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StartseiteDealsPressestimme: USA bleiben auch nach George W. Bush einzige Weltmacht
George W. Bush zieht 8.000 Soldaten aus dem Irak ab

4. November 2008 USA bleiben auch nach George W. Bush einzige Weltmacht

Eine Last, die schwer wiegt

Die Welt (Berlin):

"Wenn es stimmen sollte, dass Amerika nicht mehr das höhere moralische und materielle Gelände bewohnt – wie kommt es dann, dass alle Welt auf die Wahlen schaut, als bestimme ihr Ausgang Wohl und Wehe von Vancouver bis Wladiwostok? Die Enttäuschung der amerikanischen Neocons über den Undank der Welt ist hinzunehmen. Ernster ist der Umstand, dass eine Welt ohne Weltordnung für alle Beteiligten und speziell die industriellen Demokratien ein gefährlicher Ort ist, die Institutionen der Pax Americana - von Weltwährungsfonds bis Nato - noch immer das Beste im Angebot sind und niemand sich zur Führung drängt. Der Wahlkampf war die teuerste Show der Geschichte. Aber er zeigte auch, wie eine große Nation um Lebensfragen ihrer Zukunft ringt und sich der moralischen Grundlagen ihrer Existenz vergewissert."

Neue Ruhr Zeitung (Essen):

"Bush ist nicht Amerika, und auch wenn weltweit neue Machtzentren entstehen, bleiben die USA noch für lange Zeit die Supermacht Nr. 1. Militärisch wie wirtschaftlich. Die Dynamik, die Aufbruchstimmung, die dieses wunderbare Land entfalten kann, ist bewundernswert und vorbildhaft."

Der Neue Tag (Weiden):

"Die verheerende Bilanz seiner Amtszeit bringt ihm eine Aus- nahmestellung in der Retrospektive ein. Laut einer Umfrage unter US-Historikern halten ihn 98 Prozent für eines der schlechtesten Staatsoberhäupter, das die Vereinigten Staaten je hatten. Die wichtigste Nachricht des Tages lautet: Bush verschwindet."

Lausitzer Rundschau (Cottbus):

"In der Amtszeit von George Bush haben sich eine Vielzahl von Regierungsinstitutionen und Mitarbeitern etwas zu Schulden kommen lassen, was von Rechtskundigen als Verbrechen gewertet wird. Dazu zählt die kriminelle Behandlung von Gefangenen, die Tötung Unbeteiligter in Krisengebieten, die Entführung in Drittländer und die Auslieferung von Menschen in Staaten, die für ihr menschenverachtendes Regime bekannt sind. Ob es gelingt, diese schrecklichen Verirrungen aufzuarbeiten und Konsequenzen daraus zu ziehen, wird vom neuen Mann im Weißen Haus abhängen. Ob er dies will und kann, weiß der neue Präsident wohl selbst noch nicht, denn es fehlt eine umfassende Bestandsaufnahme des Geschehenen. Die Finanzkrise sowie die Kriege im Irak und in Afghanistan bieten hinreichend Anlässe, sich davor zu drücken. Längerfristig aber ist ein Neuanfang ohne den Blick auf diese Sünden der Vergangenheit nicht denkbar."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Essen):

"Wer wäre ein besserer Anti-Bush als dieser jungenhafte 47-Jährige?: Schwarz. Gutaussehend. Eloquent. Charmant. Ohne die tiefe Abneigung, ja Verachtung gegenüber Bush, keine derart hemmungslose Begeisterung für Obama: Die geringe Wertschätzung, die John McCain in unseren Breiten genießt, dürfte seiner republikanischen Herkunft gedankt sein. McCain ist, zumindest aus der Entfernung gesehen, den meisten dann doch zu Bush-ähnlich. Dass dieser Mann in Amerika so viele Anhänger hat, verwundert in Europa fast so wie die Tatsache, dass die Amerikaner den Kriegstreiber Bush zweimal ins Amt wählten. Die Erwartungen, ja Sehnsüchte, sind groß, die Europa mit dem Machtwechsel in Washington verbindet. Der US-Präsident Bush hat acht Jahre lang fast keine Gelegenheit ausgelassen, die angeblich gemeinsamen Werte in den Dreck zu treten."