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StartseiteItemsPressestimme: Slumdog Millionaire erobert Hollywood als indischer Film

24. Februar 2009 Slumdog Millionaire erobert Hollywood als indischer Film

Independent-Streifen gewinnt in Krisenzeiten

INDIAN EXPRESS (Bombay):

"Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise entschied die Akademie in Los Angeles sich dafür, die Teppiche besonders rot sein zu lassen - und die Requisiten besonders zum Glitzern zu bringen. Aus der Ferne betrachtet nährt sich die Geschichte des 'Slumdog Millionaire' aus dem Glauben an die Macht der Bilder - und sie verlieh dieser Macht neuen Glanz."

EL TIEMPO (Bogota):

"Es ist kein Wunder, dass Publikum und Jury begeistert von der romantischen Geschichte eines jungen Mannes waren, der aus einem der übelsten Slums der Welt stammt und von einem besseren Leben träumt. Die Oscar-Nacht hat auch gezeigt, dass Hollywood nichts von seiner Größe eingebüßt hat. Nur das Kino kann eine solche Bandbreite an Emotionen und Themen bedienen - von der Armut Indiens bis hin zu Batman."

USA TODAY (McLean/Virginia):

"Independent, kleines Budget, viele Passagen in fremder Sprache. Und doch unterstreicht der Film auch eine amerikanische Stärke, die mitunter in Vergessenheit gerät: die Fähigkeit, als Einwandererland die Menschen anderer Kulturen zu integrieren. In einer unsicheren Welt ist das von größter Bedeutung."

THE TIMES OF INDIA (Bombay):

"Indien hat allen Grund zur Freude. Unser Komponist Rahman ist doppelt ausgezeichnet worden. Seine Musik ist tief in der indischen Tradition verwurzelt und findet doch in aller Welt Anklang. Er ist ein Botschafter für das Indien der Gegenwart. Rahman sieht keinen Konflikt darin, gläubiger Muslim zu sein und trotzdem Filmmusik zu schreiben. Er hat kein Problem damit, sowohl Tamile als auch Inder zu sein: Er kann sein, was er selbst zu sein entscheidet. Das nennt sich Freiheit, und daran sieht man: Indien ist trotz aller Probleme ein multikulturelles Experiment, das gelingt."

HINDUSTAN TIMES (Neu Delhi):

"Was wäre passiert, wenn der Film keinen einzigen Oscar gewonnen hätte? Es besteht kein Zweifel: Die Hoffnungen von Millionen Menschen wären zerstört gewesen und 'Jai Ho' wäre einfach nur ein Song geblieben und nicht zu einer zweiten Nationalhymne geworden. Tatsächlich aber wurde 'Slumdog Millionaire' zu Indiens Variante des Erfolgsfilms 'Titanic'. Zerbrechen wir uns also lieber den Kopf über einen anderen Punkt: Warum wagt die BBC es, den 'Slumdog Millionaire' als britischen Film zu bezeichnen?"

THE INDEPENDENT (London):

"Der Film hatte einen britischen Regisseur, einen britischen Drehbuchautor und eine britische Produktionsfirma. Unsere Regierung sollte sich nicht zieren, die heimische Filmindustrie weiter zu fördern. Es braucht eine starke Führung und Investitionen, die auf Dauer angelegt sind. Der Erfolg des 'Slumdog Millionaire' hat gezeigt, wozu die heimische Branche in der Lage ist - mit der entsprechenden Rückendekkung."

THE TIMES (London):

"Viele haben protestiert, wie Danny Boyle bloß einen Wohlfühl-Film über so viel erbärmliches Leid machen konnte. Es gibt zwei Strategien, um die Kinder aus Indiens Slums aus der Armut zu holen, und beide sind kläglich gescheitert. Der erste Weg wäre der Aufbau einer Infrastruktur, der zweite der Weg zu mehr Bildung. Von Shanghai bis nach Sao Paulo wird der Kampf gegen Kinderarmut immer öfter gewonnen. In Indien, einer der größten Kulturen der Welt, wird er verloren."