Die derzeitige Erfolgsshow von RTL schlechthin, 'Deutschland sucht den Superstar' (DSDS), bestach am Samstag mit zwei verschiedenen Mottos. Einerseits sangen die verbliebenen vier Kandidaten im ersten Durchgang zum Thema „Großes Kino“ ihre Lieblingsfilmhits und sollten auf der anderen Seiten dann im zweiten Anlauf mit „Intimen Balladen“ das Publikum von sich überzeugen. Das gelang ihnen allen erstaunlich gut – umso schwieriger war es am Ende einen rauszuwählen.
Die begleitenden Einspieler der ‚Top Vier' zeigten sie und ihr etwas anderes Freizeitprogramm. Denn jeder einzelne der DSDS-Teilnehmer verbrachte seine freien Tage zwar daheim, aber medienpräsent und auf Stimmfang. Diva Sarah Kreuz verteilte Autogramme „an das gesamte Dorf" Poppenhausen und verewigte sich in das Goldene Buch des Ortes, Schmusebarde Dominik Büchele, Favorit Daniel Schuhmacher und Zicke Annemarie Eilfeld traten zu Hause vor ihrer treuen Fanschar auf.
Letztere brach dabei während der Lobeshymne des Bürgermeisters zusammen. Diagnose: Kreislaufkollaps. „Ich kann nicht mehr", schluchzte sie unter Tränen. Trotzdem riss sie sich zusammen, für die Fans die ihren Namen riefen, wie sie der Welt erklärte und trat auf. Da es dennoch das beherrschende Thema der Klatschpresse war, lud Chefjuror Dieter Bohlen für sie und sich eine knapp-bekleidete Krankenschwester provisorisch in die Live-Show.
Diese verlief von der Drama-Warte betrachtet erstaunlicherweise ohne nennenswerte Highlights. Ex-Tellerwäscher Dominik Büchele sang sich zuerst durch den ‚König der Löwen' - Klassiker ‚Can you feel the love tonight' von Elton John und wagte mit dem Musical-Stück eine erstaunliche Distanz zu dem sonst besungenen James-Blunt-Pop. Bohlens Kommentar war dennoch gewohnt ungeschminkt: „Du hast den Prinz der Hamster daraus gemacht". Pop-Expertin Nina Eichinger erzählte was von der Serengeti und ihrer Vorstellung gerne mit ihm am Lagerfeuer sitzen zu wollen und diesem Lied zuzuhören. Mit ‚Sound of Silence' von Simon & Garfunkel traf er dann schließlich endgültig ins Herz der Produzenten-Tochter: „Das Gefühl hat gestimmt." Überraschenderweise favorisierte sowohl sie als auch Volker Neumüller ihn letztendlich als Ausscheidungs-Kandidat.
Sarah Kreuz wagte sich an den ‚Bodyguard'-Titel ‚I will always love you' und legte sich mit Whitney Houston eine hohe Messlatte. Wenn es nach dem Hauptjuror geht, hat sie die Hürde im kschwarzen Pailletten-Abendkleid erfolgreich genommen. Denn der schaffte es tatsächlich, nicht nur die aufgeregte Kandidatin zum ungläubigen Dreinblicken zu bewegen als er verkündete: „Whitney selbst kriegt das live nicht so gut hin wie du." Nina Eichinger verführte ihrerseits zu eigenwilligen Spekulationen als sie ihr lächelnd attestierte: „Ich hatte Gänsehaut - überall". Die zweite Nummer, Duffys ‚Warwick Avenue', fand Produzent Neumüller „toll", sie kam aber an den ersten Auftritt nicht mal annähernd heran. So oder so hat es die stimmgewaltige Brünette wohl geschafft ihre Mutter stolz zu machen. Diese schluchzte im Einspieler in die RTL-Kamera: „Sarah erlebt voll den Traum jetzt."
Der, aufgrund seiner Standing Ovations zum „frischgeschlagenen Ritter" (Marco Schreyl) gekürten, Frauenliebling Daniel Schuhmacher sang souverän stark beide Durchgänge und schaffte es, dass die Jury für seine Darbietung von ‚Top Guns' Berlin-Soundtrack ‚Take my breath away' Neologismen wie „Du hast so ein Talent, dass du mich wegflashen kannst" (Eichinger) erfand. Auch für ‚You are so beautiful' von Joe Cocker erntete er nur Lob und anerkennende Worte. Bohlen hätte sich „am liebsten hingekniet vor dich" und leitete kurz darauf die Wort-Wiederholungs-Ära ein: „Ein super super super super Auftritt", dem sich Neumüller anschloss: „Eine ganz ganz ganz große Leistung." Lassen wir das einfach so stehen. Beunruhigender: Selbst der Moderator verfiel dem Verblödungsfieber und leitete mit der Frage „Ist die Top Gun auch die Top Waffe der Top Vier?" galant zum Telefonaufruf über.
Die Blondine die die Nation spaltet, Annemarie Eilfeld, bestach beim ersten Auftritt als sie Faith Hills ‚There you'll be' aus dem Kriegs-/Liebesfilm ‚Pearl Harbor' zum Besten gab schockierenderweise eher durch Stimme als durch ihr kurzes, violettes Kleidchen das effektvoll im künstlichen Wind flatterte. Das honorierten die kritischen Drei, die zur Abwechslung nicht einfach unbarmherzig die Kritik-Keule schwangen. „Das hat mir im Großen und Ganzen ganz gut gefallen", urteilte der Anführer der Juroren. Und selbst Kelly Clarksons ‚Because of you' war laut Eichinger „eine gute Leistung". Glaubt man Bohlen, der das ausführte, perfektioniere sie das Nachsingen sehr gut. Das fand auch das Publikum: Trotz des Mikrofon-Ausfalls beim zweiten Durchgang gab es bei jedem Auftritt Zugabe-Rufe. Vielleicht wirkten ja auch die Worte ihrer Mutter nach. Frau Eilfeld versuchte eine Lanze zu brechen und deklarierte vor dem Auftritt ihrer medienlüsternen Tochter: „Sie ist lieb. Man muss sie einfach lieb haben." Süß.
Den dieswöchige Starauftritt lieferte Ex-DSDS-Gewinner und Bohlen-Liebling Mark Medlock ab, der seine neue Single ‚Mamacita' vorstellte. Zu dem Lied ist außer der Tatsache, dass es gewohnter 08/15 Sommer-Pop aus der Feder seines Mentors ist, nicht wirklich viel zu sagen. Während dreißig mehr oder minder bekleidete Tänzer den in türkisem Top performenden Sänger umringten und betanzten, sang er sich beschwingt durch die Nummer. Gab es schon, kommt immer wieder, passt zu ihm wie Vogel zu Nest.
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Dann kam es zur Entscheidungs-Show. Als nur noch Sarah und Dominik vorne stehen, erlöst Moderator Marco Schreyl die 19-jährige und schickt das drei Jahre jüngere DSDS-Küken als Vierplatzierten nach Hause. Offensichtlich hilft es nichts, dass Susan Sideropoulus und ihr gesamtes ‚Gute Zeiten, schlechte Zeiten'-Team hinter ihm stehen, wie Neumüller dem Lockenkopf erzählte. Und so folgt aus Adam Riese: Da waren's nur noch drei.
Jule1902 (28.04.2009 16:47)Mark Medlock 08/15?
Hallo, der Artikel ist im ganzen ok.
Aber warum muß dauernd so ein 08/15 Kram ÜBER Mark Medlock geschrieben werden. Wenn er sein Ding mit Dieter durchziehen will, dann laßt ihn doch.
Bisher hat es ihm nicht geschadet, Dieter nicht geschadet und seinen Fans erst recht nicht. Also.... Jeder so wie er mag und wie er sich am wohlsten fühlt.
Mark macht das schon richtig.... er soll so bleiben wie er ist.....