Der Standard (Wien):
"Militärisch blieb der Spaziergang im Schnee der Kandilberge unbedeutend. Der Einmarsch von 300 Soldaten sollte aber wieder einmal die Macht der Türkei demonstrieren. Im Hintergrund geht es auch um das Referendum in der Ölstadt Kirkuk. Ankara will verhindern, dass Kirkuk der kurdischen Regionalverwaltung angegliedert wird. Denn damit würde die Autonome Region Kurdistan wirtschaftlich und politisch so stark, dass dies auch das Selbstbewusstsein der Kurden in der Türkei heben und ihren Traum von einem geeinten Kurdistan aufleben lassen könnte."
Jylland Posten (Arhus):
"Und dennoch ist es bedenklich, wenn türkische Kampfflugzeuge Dörfer im Irak bombardieren und 300 Soldaten die Grenze überschreiten. Das Vorgehen der Türken kommt zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, nachdem sich der Irak endlich in die richtige Richtung - hin zum Frieden - zu bewegen scheint. Die türkischen Angriffe destabilisieren das Gebiet im Irak, das zum Vorbild für den Rest des Landes werden könnte. Kommt es hier zu Unruhen, hat dies Konsequenzen für die gesamte Region."
Referans (Istanbul):
"Haben die USA nun diese Angriffe vorher abgesegnet oder nicht? Es hat wenig Sinn, hier Detektivarbeit zu betreiben. Denn der irakische Luftraum wird vollständig vom US-Militär kontrolliert. Ohne dessen Einverständnis, könnte niemand dort eindringen. Und dass nicht zwei oder drei, sondern gleich 50 türkische Kampfjets dort eingedrungen sind, ist ein Beweis für die Zustimmung der amerikanischen Seite."
Milliyet (Istanbul):
"In der Türkei geht man davon aus, dass dieser Militärschlag erfolgreich war. Die Armee hat bewiesen, dass sie in der Lage ist, zu jeder Jahreszeit solche Operationen durchzuführen. Sicherlich wird die PKK mit einem Militärschlag nicht zerschlagen werden können. Doch die Angriffe haben ihr nicht nur materiellen Schaden zugefügt, sie machen die Organisation auch mürbe."