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06.10.2009NACH ABSTURZ IN DIE TABELLENMITTE

FC Bayern München: Louis van Gaal immer stärker unter Druck

Trainer Louis van Gaal, 'General' des FC Bayern München, bekommt langsam aber sicher den steigenden Druck an der Säbener Straße zu spüren. Zwar kann er die Stimmung im Augeblick nicht direkt spüren, weil er zum wiederholten Mal eine Woche in Holland im Urlaub ist. Sobald er die Vorstellung seiner Biographie jedoch endlich abgeschlossen hat, kann es für jedoch rasch ungemütlich werden.

Vom Hoffnungsträger zum Prügelknaben? Der niederländische Trainer des FC Bayern München, Louis van Gaal (58), hinterläßt am heutigen Dienstag an der Isar aufgebrachte Gemüter, wenn er in Richtung Holland zur Vorstellung seiner Biographie davondüst.

Einen ersten Vorgeschmack konnte der als besonders streng verschrieene Coach bereits am vergangenen Sonntagabend beim Wiesn-Besuch erleben. Ausgerechnet Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (68) setzte sich neben van Gaal und knöpfte sich ihn vor, um ihn in seiner Funktion als Vorsitzender des FCB-Verwaltungsbeirats über die Stimmung an der Fanbasis zu unterrichten.

Im Gespräch mit der 'Bild'-Zeitung verrät der ehemalige CSU-Kanzlerkandidat, was er dem Niederländer so alles gesteckt hat: "Ich habe versucht, zu erklären, wonach die Basis hier fragt, und dass im Moment Antworten folgen sollen." Die Sanduhr ticke ja bereits: "Ich glaube, dass ihm jetzt bewusst ist, dass er nicht so viel Zeit hat, wie er vielleicht geglaubt hat, um eine Mannschaft zu formen." In zwölf Tagen könne es dem autoritären Strippenzieher bereits an den Kragen gehen, läßt das frühere 'blonde Fallbeil' durchblicken: "Freiburg wird ein echtes Schlüsselspiel."

Auch die Boulevardzeitung selbst schrieb dem Trainer bereits deutliche Worte ins Stammbuch: "Van Gaal ist nun fast 100 Tage im Amt - und seine Schonfrist läuft ab. Nur mit Siegen bekommt er Bayern in den Griff. Es wäre sein größter Fehler zu glauben, dass man als Bayern-Trainer Zeit hat, um in Ruhe etwas aufzubauen. Der letzte, der so dachte, war Jürgen Klinsmann.Das bittere Ende ist bekannt."

Auch Uli Hoeneß hatte gegenüber 'Bild' bereits wenig enthusiastische Worte zu Protokoll gegeben: "Die erste Wiesn mit van Gaalwar schön. Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Jetzt müssen wir schon wieder acht Punkten hinterher rennen." Noch überwiegt aber der Optimismus beim langjährigen Bayern-Manager: "Wir haben einen Schlachtplan, wie wir da wieder rauskommen."

Franz Beckenbauer brachte die allgemeine Stimmung beim FC Bayern München in Sachen Louis van Gaal in seiner Funktion als Experte bei 'Sky' wie folgt auf den Punkt: "Van Gaal hat die Formation noch nicht gefunden. Er hat alle gängigen Spielsysteme schon durchgespielt. Er wird aber irgendwann zum richtigen Ergebnis kommen müssen. Wenn man die Tabelle und die Ergebnisse anschaut, kommt nicht die große Euphorie auf. Die Art und Weise, wie man spielt, ist nicht souverän."

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Divergente Stimmen gibt es allerdings auch. Aus dem Chor schert Holger Spille, Vorsitzender des Fanclubs 'Klub 19 - Münchner Au' gehenüber der 'Abendzeitung' aus: "Man darf nicht immer nach wenigen Wochen gleich schon wieder den Trainer zum Abschuss frei geben. Ich finde es auch gut, dass er nach Trainingsleistung aufstellt und nicht nach Transfersummen." (mso)

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