Am Samstag-Abend ging es bei 'Deutschland sucht den Superstar' unter dem Motto "Sonne und Regen" zwar hauptsächlich aber nicht nur um die musikalischen Darbietungen der verbliebenen fünf Gesangskünstler. Denn während vier Kandidaten geschlossen Stimmung gegen das "blonde Gift“ Annemarie Eilfeld machten, sorgte der Gastauftritt vom singenden Möchtegern-Comedian Oliver Pocher für eher verhaltene Lacher.
"Was ich will ist, dass Sarah hier gewinnt. Nicht Annemarie! Sarah ist einfach besser!", so die eindeutigen Worte von Vanessa Neigert direkt nach ihrem Rausflug am vorletzten Samstag. Damit stimmt sie brav in den Öffentlichkeits-Tenor mit ein und untertitelte gleichzeitig unwissend den Ablauf der letzten Show. Denn die „falsche Schlange" Annemarie (Sarah Kreuz) stand schon wieder im Mittelpunkt der RTL-Sendung. Und - wie sollte es anders sein - erneut nicht durch ihre Gesangskünste, sondern diesmal fast ausschließlich durch die eingeblendeten Kurz-Beiträge ihrer Kontrahenten. Die drei Männer benutzten in Zusammenhang mit ihr allesamt das Wort „hinterhältig", Sarah sah sie als Manipulantin und alle vier sorgten so unabsichtlich dafür, dass die 18-jährige zwecks Einschaltquoten-Garantie bestimmt weiterkommt.
Ihr Gesang war mäßig und hatte eher „Karaoke-Show"-Charakter, wie der Anführer der Unparteiischen Dieter Bohlen diagnostizierte. Da jeder Kandidat zwei Songs zum Besten geben musste, versuchte sich die ostdeutsche Blondine zuerst an 'Bailando' von Loona und dann an 'Purple Rain' von Prince. Während bei Ersterem kaum jemand wirklich auf ihre Stimme geachtet hat - dank Bikini und durchsichtigem Strandkleidchen - avancierte ihre zweite Performance zum Sing-Gau. „Du hast aus der Nummer einen Schlager gemacht", urteilte Volker Neumüller vernichtend und nur der Poptitan toppte das Ganze noch indem er ihr vorschlug: „So singen die Kastelruther Spatzen den Song - nach der Vogelgrippe. Damit kannst du bei den ‚Flippers' einsteigen."
Weiter ging er nur mit dem mittlerweile umstrittenen Spruch: „Wenn so ne Bitch so ne Nummer singt..", den die Annemarie-Fans ihm übel nehmen. Sie selbst fasst gegenüber der ‚BILD' ihre Gedanken, die sie daraufhin hatte, zusammen. So sagte sie sich daraufhin: „Jetzt kräftig schlucken, Annemarie. Das hat mich getroffen. Aber was hätte ich machen sollen? Umfallen?" Was die Gegenseite, der Hitproduzent, Tage später davon hält erklärt er der berühmtesten Tageszeitung so: „Sprache verändert sich, und Übersetzungen im Wörterbuch sind oft nicht mehr zutreffend." Und stellt klar: „Ich bleib dabei: Annemarie ist eine bitch."
Sarah Kreuz wiederum verlor kurzzeitig ihre Favoriten-Position und musste in der Entscheidungsshow zum ersten Mal nach Vorne und um ihr Weiterkommen bangen. Ihre Eröffnungsnummer mit dem Weather Girls - Klassiker „It's raining men" lief an sich solange glatt, bis sie eine Textzeile vergas und dafür die Bohlen-Quittung erhielt. „Träume gibt es nicht zum Nulltarif", warnte er und erinnerte sie damit an den Auftritt von letzter Woche wo das gleiche Problem auftrat.
"Das war eine eher durchschnittliche Leistung", erklärte der Musikproduzent der in rotem Lack-Ledermantel und passenden schwarzen Lackstiefeln gekleideten 19-jährigen und dämpfte so den bisherigen Höhenflug der „Diva". Sie schaffte es aber noch rechtzeitig das Lenkrad mit „You are the sunshine of my life" von Soul-Legende Stevie Wonder herumzureißen, was Moderator Marco Schreyl zu Höchstleistungen anspornte: „Stevie Wonder wäre stolz auf dich, hätte er dich gesehen."
Gewohnt hervorragend war wieder der blonde Mädchenschwarm Daniel Schuhmacher. Sowohl Annie Lennoxs „Here comes the rain again", als auch „Ain't no sunshine" von Bill Withers klangen gut. Zu Neumüllers „Kaum machst du den Mund auf, schon ist der Drops gelutscht" ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer: Zum ersten Mal in der Geschichte von Deutschland sucht den Superstar gab es nach einem Kandidaten-Auftritt von der Jury Standing Ovations.
Dominik Büchele machte erneut alle Hoffnungen der Fernseh-Nation gekonnt zunichte etwas anderes als Fahrstuhl-Musik zu liefern und blieb dem James-Blunt-Pop treu. Auf Jack Johnsons „Upside down" bei dem sich nicht nur Bohlen fragte, was der Song mit dem Motto „Sonne und Regen" zu tun haben solle, folgte „Why does it always rain on me" von Travis. Da nun Gesangs- und Songtechnisch alles beim (langweilig) Alten blieb, ging der Jury-Anführer auf etwas ganz anderes los: die Optik. „Hemd von Kik, Gesang war Kack", reimte er. Passt.
Betonfrisur-Liebhaber Benny Kiekhäben gab eine ganz passable Leistung ab. Er sang sich „ok" (Dieter Bohlen) durch „Walking on sunshine" von Katrina & The Waves und Pia Zadora & Jermaine Jacksons „When the rain begins to fall". Leider ist ok nicht das Niveau seiner Mitkandidaten und so kam es, dass sich Dieter Bohlens Prophezeiung erfüllte und der schrille Paradiesvogel am Ende der Sendung raus geflogen ist.
Aushilfskandidat Oliver Pocher brachte seinen Beitrag zum Abendthema und sang als Bill Kaulitz-Kopie samt geschminkten Augen und Perücke „Durch den Monsun" von Tokio Hotel. Nebenbei versuchte er auch komisch zu sein und zündete Gagraketen à la „Ich sehe Marco Schreyl als meine größte Konkutenz" und „Es würde mich nicht wundern, wenn ich ins Finale komme", die wohl alle im Witz-Nirvana wirkungslos verpufften. Damit die Promotion für sich selbst nicht zu kurz kommt, wies er auf seine Live-DVD hin und sagte: „Ich betrachte es als Herausforderung, mich vor einem Millionenpublikum zu blamieren." Bleibt ihm auch nichts anderes übrig, nach der kürzlichen TV-Trennung von Harald Schmidt.
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RTL bot einen typischen Sing-Abend mit wenig überraschendem Ausgang und gewohnter Rollenverteilung. Weiter geht es am nächsten Wochenende mit Sarah Kreuz, Dominik Büchele, Daniel Schumacher und, wie könnte es anders sein, Annemarie Eilfeld. Schwulen-Ikone Benny drückte es bei der Verabschiedung seiner ehemaligen Mitstreiter medienwirksam artig aus. Die angeblich „tollen Menschen", die noch übrig sind, werden und bis zum Finale am 9. Mai garantiert noch ein paar erheiternde TV-Momente bescheren.
deAdmin (20.04.2009 21:57)echt schlecht!
Vereehrte SIMONA DOBRESCU,
sind Sie scharf auf Dieter Bohlen oder wie soll man sonst diesen Artikel bewerten?
Wenn nicht, kaufen Sie sich von der Gage von RTL bitte einen Satz neue Gehörgänge.
Besten Gruss
deAdmin