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12.10.2009BIOGRAPH KRITISIERT TRAINER

FC Bayern München: Duldet Louis van Gaal keine Stars neben sich?

Louis van Gaal, Trainer des FC Bayern München, hat von einem Mann, der ihn gut kennt, ein zweifelhaftes Kompliment einstecken müssen - er dulde in einem Team keine Stars neben sich.

Kann das gutgehen? Mit Louis van Gaal (58) hat der FC Bayern München seinem Biographen zufolge einen Trainer, der keine anderen Stars neben sich dulden kann.

Dieser Meinung ist zumindest Edwin Winkels, ein in Barcelona für die Zeitung 'El Periódico' arbeitender Journalist, der über den Niederländer den Fußball-Schmöker 'De eenzame kampioen' ('Der einsame Champion') schrieb. In dem Buch fasste er seine jahrelangen Beobachtungen beim FC Barcelona, den van Gaal zwischen 1997 und 2000 trainierte, zusammen.

Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' beschrieb Winkels nun van Gaals Charakter so: "Er duldet nur einen Star in der Mannschaft. Sich selbst." Gleichzeitig schätzt er den Coach nicht als typischen Landsmann ein, weil er humorlos und überheblich sei: "Nein, er ist kein typischer Holländer, seinem Charakter nach ist er eher Deutscher."

Immerhin würdigt der Sportchronist die fachliche Kompetenz des Coaches: "Er versteht eine Menge von Fußball, keine Frage." Dennoch sei die Euphorie in der Stadt am Ebro rasch verflogen, als der jetzige Bayern-General bis Januar 2003 noch einmal für Barca tätig wurde: "Die Stimmung kippte schnell."

Louis van Gaal selbst verrät dem Magazin gegenüber hingegen, dass er ein wesentlich positiveres Bild der Deutschen hat, als der Schreiber aus Barcelona: "Ich trainiere sehr gern in Deutschland, denn in Deutschland ordnen sich die Spieler unter. Sie machen, was man ihnen sagt. In Holland denken die Spieler vielmehr über das Team nach. Auch über die Taktik. Das ist nicht gut. Das ist meine Aufgabe."

Wie er mit Querköpfen umgeht beschreibt der temperamentvolle Neuzugang beim FC Bayren München am Beispiel von Star-Stürmer Christo Stoitschkow, den er in Barcelona zusammenstauchte: "Ich hatte dort Probleme mit Stoitschkow. Ich ließ ihn mit der zweiten Mannschaft traineren. Die anderen Spieler wollten, dass er zurückkommt. So einen Spieler, sagten sie, den brauchen wir." Als der Bulgare sich erneut nicht an die Regeln hielt, statuierte van Gaal an ihm kurzerhand ein Exempel: "Er tat es aber erneut nicht. Darum musste er gehen. Die anderen Spieler haben nichts mehr gesagt."

Dass er gut austeilen kann, demonstriert der oberste sportliche Boss beim FC Bayern München dieser Tage auch gegenüber Fußball-Legende Johan Cruyff. In seiner Autobiograpie erinnert sich an das Weihnachtsfest 1989 im Hause des WM-Stars: "Dann ging das Telefon. Es war für mich. Die Familie. 'Riet ist gestorben!'. Meine Schwester. Also habe ich Hals über Kopf alle Zelte abgebrochen und bin die Heimreise angetreten. Später hörte ich, dass Johan Cruyff mir dies übel genommen hat, auch dass ich mich nie bedankt hätte."

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Für diesen Nachtreter revanchierte sich Cruyff kürzlich im Interview mit dem niederländischen TV-Sender RTV Noord-Holland: "Ich kann mich an diesen Vorfall nicht erinnern. Aber van Gaal hat echt Alzheimer, wenn er so etwas schreibt. Von meiner Seite aus besteht nämlich kein Problem. Also muss auch nichts gelöst werden!" (mso)

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