Superstar Cristiano Ronaldo hat Manchester United am gestrigen Dienstagabend ins Champions-League-Finale geführt. Beim 3:1 (2:0)-Erfolg bei Arsenal London erzielte der Portugiese zwei Tore. Das Team von Trainer Alex Ferguson hat nun die Möglichkeit, als erste Mannschaft überhaupt den Titel in der Champions League zu verteidigen.
Es war ein Spiel, das nicht wie Champions League-Halbfinale wirkte. Es war beinahe ein Klassenunterschied zwischen den zwei Mannschaften festzustellen, die gestern Abend im Londoner Emirates Stadium um den Finaleinzug kämpften. Von Beginn an ließ das Team um Cristiano Ronaldo den "Gunners" keine Chance. Die Ankündigungen von Arsenals Trainer Arsene Wenger waren schon frühzeitig Makulatur. Ein "ganz anderes Arsenal" als beim Hinspiel (1:0 für ManU) und "eine großartige" Darbietung seiner Mannschaft hatte er angekündigt. Es kam alles ganz anders.
Schon in der 8. Spielminute stellte United die Weichen auf Sieg. Flanke Cristiano Ronaldo, in der Mitte rutscht Kieran Gibbs aus, Ji-Sung Park lupft den Ball über Torwart Manuel Almunia hinweg ins Tor. Der Spanier zum ersten Mal geschlagen - und nur drei Minuten später musste er den Ball erneut aus dem Netz holen. Die große Stunde des Cristiano Ronaldo war gekommen. Aus 28 Metern verwandelte der Weltfußballer des Jahres einen direkten Freistoß. Almunia machte dabei keine sonderlich gute Figur. Und das Spiel war somit nach knapp elf Minuten quasi entschieden.
Manchesters Trainer Alex Ferguson schätzte insbesondere die frühe Führung als besonders wichtig ein. "Im Spiel hatten wir heute das Glück, dass der Verteidiger in der Anfangphase wegrutscht und Park so das 1:0 für uns machen kann." Danach kam Ronaldo - und Arsenal war geschlagen. In der Folgezeit hatte Manchester weiterhin die besseren Torgelegenheiten. Wayne Rooney scheiterte an Almunia (18.), in der zweiten Halbzeit konnte der Spanier einen Ronaldo-Schuss aus 16 Metern abwehren (52.). In der 61. Minute war dann aber auch der Torwart machtlos. Ein Bilderbuch-Konter führte zum 0:3.
Nach einer Ecke für Arsenal konnte Ronaldo den Ball erobern, über Park und Rooney landete er wieder beim Portugiesen und der konnte aus 13 Metern sein zweites Tor in dieser Partie erzielen. Der Torschütze hatte nach der Partie vor allem Lob für seinen Vorlagebgeber parat: "Wayne Rooney wurde ja zuletzt oft kritisiert. Heute hat er den goldenen Ball gespielt vor dem 3:0. Er war nie wirklich schlecht und es ist wunderbar, mit ihm zusammen zu spielen. Er ist ein Spieler, der alles kann." Den Ehrentreffer für Arsenal erzielte Robin van Persie per Foulelfmeter (76.).
Bitter für Manchester war die Entstehung des Strafstoßes. Darren Fletcher brachte Fabregas im Strafraum zu Fall - und sah vom italienischen Schiedsrichter Roberto Rosetti die rote Karte. Eine sehr harte Entscheidung. Im Finale muss Alex Ferguson nun auf Fletcher verzichten. Dies sei "vor allem schade, weil er in den letzten Wochen ein absoluter Schlüsselspieler war", so der Trainer. Ferguson lobte nach der Partie vor allem die Leistung von Cristiano Ronaldo: "Er hat den Unterschied gemacht."
Nun hat Manchester United die Möglichkeit, als erstes Team seit Einführung der Champions League den Titel zu verteidigen. Zuletzt gelang dem AC Mailand die Titelverteidigung im Europapokal der Landesmeister im Jahr 1990. Letztes Jahr konnte sich ManU im Finale gegen den Ligarivalen FC Chelsea durchsetzen. Chelsea mit Michael Ballack tritt heute im zweiten Halbfinale beim FC Barcelona an. Das Hinspiel an der Stamford Bridge endete 0:0, in Camp Nou gilt Barca heute Abend als Favorit - insbesondere nach dem sensationellen 6:2-Erfolg über Real Madrid am Wochenende.
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Dieses Spiel hat auch Alex Ferguson beeindruckt. "Das war unglaublich", so der ManU-Coach. Aber egal, wer im Finale auf die "Reds" wartet, Ferguson traut seiner Mannschaft die Titelverteidigung in Rom zu. "Wir haben die Qualität, den Ehrgeiz und die Energie, es noch einmal zu machen." Manchester möchte Geschichte schreiben - und spätestens seit gestern ist klar, dass Chelsea oder Barcelona alles werden geben müssen, um diese Mannschaft um Cristiano Ronaldo schlagen zu können.