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FC Bayern München schwächelt: Doch Uli Hoeneß bleibt kämpferisch

20.11.2009TROTZ SPORTLICHER SCHIEFLAGE

FC Bayern München: Hoeneß prophezeit CL-Sieg - und setzt Seitenhieb auf van Gaal

Franz Beckenbauer verlässt am 27. November den Aufsichtsrat des FC Bayern München und zieht sich damit aus allen offiziellen Ämtern zurück. Der Verein steht derweil nicht gerade am Zenith seines Erfolges, aber Uli Hoeneß, der Franz Beckenbauers Amt im Aufsichtsrat übernehmen wird, sagt dem Fußballclub selbstbewußt zehn fette Jahre voraus. Gleichzeitig mahnt er seinen Trainer aber auch zu mehr Team-Spirit.

Uli Hoeneß (57), Noch-Manager des FC Bayern München, hat gemeinsam mit Franz Beckenbauer (64) im Interview mit der 'Bild'- Zeitung über alte Zeiten geplaudert, aber auch über Gegenwart und Zukunft des Vereins. Zur großen Freude der Fans verhieß Hoeneß seinen Mannen eine glanzvolle Zukunft: "Ich bin mir sicher, in den kommenden zehn Jahren werden wir in Europa erfolgreicher sein als in den vergangenen Jahren. Inklusive des Gewinns der Champions League."

Da sich der FC Bayern momentan aber eher krisengeschüttelt weit entfernt von spielerischen Glanzleistungen auf Tabellenplatz Acht in der Bundesliga quält und das Aus in der Champions League droht, erläutert Hoeneß seine ganz genauen Vorstellungen, wie der Verein auf Vordermann zu bringen sei: "Die Zukunft des FC Bayern geht richtig los, wenn wir die Allianz Arena abbezahlt haben. Dann kannst du das ganze Geld nutzen für neue Spieler." Zugute komme dem einst erfolgsverwöhnten Club dabei, dass die Einkommenssteuer in Spanien für Fußballprofis von 24 auf 45 Prozent hochgesetzt wurde. "In England auf 50 Prozent. Das macht die Bundesliga attraktiver", freute sich die Galionsfigur der Säbener Straße.

Auch zur aktuellen Lage haben sich die beiden Gedanken gemacht. Uli Hoeneß analysiert die Trainer-Situation: "Ich zermartere mir den Kopf, warum das bei uns so schwierig ist mit den Trainern. Ich bin noch zu keinem endgültigen Urteil gekommen. Aber: So ein großes Unternehmen, wie es der FC Bayern geworden ist, lässt sich nicht mehr allein von einer Person führen."

Doch genau das tue sein aktueller, titelgekrönter Trainer nicht, läßt Hoeneß gar nicht mal so indirekt durchblicken: "Louis van Gaal ist der Meinung, dass er alles selbst regeln muss. Die Auseinandersetzung zum Beispiel mit Luca Toni will er allein führen. Aber alles schafft ein einzelner nicht. Louis ist auch immer noch überrascht über die Wucht, die hinter dem FC Bayern steckt. Das Geheimnis wird wahrscheinlich sein, dass alle Beteiligten erkennen müssen, dass sie kooperieren müssen. Die Trainer, der Vorstand, die medizinische Abteilung und so weiter..."

Louis van Gaal wird im Interview ansonsten geschont, es werden keine direkten Vorwürfe gegen den Niederländer erhoben. Stattdessen sieht der Bayern-Manager im altbekannten Problem der vielen verletzten Spieler die Wurzel allen Übels. Letztlich vertraut Hoeneß aber auf die solide wirtschaftliche Situation des Vereins: "Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass wir Meister geworden wären und in der Champions League alles weggeputzt hätten. Die sportliche Situation ist zwar schwierig; aber nur ein temporäres Problem. Wenn man wirtschaftlich so gesund dasteht wie wir, kann man einiges korrigieren."

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Franz Beckenbauer sieht seine Zukunft übrigens erst mal auf dem Golfplatz und in den Bergen, während man die Stimme von Uli Hoeneß auch weiterhin wohl deutlich vernehmen wird: "So wie wir bei der Verpflichtung von Louis van Gaal auch mit dem Franz als Aufsichtsrats-Vorsitzenden gesprochen haben, wird man mich dann bei wichtigen Entscheidungen auch um meine Meinung fragen."

Blicken die beiden Fußballprofis aber zurück in die gemeinsame Vergangenheit, so sind sie sich einig: Ihr größter Fehler war die Entlassung von Otto Rehagel.

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