente der letzten sieben Teilnehmer zwar fast unter, die Show aber ist dafür in aller Munde. Jetzt regt sich sogar internationale Kritik am angeblich schwulenfeindlichen Hauptjuror Dieter Bohlen.
Aus dem aktuellen Bericht der Grundrechteagentur der Europäischen Union geht hervor, das Bohlens bissiger Kommentar „Wir sind hier keine Transenshow und nicht beim Tuntenball", nach Benny Kieckhäbens „Like a virgin" - Auftritt stark kritisiert wird. Die EU bemängelt darin die verbale Verunglimpfung des homosexuellen Kandidaten, der Madonnas Song vor fast zwei Wochen bei dem Show-Thema „Geschlechtertausch" performt hatte.
Dieser rächte sich an dem Jurymitglied auf seine eigene Art und Weise. In einer Radiosendung nahm der DSDS-Anwärter zusammen mit dem Moderator ein eigenwilliges Cover von Modern Talkings größtem Hit „You're my Heart, You're my Soul" auf. Auszug aus dem Ständchen: „Dort oben im Norden, ja da wohnt ein alter Mann! Der seltsam spricht und der nicht singen kann. Siehst Frauen gern kochen, ja das macht dich furchtbar an. Kennst nur drei Akkorde und machst daraus Sound." Unklar ist, wie der besungene Pop-Titan zum Song-Remake steht. Erst am nächsten Samstagabend treffen die beiden bei der bevorstehenden dritten Mottoshow unter dem Titel „Sexy Hits" wieder aufeinander.
Vorausgesetzt Kieckhäben ist da wieder einsatz- und singbereit. Momentan liegen sowohl er als auch das „blonde Gift" Annemarie Eilfeld mit einer starken Erkältung im Bett. Ob sie auftreten werden ist momentan ungewiss. „Die Stimme war irgendwann gar nicht mehr da", erklärte die 18-jährige, die die aktuelle DSDS-freie Woche daheim bei ihrer Familie in Dessau verbracht hatte, die von der ‚Bild' unlängst den Spitznamen „Die Buh-Manns" erhielt - in Anlehnung an ihre landesweite Unbeliebtheit.
Die Superzicke spaltet seit Wochen die Nation. Nicht nur, dass sie Kandidaten aus der Show vertreibt, Teilnehmer denunziert und Nacktfotos von sich schießen lässt. Ihr Image leidet auch an den Perlen der Weisheit, die die Ostdeutsche von sich gibt. "Ich bin jetzt offiziell eine DDR-FKK-Schlampe", "Ich finde, mein Körper ist noch besser als meine Stimme", oder "Ich bin gern ein Biest" sind nur ein paar Beispiele, die eventuell erklären können, warum es bei ihren Auftritten konstant zu Buh-Rufen kommt, und Bohlen sie zum 'Everybody's Arschloch' auserkoren hat.
Ganz anders da die heimliche Favoritin Sarah Kreuz, die im Laufe der Sendung die Wandlung vom grauen Mäuschen zur stimmgewaltigen Schönen vollzogen hat. Um die Veränderung zu unterstreichen und sie zu perfektionieren, stellte ihr der Chefjuror einen Profi zur Seite, der sie vergangene Woche vollends zur „Diva von Deutschland" formen sollte: Bruce Darnell. Das Ergebnis der Zusammenarbeit können die Zuschauer am Wochenende bewundern. Die Erwerbslose aus Bergheim zahlte für ihren Traum vom Superstar aber bereits einen hohen Preis: Da er nicht wollte dass sie an der Casting-Show teilnimmt, trennte sich ihr Verlobter von ihr. Laut einer aktuellen ‚Bild'-Umfrage sehen 54 Prozent der Leser in der 19-jährigen die eigentliche Zicke der Staffel. Begründet ist das Ergebnis unter anderem mit den eindeutigen Blicken, die sie manchem Kontrahent zuwirft.
Eher unscheinbar wirken dagegen die restlichen vier Kandidaten. Der 27-jährige Holger Göpfert ist zweifellos der Zappelphilipp unter den Teilnehmern und hat sowohl ein ausgedehntes Fan- als auch Gegenlager. Währende Erstere den nuschelnden „Queen"-Fan als Top-Entertainer sehen, ist er für die Anderen lediglich eine Witzfigur.
Daniel Schumacher war während seiner Schulzeit ein beliebtes Mobbing-Opfer für seine Mitschüler und galt als Außenseiter. Heute ist der Mädchenschwarm einer der Mitanwärter auf das Finale. Lockenkopf Dominik Büchele könnte den amerikanischen Traum wahr machen: Mit einem Sieg bei der RTL-Sendung würde der ehemalige Tellerwäscher im Europapark Rust zum Millionär werden. Der aktuelle Stand der Lage spricht aber tendenziell dagegen. Der deutsche James Blunt singt nun schon solange stetig seine Schmusesongs, dass Bohlen ihn bereits „langweilig" findet.
Abwechslung wird auch bei Vanessa Neigert nicht mehr erwartet. Seit Anbeginn der Motto-Shows gibt die Nürnbergerin einen Schlager nach dem anderen wieder - und hat großen Erfolg damit. Mindestens genauso lange kämpft die bekennende 50er und 60er Jahre-Anhängerin nun schon mit zehn Kilogramm, die sie sich seit ihrem Superstar-Dasein angegessen hat.
Verwandte Artikel
Ob nun der bevorstehende Kurz-Ausflug in die Welt des Synchronisation für die Erfolgsserie „CSI: Las Vegas" die Sarah Kreuz und Daniel Schumacher bevorsteht oder die 24-Stunden Rundumüberwachung der „DSDS-Villa" aufgrund von Unbekannten die sich nachts auf dem Grundstück aufhalten sollen - das Format ist allgegenwärtig in den Schlagzeilen. Und das zahlt sich aus: allein die letzte Sendung lockte knapp 5 Millionen Menschen vor den Fernseher.