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27.09.2006Integrationsdrama 'Wut’ verschoben

ARD-Chef rechtfertigt sich

Die ARD verschiebt kurzerhand ihr Integrationsdrama „Wut“ auf eine schlechtere Sendezeit. Die Programmänderung des im Vorfeld hochgelobten Fernsehdramas von Regisseur Züli Aladag liegt offiziell im Jugendschutz begründet. Der...

Die ARD verschiebt kurzerhand ihr Integrationsdrama „Wut“ auf eine schlechtere Sendezeit. Die Programmänderung des im Vorfeld hochgelobten Fernsehdramas von Regisseur Züli Aladag liegt offiziell im Jugendschutz begründet.

Der deutsche Schüler Felix aus einer gut gestellten, liberalen Familie, wird mitsamt seinen Eltern terrorisiert von Can, dem Anführer einer türkischen Jugendgang. Die ARD-Jugendschutzbeauftragten finden, in diesem Film würde „Gewalt als Mittel der Konfliktlösung in Form von Selbstjustiz propagiert.“

Mittwoch 20.15 Uhr – zur Primetime. Das ARD-Drama mit anschließender Diskussion von Politikern und Experten hätte beinahe die beste Sendezeit und damit die Chance auf eine hohe Einschaltquote erhalten. Doch stattdessen wurde es kurzerhand auf Freitag 22.00 Uhr verbannt - Wegen Gewaltszenen und möglicher Ausländerfeindlichkeit, gab die ARD nach einer Sender-internen Diskussion bekannt.

Der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber verteidigte die Sendezeitverschiebung der umstrittenen WDR-Produktion „Wut“ am Dienstag in München: Die ARD sei an den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag sowie an weitere ARD-Richtlinien und Kriterien zum Jugendschutz gebunden. „Das und nur das ist der Grund, weshalb die vom WDR eingebrannte Produktion ‚Wut’ nicht vor 22.00 Uhr im Ersten gezeigt werden kann“, teilte er mit.

WDR-Intendant Fritz Pleitgen zeigte sich bekümmert und zornig über die Änderung. Er teilte jedoch mit, es handle sich um eine Mehrheitsentscheidung und müsse akzeptiert werden. „Wir sind gänzlich anderer Ansicht, aber wir akzeptieren das Ergebnis“. (jul)

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