Flügelflitzer Arjen Robben vom FC Bayern München tat genau das, was Alex Ferguson nie von ihm erwartet hätte - und entschied mit seinem spektakulären Treffer das Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United. Diesen Fehler wollen die Franzosen von Olympique Lyon auf keinen Fall machen.
Noch macht ihnen die Sache Spass: Ganz Frankreich lacht über ManU-Boss Alex Ferguson (72), der im Vorfeld der Partie gegen den FC Bayern München Star-Stürmer Arjen Robben bös unterschätzt hatte.
Man schrieb die 73. Minute, als sich der Niederländer nach Eckstoß von Franck Ribery das runde Leder direkt aus der Luft angelte und hinter Van der Sar ins obere Eck knallte. Ganz Holland spricht seitdem von einem "Wereldgoal", einem Weltklasse-Tor, und auch in Italien ist von "magischem Robben", "Zauberei" ('Gazzetta dello Sport') und "Glanzlösung" ('Corriere dello Sport') die Rede. Aber wie sieht jenes Nachbarland die Chose, aus dem mit Olympique Lyon der nächste Gegner der Bayern stammt?
Momentan lacht sich l'Hexagone', wie die Franzosen ihre Heimat gerne liebevoll nennen, einfach nur über Alex Ferguson schlapp, nachdem ihn der FC Bayern München entzauberte. In der Rubrik 'Rindvieh des Tages' zitiert die Sportzeitung 'L'Equipe' genüßlich die wohl gröbste Fehleinschätzung des Jahres aus dem Mund des geschlagenen Schotten: "Wir haben schon ein paar Mal gegen Arjen Robben gespielt, als er beim FC Chelsea war, und es gibt nichts, wovor wir uns fürchten müssten. Wir wissen genug über ihn. Ribery ist zwar sehr talentiert, das geben wir zu. Er kann großartig dribbeln, aber er läuft auch nicht schneller als Gary Neville."
Die Tageszeitung 'La Croix' zollt Arjen Robben hingegen etwas grobschlächtig Respekt, und schreibt: "Der Niederländer mit dem kahlen Schädel war bereits in der Vorrunde entscheidend, als er einen anderen herrlichen Treffer erzielte, und seine Verletzung zu Saisonbeginn erklärt zum Teil auch den mauen Start des FC Bayern München. Neben seinem französischen Teamkollegen Franck Ribery ist er mitterweile der Star eines deutschen Teams, das seiner glorreichen Vergangenheit hinterher rennt."
Dennoch schauen die Franzosen durchaus selbstbewußt nach vorne, wie zum Beispiel Olympique-Spieler Jérémy Toulalan gegenüber TV-Sender 'Canal Plus': "Bordeaux hat Bayern in der Gruppenphase zweimal besiegt. Wir können da schon was machen. Die Fete steigt erst, wenn wir ins Finale kommen. Und es auch gewinnen." Auch Franck Ribery, Wunderwaffe des FC Bayern München, klang erstmal alles andere als überschwenglich angesichts des Gegners: "Das Halbfinale wird sehr, sehr hart."
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Olympiques brasilianischer Stürmer Michel Bastos echote prompt zurück: "Jetzt marschieren wir in der Liga und in Europa durch." Auch darf nicht vergessen werde, dass die Lyoner in der Champions League bereits dem FC Liverpool und Real Madrid den Garaus machten. Ausgerechnet der Wahl-Madrilene Rafael van der Vaart ist es jedoch, der auf den Punkt bringt, was die Franzosen erschauern läßt: "Arjen Robben ist ein Außerirdischer. Seine Schüsse sind wie aus einem Präzisionsgewehr. Er ist der Mann mit dem goldenen linken Fuß." (mso)