Wenige Tage nach der spektakulären Dschungelshow 'Ich bin ein Star - holt mich hier raus' hat der Privatsender RTL einen weiteren Quotenerfolgsgaranten an den TV-Start gehen lassen. „DSDS - Deutschland sucht den Superstar“ ist wieder da. Die Show um den ehemaligen Modern-Talking Sänger und Non-Stop-Sprücheklopfer Dieter Bohlen startete furios. Und der erste handfeste Skandal offenbarte sich - was auch sonst - in Form eines Pornosängers.
Am vergangenen Samstag scheiterte Klaus aus Reutlingen in der ersten Runde auf der DSDS-Bühne. Auf die Frage, welchen Beruf der 31-Jährige denn bisher ausgeübt habe, hatte sich der Wunschsänger im Vorcasting nüchtern als „Callboy" ausgegeben. Doch die ‚Bild‘ ließ diese Berufsbezeichnung nicht durchgehen und forschte noch einmal gründlich im Leben des K. nach. Das Ergebnis: Klaus hat nur die halbe Wahrheit gesagt. Neben seinem Job als Callboy verdient sich die neue DSDS-Skandalnudel vor allem als Pornodarsteller sein Geld. In Filmen wie „Absoluter Gehorsam" und „Männerstrich" hat er nach Angaben der ‚Bild‘ als „Mike The Machine" seinen Mann gestanden.
Bereits seit zwei Jahren soll der Reutlinger diesen Job ausüben. Begonnen hat alles mit Nacktbildern, die Klaus bei diversen Produktionsfirmen eingeschickt hat und die ihm letztlich auch zu einer festen Anstellung verholfen haben. Seitdem hat er über 30 Sexfilme gedreht. Gegenüber der ‚Bild‘ versicherte der überzeugte Single, die mit seinen Beruf einhergehenden wechselnden Partnerinnen empfinde er als nicht störend: „Ich will keine Freundin. Mein Vorbild ist der Berliner Playboy Rolf Eden. Genau wie er will ich bis 80 immer andere Frauen haben und mich nicht auf eine einzige festlegen." Und falls sich doch mal so etwas wie Vatergefühle und der Wunsch nach einem Kind entwickeln sollten? Kein Problem für den emanzipierten Mann: „Vielleicht suche ich mir eine Frau, die dann mein Kind austrägt. Mehr aber nicht."
Trotz aller bisherigen Erfolge kam der Sensations-Bewerber über die erste Runde bei DSDS am Samstagabend nicht hinaus und machte schlapp. Stimmlich sei er eben nicht so weit vorne, verteidigte sich Klaus gegenüber der ‚Bild am Sonntag‘. Mehr als 30 000 Menschen haben sich für die aktuelle sechste Staffel der Castingshow beworben. Doch die Meinung in den Medien fällt eindeutig aus: Mit einem Gesangswettbewerb und der Suche nach neuen Stimmwundern á la Whitney Houston oder Maria Carey hat die jetzige Sendung herzlich wenig zu tun.
„Durchgeknallte Leute", „völlig überschätzte Jugendliche", ein 33-jähriger Postbote, der Dieter Bohlen am liebsten an die Gurgel springen möchte: Das waren bisher die wahren Stars des Vorcastings. „Ich bin goldig, megageil, super, einzigwahrig" - so präsentierte sich beispielsweise die 18-jährige Zynthia aus Dortmund. Ein gefundenes Fressen für Jurymitglied und Dauermeckersuse Dieter Bohlen, der sich vor den Liveshows schon einmal so richtig warmlief: „Bleib bei den beiden S - Shoppen und Saubermachen", riet der 54-Jährige nach ihrer Gesangseinlage. So kennen und lieben wir den Dieter: ehrlich, geradeheraus und knallhart.
Doch das war wahrlich noch nicht alles, was der ehemalige Partner von Verona Pooth zu sagen hatte. Wuchtige und partiell beleidigende Wortgeschwalle wie „Du stehst da wie eine Klo-Bürste, siehst nicht aus wie ein Popstar, und du wirst nie einer sein. Da guck ich lieber Fußpilz beim Wachsen zu. Du bist völlig langweilig", musste ein geknickter Kandidat über sich ergehen lassen.
Auch DSDS-Dauerkandidat Menderes Bagci ließ es sich nicht entgehen, bei der nunmehr sechsten Staffel der RTL-Castingshow sein Talent unter Beweis zu stellen. Und das, obwohl Bohlen den 24-Jährigen im letzten Jahr schon vorgewarnt hatte: „Nächstes Jahr stehst du hier nicht, das schwöre ich!" Ob sich der Dieter wohl gefreut hat, den Zopfträger zum vierten Mal wieder zu sehen? „Das kann doch nicht dein Ernst sein. Wenn Michael Jackson das hört, bestellt der sich zwei neue Ohren und keine neue Nase. Mach's gut!" Tja, das war es dann wohl mit dem Traum, Nachfolger von Thomas Godoj und Mark Medlock zu werden.
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Trotz der zum Teil sehr bedenklichen und verletzenden verbalen Auswürfe erzielte RTL mit dem DSDS-Abend am Samstag Traumquoten. Etwa 5,75 Millionen Menschen sahen sich die Castingshow an, danach blieben fast genauso viele bei Sonja Zietlow und ihrer Sendung „Die zehn schrägsten DSDS-Karrieren" hängen. Zum Abschluss der DSDS-Triade kam besonders bei Jugendlichen das Portrait „100 Prozent Dieter Bohlen" sehr gut an. Alle drei Show-Einlagen erreichten Marktanteile jenseits der 30-Prozent-Marke. Nur der ARD-Film „Stürme in Afrika" mit Katja Flint konnte nach dem offiziellen Quotenbarometer 30.000 Zuschauer mehr vor die Fernseher locken. Immerhin.