Pleite-Unternehmer Franjo Pooth hat eine weitere juristische Niederlage erlitten. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte den 39-Jährigen zu einer Zahlung von insgesamt 1,77 Millionen Euro an die Commerzbank. Pooth hatte für einen Kredit über insgesamt drei Millionen Euro mit seinem Privatvermögen gebürgt.
Die Vorsitzende Richterin Annette Lehmberg wies die Argumentation des Anwalts von Pooth zurück, der Ehemann von Werbestar Verona Pooth sei wirtschaftlich überfordert und der Kredit daher sittenwidrig gewesen. Ein Geschäftsführer habe es in der Hand, Art und Höhe der Verbindlichkeiten, für die er persönlich hafte, zu bestimmen, begründete Lehmberg ihr Urteil. "Wir freuen uns, dass das Gericht unserer Rechtsauffassung gefolgt ist", erklärte ein Sprecher der Commerzbank. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, weswegen die Vollstreckung des Urteils nur unter bestimmten Umständen erfolgen kann. Pooth erschien nicht persönlich vor Gericht.
Verona Pooth
Für den 39-Jährigen reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Seit Pooths Unternehmen 'maxfield', das u.a. MP3-Player und Handys vertrieb, Anfang des Jahres Insolvenz anmelden musste, erleidet der Pleiteunternehmer vor Gericht Niederlage um Niederlage. Der Insolvenzverwalter hatte die Forderungen von Pooths 461 Gläubigern auf insgesamt 27 Millionen Euro beziffert.
Bereits seit der Insolvenzanmeldung ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen Pooth wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung, Bestechung und Steuerhinterziehung. Die Düsseldorfer Stadtsparkasse will außerdem Kreditzahlungen in Höhe von neun Millionen Euro zurückfordern. Die Pooths unterhielten eine enge Beziehung zum mittlerweile geschassten Vorstandschef des Kreditinstituts, Heinz-Martin Humme. Humme war unter anderem bei der Hochzeit des Ehepaares Pooth im Wiener Stephansdom anwesend und soll als Gegengefallen für die Kreditvergabe einen Flachbildfernseher im Wert von 3.200 Euro erhalten haben.
Erst vor drei Wochen untersagte das Landgericht Düsseldorf dem Unternehmer, sich weiterhin "ehrverletzend und herabwürdigend" über seinen ehemaligen Leibwächter zu äußern. Pooth hatte behauptet, der Personenschützer habe im Haus des Ehepaares eingebrochen, Unterlagen gestohlen und diese verkauft. Einen Beweis hatte der 39-Jährige nicht. Auch Ehefrau Verona wurde wegen ähnlicher Anschuldigungen auf 70.000 Euro Schadensersatz verklagt.
Verwandte Artikel
Die Unternehmerin und Werbeikone wird diese Summe allerdings verkraften können, denn für die Pleite ihres Ehemannes kann sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden. "Das hat mit Frau Pooth nichts zu tun, vollstreckt werden kann nur von Herrn Pooth", erklärte eine Gerichtssprecherin. (fr)