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Natalja Estemirowa, traurige Ikone der Pressefreiheit

16. Juli 2009 Natalja Estemirowa, traurige Ikone der Pressefreiheit

Mord am nationalen Gewissen Russlands

Rzeczpospolita (Warschau):

"Der russische Präsident Medwedew versprach bereits alles zu tun, um die Mörder zu finden. Ob dies jedoch jemals geschieht, ist zu bezweifeln. Wenn es nicht einmal gelingt, die Mörder von Anna Politkowskaja in Moskau ausfindig zu machen, wie effektiv wird dann erst die Suche im tschetschenischen Grosny sein?"

Daily Telegraph (London):

"Kennzeichen einer anständigen Regierung ist sicherlich die Toleranz von Kritik und von Kritikern. Die Ermordung von Natalja Estemirowa zeigt wieder einmal, dass eine abweichende Meinung in Russland ein Kapitalverbrechen darstellen kann. Wie keine andere hat Frau Estemirowa die Misere der tausenden Menschen angesprochen, die während der gnadenlosen Unterdrückung von Tschetschenien durch Russland verschwunden sind. Sie kannte die Risiken und blieb dennoch in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny wohnen. Die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja stand ihr nahe. Es schien fast unausweichlich, dass auch Frau Estemirowa eines Tages eines gewaltsamen Todes sterben sollte."

Gazeta (Moskau):

"Der Mord an Natalja Estemirowa ist eine Herausforderung für die Kaukasus-Politik des russischen Präsidenten Medwedew. Sie unterscheidet sich deutlich von der Politik seines Vorgängers Putin. Als im vergangenen Jahr in Inguschetien der Bürgerrechtler Magomed Jewlojew ermordet wurde, setzte Medwedew den inguschetischen Präsidenten Sjasikow ab. Nun könnte man Ähnliches für Tschetschenien erwarten."